Systematischer Reviewunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-LEG-108 Standardprüfung

Medikamente und G6PD-Mangel: Was sagt die Evidenz?

Medications and glucose-6-phosphate dehydrogenase deficiency: an evidence-based review.

Kurzüberblick

Youngster I et al.. Drug Saf 2010 · PMID 20701405 · DOI 10.2165/11536520-000000000-00000

Nur für sieben Medikamente gab es solide Evidenz, dass sie eine Hämolyse verursachen; viele andere wurden zu Unrecht beschuldigt.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Die Arzneimittelsicherheit bei G6PD-Mangel prüfen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Literaturübersicht.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

Veröffentlichte Berichte bis 2009.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Sieben Arzneimittel, die eindeutig zu meiden sind.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Nicht zutreffend.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Die meisten Medikamente sind in normalen Dosen sicher, aber einige müssen gemieden werden.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Nur Abstract; älter.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Begrenzt den Teil zu Aspirin/Antibiotika in C-LEG-05.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Allgemeingültig.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Sie betrifft nicht andere Lebensmittel als Arzneimittel.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Youngster I et al.
Fachzeitschrift
Drug Saf
Jahr
2010
Identifikator
PMID 20701405 DOI 10.2165/11536520-000000000-00000
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref works API
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Im Abstract nicht angegeben.

2. Forschungsfrage

Welche Medikamente sollten bei G6PD-Mangel auf Grundlage der Evidenz gemieden werden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Systematischer Review – Evidenzbasierte Literaturübersicht zu Medikamenten bei G6PD-Mangel (MEDLINE, PubMed, Cochrane, Lehrbücher bis Mai 2009)
Population

Patientinnen und Patienten mit G6PD-Mangel (Literatur)

Land

International (Autoren in Israel)

Zeitraum

Literatur 1950–2009

Stichprobengröße

Nicht zutreffend

Ein- und Ausschlusskriterien

Studien und Fallberichte zur Anwendung von Medikamenten und zum G6PD-Mangel.

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Medikamente

Vergleichsgruppe

Nicht zutreffend

Endpunkte

Hämolyse

Statistische Methoden

Qualitative Einteilung in drei Gruppen

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Solide Evidenz, nur sieben aktuelle Medikamente zu untersagen: Dapson, Methylthioniniumchlorid (Methylenblau), Nitrofurantoin, Phenazopyridin, Primaquin, Rasburicase und Toloniumchlorid (Toluidinblau); für andere Medikamente sprach keine Evidenz gegen die Anwendung in normalen therapeutischen Dosen. Viele Arzneimittel wurden wahrscheinlich zu Unrecht genannt, weil sie während infektionsbedingter Hämolyse gegeben wurden.

Absolute Risiken

Nicht zutreffend

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Ein evidenzbasierter globaler Konsens zur Anwendung von Medikamenten ist nötig; viele Arzneimittel wurden zu Unrecht verdächtigt.

6. Stärken

  • Ausdrückliche Suche in mehreren Quellen

7. Schwächen

  • Im Abstract keine formale Qualitätsbewertung beschrieben
  • Nur Abstract
  • Älter (2009)

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
AMSTAR 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Methoden des Reviews im Abstract nur teilweise beschrieben.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Nicht zutreffend.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Widerspricht der pauschalen Aussage, dass Aspirin und Antibiotika eine Hämolyse auslösen; nur bestimmte Wirkstoffe (zwei antimikrobielle Mittel: Dapson, Nitrofurantoin) sind gut belegt.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Krankenhausmerkblätter nennen mehr Arzneimittel (I-LEG-110).

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Allgemeingültig.

13. Methodisches Gesamturteil

Im Einklang mit der späteren CPIC-Leitlinie (I-LEG-107).

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissenicht anwendbar
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Keine besonderen.

15. Verknüpfte Faktenchecks