Querschnittsstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-CHK-105 Standardprüfung

Weißes Fleisch war bei iranischen Erwachsenen nicht mit Angst verbunden

Red and White Meat Intake in Relation to Mental Disorders in Iranian Adults.

Kurzüberblick

Kazemi S et al.. Front Nutr 2021 · PMID 34386515 · DOI 10.3389/fnut.2021.710555

Bei 3.362 iranischen Erwachsenen war mehr weißes Fleisch nicht mit Angst oder Depression verbunden.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: niedrig

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Sind der Verzehr von rotem und weißem Fleisch mit Depression, Angst und psychischer Belastung verbunden?

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Querschnittsstudie mit FFQ, HADS und GHQ

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

3.362

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Der Verzehr von weißem Fleisch war insgesamt nicht mit psychischen Störungen verbunden. Bei übergewichtigen/adipösen Teilnehmenden war ein hoher Verzehr von weißem Fleisch mit geringeren Odds für psychische Belastung (OR 0,64; 0,42-0,99) und Depression (OR 0,68; 0,45-1,00) verbunden. Oberstes Quartil bei rotem Fleisch: Depression OR 1,43 (1,09-1,89).

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Der Verzehr von weißem Fleisch war insgesamt nicht mit psychischen Störungen verbunden. Bei übergewichtigen/adipösen Teilnehmenden war ein hoher Verzehr von weißem Fleisch mit geringeren Odds für psychische Belastung (OR 0,64; 0,42-0,99) und Depression (OR 0,68; 0,45-1,00) verbunden. Oberstes Quartil bei rotem Fleisch: Depression OR 1,43 (1,09-1,89).

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Kein Hinweis, dass Menschen, die Geflügel essen, mehr Angst haben.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Querschnittsstudie; umgekehrte Kausalität möglich; weißes Fleisch schließt Fisch ein; Befunde in Untergruppen, multiples Testen

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Indirekter Widerspruch; misst keine Panikattacken, Albträume oder Halluzinationen.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Regional (Iran); begrenzte Übertragbarkeit.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann das Fehlen eines Effekts nicht beweisen; Querschnittsstudie.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Kazemi S et al.
Fachzeitschrift
Front Nutr
Jahr
2021
Identifikator
PMID 34386515 DOI 10.3389/fnut.2021.710555
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Sind der Verzehr von rotem und weißem Fleisch mit Depression, Angst und psychischer Belastung verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Querschnittsstudie – Querschnittsstudie mit FFQ, HADS und GHQ
Population

Erwachsene im Alter von 18-55 Jahren, Isfahan (Iran)

Land

Iran

Zeitraum

nicht im Abstract angegeben

Stichprobengröße

3.362

Ein- und Ausschlusskriterien

wie im Abstract beschrieben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Verzehr von weißem Fleisch (Geflügel/Fisch) in Quartilen

Vergleichsgruppe

Niedrigstes Quartil

Endpunkte

Symptome von Depression, Angst (HADS), psychische Belastung (GHQ)

Statistische Methoden

wie im Abstract berichtet

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Der Verzehr von weißem Fleisch war insgesamt nicht mit psychischen Störungen verbunden. Bei übergewichtigen/adipösen Teilnehmenden war ein hoher Verzehr von weißem Fleisch mit geringeren Odds für psychische Belastung (OR 0,64; 0,42-0,99) und Depression (OR 0,68; 0,45-1,00) verbunden. Oberstes Quartil bei rotem Fleisch: Depression OR 1,43 (1,09-1,89).

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Rotes Fleisch war mit depressiven Symptomen verbunden; weißes Fleisch war bei übergewichtigen/adipösen Teilnehmenden invers mit psychischer Belastung verbunden.

6. Stärken

  • Bevölkerung des Nahen Ostens
  • Validierte Instrumente

7. Schwächen

  • Querschnittsstudie; umgekehrte Kausalität möglich
  • Weißes Fleisch schließt Fisch ein
  • Befunde in Untergruppen, multiples Testen

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
hoch
Begründung

Querschnittsdesign; Subgruppenanalysen.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Insgesamt kein Zusammenhang zwischen weißem Fleisch und Angst; inverse Zusammenhänge in Untergruppen sind explorativ.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Die einzige gefundene Studie, die den Verzehr von weißem Fleisch in einer Bevölkerung des Nahen Ostens mit Angstsymptomen in Beziehung setzt.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

13. Methodisches Gesamturteil

Bei 3.362 iranischen Erwachsenen war ein höherer Verzehr von weißem Fleisch nicht mit Angst oder Depression verbunden.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätniedrig
Biasrisikohoch
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitunbekannt
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks