Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-PPI-117 Tiefenprüfung

Kein zusätzliches Krebsrisiko durch Ranitidin

Ranitidine Use and Incident Cancer in a Multinational Cohort.

Kurzüberblick

You SC et al.. JAMA Netw Open 2023 · PMID 37725377 · DOI 10.1001/jamanetworkopen.2023.33495

Bei 1,2 Millionen Menschen aus 7 Ländern erkrankten Ranitidin-Anwendende nicht häufiger an Krebs als Anwendende ähnlicher Medikamente.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Das Krebsrisiko nach Ranitidin prüfen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Multinationale Kohortenstudie.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

1.183.999 Anwendende.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

HR 1,04 (0,97–1,12).

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Unterschied von 0,27 pro 1000 PY.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Eine frühere Anwendung von Ranitidin hat wahrscheinlich keinen Krebs verursacht.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Begrenzte Nachbeobachtung.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht den Schlussfolgerungen aus ‚320.000 ng im Magen‘.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Schließt Europa ein.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Sehr langfristige Wirkungen lassen sich nicht ausschließen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
You SC et al.
Fachzeitschrift
JAMA Netw Open
Jahr
2023
Identifikator
PMID 37725377 DOI 10.1001/jamanetworkopen.2023.33495
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Förderung durch nicht US-amerikanische Regierungsstellen; COI nicht im Abstract

2. Forschungsfrage

Ist Ranitidin mit einem höheren Krebsrisiko verbunden als andere H2RA?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Multinationales Netzwerk von Kohorten neuer Anwender mit aktivem Vergleichspräparat (OHDSI; 11 Datenbanken)
Population

Erwachsene ohne frühere Krebserkrankung, die H2RA >30 Tage anwendeten

Land

USA, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Spanien, Frankreich, Südkorea, Taiwan

Zeitraum

1986–2020

Stichprobengröße

1.183.999 (909.168 Ranitidin; 274.831 andere H2RA)

Ein- und Ausschlusskriterien

1 Jahr Auswaschphase; keine Krebserkrankung in der Vorgeschichte

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Ranitidin

Vergleichsgruppe

Famotidin, Lafutidin, Nizatidin, Roxatidin

Endpunkte

Jede Krebserkrankung (ohne nicht melanozytären Hautkrebs); 16 Untertypen; Sterblichkeit

Statistische Methoden

Propensity-Matching im großen Maßstab, Kalibrierung mit Negativkontrollen, Metaanalyse mit Random-Effects-Modell

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Nach dem Matching: 15,92 vs. 15,65 Krebserkrankungen pro 1000 PY; kalibrierte HR 1,04 (0,97–1,12); keine signifikanten Zusammenhänge bei den sekundären Endpunkten.

Absolute Risiken

Differenz 0,27 pro 1000 Personenjahre (nicht signifikant)

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die Anwendung von Ranitidin war im Vergleich zu anderen H2-Blockern nicht mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziiert.

6. Stärken

  • Sehr groß, multinational
  • Empirische Kalibrierung

7. Schwächen

  • Begrenzte Dauer der Nachbeobachtung
  • Beobachtungsstudie

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig
Begründung

Aktives Vergleichspräparat und Kalibrierung; verbleibende Verzerrung gering.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Das KI schließt einen relativen Anstieg von >12 % aus (stats/C-PPI-08_ranitidine.py).

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Hätte Ranitidin im Magen riesige Mengen NDMA gebildet, wäre ein Überschuss an Krebserkrankungen zu erwarten gewesen; es wurde keiner gefunden.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Krebserkrankungen mit langer Latenz erfordern möglicherweise eine längere Nachbeobachtung.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Schließt europäische Datenbanken ein.

13. Methodisches Gesamturteil

Starke Evidenz gegen eine klinisch relevante NDMA-Bildung im Körper (in vivo).

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Sehr langfristige Wirkungen.

15. Verknüpfte Faktenchecks