Metaanalyseunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-ABX-121 Standardprüfung

Gepoolte Studien: Makrolide insgesamt nicht mit Herztod verbunden

Systematic Review, Meta-analysis, and Network Meta-analysis of the Cardiovascular Safety of Macrolides.

Kurzüberblick

Gorelik E et al.. Antimicrob Agents Chemother 2018 · PMID 29610207 · DOI 10.1128/AAC.00438-18

Über 33 Studien hinweg waren Makrolide nicht mit Herz-Kreislauf-Tod verbunden; es fand sich ein kleines Signal für Herzinfarkt.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Daten zur Herzsicherheit von Makroliden poolen

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Metaanalyse

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

33 Studien

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Kein Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Tod; kleiner Anstieg beim Herzinfarkt

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Herzinfarkt OR 1,15

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Das Herzrisiko ist klein und wirkstoffabhängig

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Beobachtungsdaten

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Schränkt die Allgemeingültigkeit der Behauptung ein

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Risiko in bestimmten Hochrisikogruppen

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Gorelik E et al.
Fachzeitschrift
Antimicrob Agents Chemother
Jahr
2018
Identifikator
PMID 29610207 DOI 10.1128/AAC.00438-18
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Im Abstract nicht angegeben.

2. Forschungsfrage

Sind Makrolide mit Arrhythmie, Herz-Kreislauf-Tod oder Herzinfarkt verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Metaanalyse – Systematischer Review, Metaanalyse und Netzwerk-Metaanalyse
Population

Mit Makroliden exponierte Personen

Land

Multinational

Zeitraum

Suche bis Februar 2018

Stichprobengröße

33 Studien, 22.601.032 Personen

Ein- und Ausschlusskriterien

Studien mit Angabe von Herz-Kreislauf-Endpunkten unter Makroliden

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Makrolide (Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin)

Vergleichsgruppe

Keine Anwendung oder andere Antibiotika

Endpunkte

Arrhythmie, Herz-Kreislauf-Tod, Herzinfarkt

Statistische Methoden

OR mit zufälligen Effekten; Netzwerk-MA

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Die Anwendung von Makroliden war nicht mit Arrhythmie oder Herz-Kreislauf-Sterblichkeit verbunden; Herzinfarkt OR 1,15 (95-%-KI 1,01–1,30); Erythromycin und Clarithromycin waren mit einem höheren Herzinfarktrisiko verbunden als Azithromycin (OR 1,58 und 1,41).

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Makrolide als Gruppe sind mit Herzinfarkt, nicht aber mit Arrhythmie oder Herz-Kreislauf-Sterblichkeit verbunden; Residual Confounding möglich.

6. Stärken

  • Sehr große gepoolte Daten
  • Wirkstoffvergleiche

7. Schwächen

  • Beobachtungsdaten als Grundlage
  • Heterogene Designs

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
AMSTAR 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Gemischte Designs gepoolt.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Der gepoolte Nulleffekt für Herz-Kreislauf-Tod steht im Kontrast zu Ray.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Die gepoolte Evidenz bestätigt kein Mehrrisiko für Herz-Kreislauf-Tod für Makrolide als Klasse.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Das Pooling kann Effekte in Hochrisiko-Untergruppen verwässern.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch.

13. Methodisches Gesamturteil

Schwächt die Verallgemeinerung der 2,49-fachen Schätzung.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Hochrisiko-Untergruppen.

15. Verknüpfte Faktenchecks