Labor-/Zellstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-SOD-112 Standardprüfung
Kohlensäurehaltiges Mineralwasser greift den Zahnschmelz kaum an
Investigation of mineral waters and soft drinks in relation to dental erosion.
Kurzüberblick
Parry J et al.. J Oral Rehabil 2001 · PMID 11556958 · DOI 10.1046/j.1365-2842.2001.00795.x
In Labortests lösten kohlensäurehaltige Mineralwässer den Zahnschmelz etwa 100-mal weniger an als Erfrischungsgetränke.
Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat
Verständliche Zusammenfassung
Studie einfach erklärt
- Was wollten die Forschenden herausfinden?
Das zahnauflösende Potenzial von Wässern und Softdrinks vergleichen.
- Wie wurde die Studie durchgeführt?
Labortests an extrahierten Zähnen.
- Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?
Nicht zutreffend.
- Was wurde tatsächlich festgestellt?
Mineralwässer waren kaum erosiv; die Kohlensäure trug wenig bei.
- Wie groß war der beobachtete Effekt?
~100-mal weniger Auflösung als Softdrinks.
- Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?
Reines Sprudelwasser ist für die Zähne viel schonender als Softdrinks.
- Welche Einschränkungen hat die Studie?
Nur Labor.
- Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?
Widerspricht einem pauschalen Verbot von Sprudelwasser.
- Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?
Anwendbar.
- Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?
Kann die Wirkungen nicht für jeden Mund vorhersagen.
Wissenschaftliche Detailprüfung
1. Vollständige Quellenangabe
- Autorinnen und Autoren
- Parry J et al.
- Fachzeitschrift
- J Oral Rehabil
- Jahr
- 2001
- Identifikator
- PMID 11556958 DOI 10.1046/j.1365-2842.2001.00795.x
- Verifizierung
- verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref 2026-10-26
- Zurückgezogen
- nein
- Korrekturen
- keine
- Geprüfter Umfang
- nur Abstract
- Interessenkonflikte und Finanzierung
Im Abstract-Eintrag nicht angegeben
2. Forschungsfrage
Welches erosive Potenzial haben stille und sprudelnde Mineralwässer im Vergleich zu Softdrinks?
3. Studiendesign und Population
- Studiendesign
- Labor-/Zellstudie – In-vitro-Auflösungstests mit extrahierten menschlichen Zähnen und Hydroxylapatit
- Population
Extrahierte menschliche Zähne; pulverisiertes Hydroxylapatit
- Land
Vereinigtes Königreich
- Zeitraum
2001
- Stichprobengröße
Nicht zutreffend
- Ein- und Ausschlusskriterien
Nicht zutreffend
4. Methoden und Endpunkte
- Exposition / Intervention
Stille und sprudelnde Mineralwässer
- Vergleichsgruppe
Softdrinks
- Endpunkte
Mineralauflösung
- Statistische Methoden
Laborvergleiche
5. Tatsächliche Ergebnisse
- Ergebnisse
Die Auflösung war bei allen Mineralwässern sehr gering (bei mehreren stillen Wässern nicht nachweisbar). Sprudelwässer zeigten eine etwas stärkere Auflösung als stille Wässer, aber etwa hundertmal weniger als die Vergleichs-Softdrinks. Das Entgasen verringerte die Auflösung, aber die Werte waren niedrig, was nahelegt, dass die Kohlensäure an sich kein wichtiger erosiver Faktor ist.
- Absolute Risiken
nicht zutreffend
- Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren
Mineralwässer scheinen eine sichere Alternative zu erosiveren sauren Getränken zu bieten.
6. Stärken
- Direkter Vergleich von Sprudelwasser und Softdrinks
- Menschlicher Zahnschmelz
7. Schwächen
- In vitro; kein Speichel und keine klinischen Endpunkte
- Finanzierung im Abstract nicht angegeben
8. Risiko systematischer Verzerrungen
- Orientierendes Instrument
- none applicable
- Art der Einschätzung
- vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
- Formale Vollbewertung
- nein
- Gesamturteil Biasrisiko
- nicht beurteilbar
- Begründung
Laborstudie.
9. Bewertung der statistischen Interpretation
Der Größenordnungsunterschied (~100-fach) ist robust gegenüber üblichen Schwankungen im Labor.
10. Relevanz für die konkrete Aussage
Widerspricht C-SOD-14 für die Zähne: Reines sprudelndes Mineralwasser hat im Vergleich zu Softdrinks ein sehr geringes erosives Potenzial.
11. Unabhängige Gegenbefunde
Aromatisierte Sprudelwässer mit zugesetzten Säuren können erosiv sein (Parry 2007, nicht aufgenommen).
12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa
Anwendbar.
13. Methodisches Gesamturteil
Die Kohlensäure selbst trägt wenig zur Erosion bei; die Säuren in Softdrinks sind der Hauptfaktor.
| Mehrdimensionale Bewertung | |
|---|---|
| Authentizität der Quelle | verifiziert |
| Methodische Qualität | moderat |
| Biasrisiko | nicht beurteilbar |
| Präzision der Ergebnisse | nicht anwendbar |
| Direkte Relevanz | indirekt |
| Reproduzierbarkeit | teilweise repliziert |
| Konsistenz mit der Gesamtevidenz | konsistent |
| Regionale Übertragbarkeit | hoch |
| Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv) | nicht anwendbar |
14. Offene Fragen
Klinische Studien zu reinem Sprudelwasser und Erosion.
15. Verknüpfte Faktenchecks
- Alle kohlensäurehaltigen Wässer jeder Art (einschließlich ungesüßtem Sprudelwasser) sind schädlich und müssen gemieden werden. – Studien, die der Behauptung widersprechen oder sie einschränken