Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-CHM-115 Standardprüfung

Lebenslange Gesundheitsprobleme nach Krebs im Kindesalter

The cumulative burden of surviving childhood cancer: an initial report from the St Jude Lifetime Cohort Study (SJLIFE).

Kurzüberblick

Bhakta N et al.. Lancet 2017 · PMID 28890157 · DOI 10.1016/S0140-6736(17)31610-0

Mit 50 Jahren hatten Überlebende im Durchschnitt 4,7 ernste Gesundheitsprobleme gegenüber 2,3 bei Menschen ohne Krebs im Kindesalter.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Ja · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Alle Gesundheitsprobleme bei Überlebenden erfassen

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Kohorte mit klinischer Untersuchung

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

3010 untersuchte Überlebende

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Hohe Belastung

Wie groß war der beobachtete Effekt?

4,7 vs. 2,3 schwere Erkrankungen bis zum Alter von 50 Jahren

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Überlebende brauchen lebenslange Kontrolluntersuchungen

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Ein einzelnes Zentrum; alte Behandlungen

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt die Behauptung zur Belastung

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Mäßig

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann dies nicht gegen die geretteten Leben abwägen

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Bhakta N et al.
Fachzeitschrift
Lancet
Jahr
2017
Identifikator
PMID 28890157 DOI 10.1016/S0140-6736(17)31610-0
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 (PublicationType and CommentsCorrections checked); Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

NCI, St Baldrick's Foundation, ALSAC.

2. Forschungsfrage

Wie hoch ist die kumulative Belastung durch chronische Gesundheitsprobleme bei erwachsenen Überlebenden einer Krebserkrankung im Kindesalter?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Retrospektive Kohorte mit prospektiver klinischer Untersuchung (SJLIFE)
Population

10-Jahres-Überlebende, die am St Jude behandelt wurden, Alter >=18, und Kontrollen aus der Allgemeinbevölkerung

Land

USA

Zeitraum

Im Abstract nicht angegeben; Berechtigung zum Stichtag 30. Juni 2015 geprüft

Stichprobengröße

5522 berechtigt; 3010 klinisch untersucht

Ein- und Ausschlusskriterien

Überlebt >=10 Jahre, Alter >=18

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Krebsbehandlung im Kindesalter (21 Expositionsvariablen)

Vergleichsgruppe

Nach Alter und Geschlecht gematchte Kontrollen aus der Allgemeinbevölkerung

Endpunkte

168 chronische Erkrankungen, nach CTCAE graduiert

Statistische Methoden

Mittlere kumulative Anzahl; Marked-Point-Process-Regression; multiple Imputation

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Kumulative Inzidenz im Alter von 50 Jahren: 99,9 % für irgendeine Erkrankung vom Grad 1-5 und 96,0 % für Grad 3-5. Mittlere kumulative Anzahl bis zum Alter von 50 Jahren: 17,1 Erkrankungen (4,7 vom Grad 3-5) vs. 9,2 (2,3 vom Grad 3-5) bei den Kontrollen. Höhere Belastung bei höherem Alter bei Diagnose, Behandlungsepoche und höheren Strahlendosen am Gehirn bzw. Brustkorb.

Absolute Risiken

Erkrankungen vom Grad 3-5 bis zum Alter von 50 Jahren: 4,7 pro Überlebende bzw. Überlebendem vs. 2,3 pro Kontrollperson

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die Belastung durch chronische Erkrankungen bei Überlebenden ist erheblich und sehr unterschiedlich.

6. Stärken

  • Klinische Untersuchung statt Selbstauskunft
  • Umfassende Graduierung

7. Schwächen

  • Einzelne Einrichtung
  • 45,5 % klinisch nicht beurteilbar (imputiert)
  • Grad 3 umfasst Erkrankungen wie behandelten Bluthochdruck

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Imputation für fehlende Teilnehmende; ein einzelnes Zentrum.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Belastungsverhältnis etwa 2,0 für Erkrankungen vom Grad 3-5 im Vergleich zu den Kontrollen (stats/C-CHM-06.py).

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Stützt die Behauptung, dass Überlebende eine große Last chronischer Erkrankungen tragen; zeigt, dass die Zahl des Archivs die Gesamtbelastung nicht übertreibt, aber „62 %“ fälschlich schweren Erkrankungen zuordnet.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Gibson 2018 (I-CHM-114): rückläufige Belastung in späteren Epochen.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Mit Vorsicht übertragbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Starke Evidenz für eine hohe kumulative Belastung.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Belastung unter modernen Protokollen.

15. Verknüpfte Faktenchecks