Querschnittsstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-GUT-113 Tiefenprüfung

Normaler Bauchdruck bei gesunden Menschen

Normal intraabdominal pressure in healthy adults.

Kurzüberblick

Cobb WS et al.. J Surg Res 2005 · PMID 16140336 · DOI 10.1016/j.jss.2005.06.015

Husten und Springen erhöhen den Druck im Bauchraum bei gesunden jungen Erwachsenen kurzzeitig auf über 100 mmHg, ohne Schaden.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: niedrig

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Den normalen Bauchdruck messen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Messungen über einen Blasenkatheter.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

20 gesunde junge Erwachsene.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Sitzen 17, Stehen 20, Husten 108, Springen 171 mmHg.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Nicht zutreffend.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Kurze Druckanstiege gehören zum normalen Leben.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Winzige Studie; Werte im Stehen.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Untergräbt die Vorstellung, dass der Druck bei Blähungen die Durchblutung abschneidet.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Allgemeingültig.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Der Druck nach Mahlzeiten wurde nicht gemessen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Cobb WS et al.
Fachzeitschrift
J Surg Res
Jahr
2005
Identifikator
PMID 16140336 DOI 10.1016/j.jss.2005.06.015
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Wie hoch ist der normale intraabdominelle Druck bei gesunden Erwachsenen bei Alltagsaktivitäten?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Querschnittsstudie – Physiologische Messstudie (Blasendruck) an gesunden Freiwilligen
Population

20 gesunde, nicht adipöse Erwachsene im Alter von 18-30 Jahren ohne frühere Bauchoperation

Land

USA

Zeitraum

Veröffentlicht 2005

Stichprobengröße

20

Ein- und Ausschlusskriterien

Gesund, <=30 Jahre

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

13 Aktivitäten (Sitzen, Stehen, Husten, Springen, Heben)

Vergleichsgruppe

Innerhalb der Personen

Endpunkte

IAP über einen transurethralen Blasenkatheter

Statistische Methoden

t-Tests, Korrelationen

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Mittlerer IAP im Sitzen 16,7 und im Stehen 20 mmHg; Husten 107,6 und Springen 171 mmHg; der IAP korrelierte bei 5 von 13 Übungen mit dem BMI.

Absolute Risiken

Nicht zutreffend

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Der normale intraabdominelle Druck (IAP) korreliert mit dem BMI; Husten und Springen erzeugen die höchsten Drücke.

6. Stärken

  • Direkte Messung bei gesunden Menschen

7. Schwächen

  • Sehr klein
  • Messungen im Stehen sind nicht mit dem Standard der Intensivmedizin im Liegen vergleichbar
  • Keine Mahlzeit als Bedingung

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
none applicable
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Kleine physiologische Studie.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Kurze Spitzen erreichen das 9-14-Fache des Schwellenwerts für die intraabdominelle Hypertension (IAH) ohne Schaden (stats/C-GUT-04_07_08_misc.py).

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Zeigt, dass kurzzeitige Druckanstiege normal und harmlos sind; die Schwellenwerte für das Kompartmentsyndrom beziehen sich auf anhaltenden Druck im Liegen mit Organversagen.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Weder eine Mahlzeit noch Blähungen wurden geprüft.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Allgemeingültige Physiologie.

13. Methodisches Gesamturteil

Indirekt, aber relevant: Ein kurzzeitiger Druck bedroht keine Organe.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätniedrig
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitunbekannt
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

IAP bei Blähungen nach dem Essen.

15. Verknüpfte Faktenchecks