Metaanalyseunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-CAN-114 Tiefenprüfung

Welche Lebensmittel das Darmkrebsrisiko beeinflussen

Foods and beverages and colorectal cancer risk: a systematic review and meta-analysis of cohort studies, an update of the evidence of the WCRF-AICR Continuous Update Project.

Kurzüberblick

Vieira AR et al.. Ann Oncol 2017 · PMID 28407090 · DOI 10.1093/annonc/mdx171

Mehr rotes/verarbeitetes Fleisch und Alkohol erhöhten das Darmkrebsrisiko; Vollkorn und Milchprodukte senkten es; Geflügel und Hülsenfrüchte zeigten keinen Zusammenhang.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Lebensmittel und Darmkrebs.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Metaanalyse von 111 Kohorten.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

Millionen Erwachsene.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Fleisch/Alkohol steigen; Vollkorn/Milchprodukte sinken.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Milchprodukte RR ~0,87 pro 400 g/Tag; Fleisch RR 1,12 pro 100 g/Tag.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Ein Verbot von Milchprodukten oder Hülsenfrüchten ist zur Vorbeugung von Darmkrebs nicht gestützt.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Beobachtungsstudien.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt die Liste verbotener Lebensmittel teilweise und widerspricht ihr teilweise.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Wirkungen für jede Krebsart.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Vieira AR et al.
Fachzeitschrift
Ann Oncol
Jahr
2017
Identifikator
PMID 28407090 DOI 10.1093/annonc/mdx171
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

WCRF/AICR CUP; Interessenkonflikte im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Lebensmitteln/Getränken und dem Darmkrebsrisiko

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Metaanalyse – Systematischer Review und Dosis-Wirkungs-Metaanalyse von Kohortenstudien (WCRF/AICR Continuous Update Project)
Population

Erwachsene in 111 prospektiven Kohorten

Land

International

Zeitraum

Suchen bis 31. Mai 2015

Stichprobengröße

Etwa 400 Studienschätzer aus 111 Kohorten

Ein- und Ausschlusskriterien

Prospektive Studien mit adjustierten RR

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Lebensmittelgruppen und Getränke

Vergleichsgruppe

Dosis-Wirkung pro Zunahme

Endpunkte

Inzidenz von Darmkrebs

Statistische Methoden

Dosis-Wirkungs-Metaanalyse mit Random-Effects

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Rotes und verarbeitetes Fleisch +12 % pro 100 g/Tag (95-%-KI 4-21 %, I2 70 %); Alkohol +7 % pro 10 g/Tag Ethanol (5-9 %); Vollkorn -17 % pro 90 g/Tag (11-21 %, I2 0 %); Milchprodukte -13 % pro 400 g/Tag (10-17 %, I2 18 %). Gemüse schwach invers (RR 0,98 pro 100 g/Tag). Obst, Kaffee, Tee, Käse, Geflügel und Hülsenfrüchte nicht verbunden.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Rotes/verarbeitetes Fleisch und Alkohol erhöhen das CRC-Risiko; Milch und Vollkorn können schützend sein.

6. Stärken

  • Groß, systematisch, Dosis-Wirkung
  • Geringe Heterogenität bei Milchprodukten und Vollkorn

7. Schwächen

  • Beobachtungsstudien
  • Suche bis 2015

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
AMSTAR 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig
Begründung

Standardisierte CUP-Methoden (Beurteilung auf Abstract-Ebene).

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Prozentwerte in RR umgerechnet; die geringe scheinbare Asymmetrie der KI erklärt sich durch das Runden der Prozentgrenzen.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Prüft direkt Lebensmittel, die das Tayebat-System verbietet (Milchprodukte, Geflügel, Hülsenfrüchte), gegen Darmkrebs: kein Schadenssignal; Milchprodukte invers verbunden.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch.

13. Methodisches Gesamturteil

Widerspricht der Begründung aus der Krebsprävention für ein Verbot von Milchprodukten, Geflügel und Hülsenfrüchten; stützt die Begrenzung von verarbeitetem Fleisch und Alkohol.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Andere Krebslokalisationen (z. B. Prostata und Milchprodukte).

15. Verknüpfte Faktenchecks