Systematischer Reviewunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-CHK-107 Standardprüfung

Angststörungen sind seit 1990 weltweit häufiger geworden

Updated trends in the global prevalence and burden of mental disorders, 1990-2023: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2023.

Kurzüberblick

GBD 2023 Mental Disorder Collaborators. Lancet 2026 · PMID 42167272 · DOI 10.1016/S0140-6736(26)00519-2

Die altersstandardisierte Häufigkeit von Angststörungen stieg zwischen 1990 und 2023.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Wie veränderten sich Prävalenz und Krankheitslast psychischer Störungen von 1990 bis 2023?

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Systematische Analyse und Bayessche Metaregression (GBD 2023)

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

204 Länder

Was wurde tatsächlich festgestellt?

1,17 Milliarden prävalente Fälle im Jahr 2023; die altersstandardisierte Prävalenz aller psychischen Störungen +24,2 % (11,4-41,4) seit 1990; deutliche Zunahmen der altersstandardisierten Prävalenz bei Angststörungen, Major Depression und anderen. Angststörungen lagen auf Rang 11 von 304 Ursachen für DALYs.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

1,17 Milliarden prävalente Fälle im Jahr 2023; die altersstandardisierte Prävalenz aller psychischen Störungen +24,2 % (11,4-41,4) seit 1990; deutliche Zunahmen der altersstandardisierten Prävalenz bei Angststörungen, Major Depression und anderen. Angststörungen lagen auf Rang 11 von 304 Ursachen für DALYs.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Die Beobachtung, dass Angst häufiger ist, ist teilweise richtig; die Ursache wird nicht gezeigt.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Modellierte Schätzungen, spärliche Daten in vielen Ländern; keine Informationen zu den Ursachen der Trends; Korrektur veröffentlicht (Lancet 2026;408:698)

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt nur die Beobachtung des Trends, nicht die Zuschreibung an die Hühnerproduktion.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Umfasst europäische und nordafrikanische Länder.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann den Trend keinem Lebensmittel zuschreiben.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
GBD 2023 Mental Disorder Collaborators
Fachzeitschrift
Lancet
Jahr
2026
Identifikator
PMID 42167272 DOI 10.1016/S0140-6736(26)00519-2
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen

ErratumIn: Lancet 2026;408(10556):698 (doi 10.1016/S0140-6736(26)01659-4)

Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Gates Foundation, Queensland Health, University of Queensland (Abstract)

2. Forschungsfrage

Wie veränderten sich Prävalenz und Krankheitslast psychischer Störungen von 1990 bis 2023?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Systematischer Review – Systematische Analyse und Bayessche Metaregression (GBD 2023)
Population

Weltbevölkerung, 204 Länder und Gebiete

Land

global

Zeitraum

1990-2023

Stichprobengröße

204 Länder

Ein- und Ausschlusskriterien

wie im Abstract beschrieben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Zeit (1990-2023)

Vergleichsgruppe

1990

Endpunkte

Prävalenz, DALYs von 12 psychischen Störungen, einschließlich Angststörungen

Statistische Methoden

wie im Abstract berichtet

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

1,17 Milliarden prävalente Fälle im Jahr 2023; die altersstandardisierte Prävalenz aller psychischen Störungen +24,2 % (11,4-41,4) seit 1990; deutliche Zunahmen der altersstandardisierten Prävalenz bei Angststörungen, Major Depression und anderen. Angststörungen lagen auf Rang 11 von 304 Ursachen für DALYs.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Psychische Störungen verursachen in allen Ländern eine große und teils zunehmende Krankheitslast; eine stärkere Überwachung ist nötig.

6. Stärken

  • Global standardisierte Methode
  • Unsicherheitsintervalle

7. Schwächen

  • Modellierte Schätzungen, spärliche Daten in vielen Ländern
  • Keine Informationen zu den Ursachen der Trends
  • Korrektur veröffentlicht (Lancet 2026;408:698)

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
none applicable
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
nicht beurteilbar
Begründung

Modellierungsstudie; keine Kausalanalyse.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Zeigt eine Zunahme der altersstandardisierten Prävalenz von Angst, was die Beobachtung von mehr Angst teilweise stützt, nennt aber keine Ursache.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Prüft die sachliche Prämisse, dass Angst/Panik häufiger geworden sind; sagt nichts über Hühnerfleisch aus.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

13. Methodisches Gesamturteil

Die altersstandardisierte Prävalenz von Angststörungen nahm zwischen 1990 und 2023 zu.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikonicht beurteilbar
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitunbekannt
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks