Systematischer Reviewunabhängige Gegenprüfungnur Abstract geprüft★ wichtige Studie I-ODD-08 Tiefenprüfung

Metformin und Laktatazidose: Cochrane-Review

Risk of fatal and nonfatal lactic acidosis with metformin use in type 2 diabetes mellitus.

Kurzüberblick

Salpeter SR et al.. Cochrane Database Syst Rev 2010 · PMID 20393934 · DOI 10.1002/14651858.CD002967.pub4

Keine Fälle von Laktatazidose in etwa 70.000 Patientenjahren der Metformin-Anwendung.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Inzidenz der Laktatazidose und Laktatwerte unter Metformin

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Systematischer Cochrane-Review vergleichender Studien und Kohorten

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

347 Studien; 70.490 Patientenjahre mit Metformin vs. 55.451 ohne Metformin; Typ-2-Diabetes in Studien/Kohorten >= 1 Monat

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Keine Fälle; kein Unterschied beim Laktat.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Obergrenze 4,3/100.000 PJ

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Eine Übersäuerung durch Metformin ist extrem selten.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Studien schlossen oft Hochrisikopatientinnen und -patienten aus

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht C-ODD-01.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

International.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Risiko bei schwerem Nierenversagen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Salpeter SR et al.
Fachzeitschrift
Cochrane Database Syst Rev
Jahr
2010
Identifikator
PMID 20393934 DOI 10.1002/14651858.CD002967.pub4
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-25 (this agent)
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Keine bekannt.

2. Forschungsfrage

Inzidenz der Laktatazidose und Laktatwerte unter Metformin

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Systematischer Review – Systematischer Cochrane-Review vergleichender Studien und Kohorten
Population

Typ-2-Diabetes in Studien/Kohorten >= 1 Monat

Land

International

Zeitraum

Suche bis etwa 2009

Stichprobengröße

347 Studien; 70.490 Patientenjahre mit Metformin vs. 55.451 ohne Metformin

Ein- und Ausschlusskriterien

Wie im Abstract beschrieben; Details im Abstract nicht verfügbar.

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Metformin

Vergleichsgruppe

Placebo/andere Wirkstoffe

Endpunkte

Tödliche/nicht tödliche Laktatazidose; Laktat

Statistische Methoden

Poisson-Obergrenzen; WMD

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

In keiner der beiden Gruppen Fälle von Laktatazidose; Obergrenze der tatsächlichen Inzidenz 4,3 vs. 5,4 pro 100.000 Patientenjahre; kein Unterschied bei den Laktatwerten.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Keine Evidenz, dass Metformin im Vergleich zu anderen Behandlungen Laktatazidose oder Laktat erhöht.

6. Stärken

  • Sehr große gepoolte Exposition
  • Cochrane-Methodik

7. Schwächen

  • Studien schlossen oft Hochrisikopatientinnen und -patienten aus

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
AMSTAR 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig
Begründung

Cochrane-Review; die Auswahl von Patientinnen und Patienten mit niedrigem Risiko schränkt die Verallgemeinerbarkeit ein.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Seltenes Ereignis; Obergrenzen sehr niedrig.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Widerspricht C-ODD-01.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Fallberichte bei Nierenversagen.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

International.

13. Methodisches Gesamturteil

Starke Evidenz, dass Laktatazidose sehr selten ist.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Keine über die genannten hinaus.

15. Verknüpfte Faktenchecks