Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-RES-109 Standardprüfung

Kein Zusammenhang zwischen Bio-Lebensmitteln und Krebs insgesamt in Dänemark

Organic food consumption and the incidence of cancer in the Danish diet, cancer and health cohort.

Kurzüberblick

Andersen JLM et al.. Eur J Epidemiol 2023 · PMID 36592285 · DOI 10.1007/s10654-022-00951-9

Über 15 Jahre hing der Verzehr von Bio-Lebensmitteln nicht mit dem Krebsrisiko insgesamt zusammen.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Ist der Verzehr von Bio-Lebensmitteln mit der Krebshäufigkeit verbunden?

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Prospektive Kohorte (Diet, Cancer and Health)

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

41.928 Teilnehmende; 9.675 Krebserkrankungen

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Kein Zusammenhang mit Krebs insgesamt. Magenkrebs niedriger (niedrig: HR 0,50, 0,32-0,78; mittel 0,50, 0,32-0,80; hoch 0,54, 0,27-1,07); Non-Hodgkin-Lymphom höher (niedrig 1,45, 1,01-2,10; hoch 1,97, 1,28-3,04).

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Kein Zusammenhang mit Krebs insgesamt. Magenkrebs niedriger (niedrig: HR 0,50, 0,32-0,78; mittel 0,50, 0,32-0,80; hoch 0,54, 0,27-1,07); Non-Hodgkin-Lymphom höher (niedrig 1,45, 1,01-2,10; hoch 1,97, 1,28-3,04).

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Kein klarer Nutzen für das Krebsrisiko durch den Verzicht auf konventionelle Produkte.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Bio-Verzehr einmal berichtet; viele lokalisationsspezifische Tests

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht einer großen Rolle von Rückständen.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Dänische (EU-)Daten.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Nur Ersatz-Exposition.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Andersen JLM et al.
Fachzeitschrift
Eur J Epidemiol
Jahr
2023
Identifikator
PMID 36592285 DOI 10.1007/s10654-022-00951-9
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Independent Research Fund Denmark; Danish Cancer Society (Förderliste in PubMed)

2. Forschungsfrage

Ist der Verzehr von Bio-Lebensmitteln mit der Krebshäufigkeit verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive Kohorte (Diet, Cancer and Health)
Population

Dänische Erwachsene

Land

Dänemark

Zeitraum

Mediane Nachbeobachtung 15 Jahre

Stichprobengröße

41.928 Teilnehmende; 9.675 Krebserkrankungen

Ein- und Ausschlusskriterien

wie im Abstract beschrieben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Bio-Lebensmittel-Score (nie/niedrig/mittel/hoch)

Vergleichsgruppe

Nie

Endpunkte

Neu aufgetretener Krebs insgesamt und nach Lokalisation

Statistische Methoden

wie im Abstract berichtet

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Kein Zusammenhang mit Krebs insgesamt. Magenkrebs niedriger (niedrig: HR 0,50, 0,32-0,78; mittel 0,50, 0,32-0,80; hoch 0,54, 0,27-1,07); Non-Hodgkin-Lymphom höher (niedrig 1,45, 1,01-2,10; hoch 1,97, 1,28-3,04).

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Stützt keinen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Bio-Lebensmitteln und Krebs insgesamt.

6. Stärken

  • Lange Nachbeobachtung
  • Endpunkte aus Registern

7. Schwächen

  • Bio-Verzehr einmal berichtet
  • Viele lokalisationsspezifische Tests

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Beobachtend; Multiplizität.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Die lokalisationsspezifischen Ergebnisse widersprechen anderen Kohorten (die Richtung beim NHL ist entgegengesetzt zu Bradbury), was auf Zufall hindeutet.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Unabhängiger Replikationstest zu Bio-Lebensmitteln und Krebs.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

13. Methodisches Gesamturteil

Über 15 Jahre hinweg stand der Verzehr von Bio-Lebensmitteln nicht mit dem Krebsrisiko insgesamt in Zusammenhang.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzinkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks