Metaanalyseunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-CHK-106 Standardprüfung

Menschen, die Fleisch essen, berichteten über etwas weniger Angst als Menschen, die Fleisch meiden

Meat and mental health: A meta-analysis of meat consumption, depression, and anxiety.

Kurzüberblick

Dobersek U et al.. Crit Rev Food Sci Nutr 2023 · PMID 34612096 · DOI 10.1080/10408398.2021.1974336

In der Zusammenfassung von 20 Studien hatten Menschen, die Fleisch essen, etwas weniger Angst und Depression als Menschen, die Fleisch meiden.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: niedrig

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Unterscheiden sich Fleischkonsumierende und Menschen mit Fleischverzicht hinsichtlich Depression und Angst?

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Metaanalyse von 20 Primärstudien, die Fleischkonsumierende und Menschen mit Fleischverzicht vergleichen

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

171.802 Teilnehmende (157.778 Fleischkonsumierende; 13.259 Personen mit Fleischverzicht)

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Fleischverzehr war im Vergleich zum Verzicht mit weniger Depression (Hedges g = 0,216; 0,14-0,30) und weniger Angst (g = 0,17; 0,03-0,31) verbunden. Die Studienqualität erklärte 58 % und 76 % der Heterogenität; methodisch strengere Studien zeigten konsistentere Ergebnisse.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Fleischverzehr war im Vergleich zum Verzicht mit weniger Depression (Hedges g = 0,216; 0,14-0,30) und weniger Angst (g = 0,17; 0,03-0,31) verbunden. Die Studienqualität erklärte 58 % und 76 % der Heterogenität; methodisch strengere Studien zeigten konsistentere Ergebnisse.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Kein Hinweis, dass der Verzehr von Fleisch Menschen ängstlich macht; der Zusammenhang ist schwach und nicht ursächlich.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Überwiegend Querschnittsstudien; nicht spezifisch für Geflügel; mögliche umgekehrte Kausalität (Menschen mit psychischen Erkrankungen könnten ihre Ernährung ändern)

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Sehr indirekte Evidenz gegen die Behauptung.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Überwiegend westliche Bevölkerungen.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann nicht sagen, dass Fleisch die psychische Gesundheit schützt.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Dobersek U et al.
Fachzeitschrift
Crit Rev Food Sci Nutr
Jahr
2023
Identifikator
PMID 34612096 DOI 10.1080/10408398.2021.1974336
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Unterscheiden sich Fleischkonsumierende und Menschen mit Fleischverzicht hinsichtlich Depression und Angst?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Metaanalyse – Metaanalyse von 20 Primärstudien, die Fleischkonsumierende und Menschen mit Fleischverzicht vergleichen
Population

Erwachsene in 20 Studien

Land

multinational

Zeitraum

Suche Juni 2020

Stichprobengröße

171.802 Teilnehmende (157.778 Fleischkonsumierende; 13.259 Personen mit Fleischverzicht)

Ein- und Ausschlusskriterien

wie im Abstract beschrieben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Fleischverzehr

Vergleichsgruppe

Fleischverzicht

Endpunkte

Depression, Angst

Statistische Methoden

wie im Abstract berichtet

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Fleischverzehr war im Vergleich zum Verzicht mit weniger Depression (Hedges g = 0,216; 0,14-0,30) und weniger Angst (g = 0,17; 0,03-0,31) verbunden. Die Studienqualität erklärte 58 % und 76 % der Heterogenität; methodisch strengere Studien zeigten konsistentere Ergebnisse.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Fleischverzehr war mit besserer psychischer Gesundheit verbunden; kausale und zeitliche Schlussfolgerungen sind ausgeschlossen.

6. Stärken

  • Große gepoolte Stichprobe
  • Heterogenität untersucht

7. Schwächen

  • Überwiegend Querschnittsstudien
  • Nicht spezifisch für Geflügel
  • Mögliche umgekehrte Kausalität (Menschen mit psychischen Erkrankungen könnten ihre Ernährung ändern)

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
AMSTAR 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Nur Abstract; Finanzierung nicht angegeben.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

In ungefähre OR umgerechnet (stats/C-CHK-02_meat_mental.py): Angst etwa 1,36, Depression etwa 1,48 bei Menschen mit Fleischverzicht im Vergleich zu Fleischkonsumierenden; klein und beobachtend.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Indirekt: Wenn Fleisch (einschließlich Hühnerfleisch) Panik oder Angst verursachen würde, wäre bei Fleischessern mehr Angst zu erwarten; beobachtet wurde das Gegenteil.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

13. Methodisches Gesamturteil

Bei Zusammenführung von 20 Studien hatten Fleischesser etwas weniger Angst und Depression als Menschen, die Fleisch meiden.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätniedrig
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzsehr indirekt
Reproduzierbarkeitunbekannt
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks