Metaanalyseunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-EGG-114 Standardprüfung

Hohes TMAO im Blut ist mit Herzereignissen verbunden

Gut microbe-generated metabolite trimethylamine-N-oxide as cardiovascular risk biomarker: a systematic review and dose-response meta-analysis.

Kurzüberblick

Schiattarella GG et al.. Eur Heart J 2017 · PMID 29020409 · DOI 10.1093/eurheartj/ehx342

Menschen mit hohem TMAO hatten mehr Herz-Kreislauf-Ereignisse (HR 1,67) und Todesfälle (HR 1,91).

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Studien zu TMAO und Endpunkten zusammenführen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Metaanalyse.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

26.167.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Positiver Zusammenhang.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

MACCE HR 1,67 (1,33-2,11).

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

TMAO ist ein Risikomarker, doch das zeigt nicht, dass Eier es erhöhen.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Heterogen; Confounding durch Nierenerkrankung.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt nur die Verbindung über den Biomarker.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Allgemeingültig.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Sie kann nicht zeigen, dass TMAO Krankheit verursacht oder dass Eier eine Rolle spielen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Schiattarella GG et al.
Fachzeitschrift
Eur Heart J
Jahr
2017
Identifikator
PMID 29020409 DOI 10.1093/eurheartj/ehx342
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

nicht im Abstract angegeben

2. Forschungsfrage

Sind TMAO-Plasmaspiegel mit der Sterblichkeit und mit schweren unerwünschten kardio- und zerebrovaskulären Ereignissen verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Metaanalyse – Systematischer Review und Dosis-Wirkungs-Metaanalyse klinischer Studien
Population

17 klinische Studien, 26.167 Personen

Land

Multinational

Zeitraum

Suche bis April 2017

Stichprobengröße

26.167

Ein- und Ausschlusskriterien

im Abstract nicht näher beschrieben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Hohes TMAO im Plasma

Vergleichsgruppe

Niedriges TMAO im Plasma

Endpunkte

Gesamtsterblichkeit; MACCE

Statistische Methoden

Random-Effects-Modell; Dosis-Wirkungs-Beziehung

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Hohes TMAO: Gesamtsterblichkeit HR 1,91 (1,40-2,61; I2 94 %); MACCE HR 1,67 (1,33-2,11; I2 46 %). Pro 10 umol/L TMAO: Sterblichkeit RR 1,07 (1,04-1,11).

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Positiver, dosisabhängiger Zusammenhang zwischen TMAO-Plasmaspiegeln und erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko und erhöhter Sterblichkeit.

6. Stärken

  • Dosis-Wirkungs-Analyse

7. Schwächen

  • Sehr hohe Heterogenität bei der Sterblichkeit
  • Überwiegend Patientenkohorten; Confounding durch die Nierenfunktion
  • Zusammenhang, keine Kausalität

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
AMSTAR 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Biomarker-Zusammenhang; umgekehrte Kausalität möglich.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Der Zusammenhang besteht mit TMAO im Blut, nicht mit dem Eierverzehr; pro 10 umol/L steigt die Sterblichkeit nur um 7 %.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Stützt den Teil der Behauptung, dass ein hohes TMAO im Blut mit Herz-Kreislauf-Ereignissen verbunden ist; verknüpft Eier weder mit TMAO noch mit Ereignissen.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Mendelsche Randomisierung (I-EGG-115) deutet auf Confounding/umgekehrte Kausalität hin.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Allgemeingültig.

13. Methodisches Gesamturteil

Echter Biomarker-Zusammenhang, Kausalität ungewiss.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Ist TMAO eine Ursache oder ein Marker für Nieren- bzw. Stoffwechselerkrankungen?

15. Verknüpfte Faktenchecks