Querschnittsstudieunabhängige GegenprüfungVolltext geprüft I-SRC-119 Tiefenprüfung

Druck im Bauchraum in der späten Schwangerschaft und Bluthochdruck

The association between maternal intra-abdominal pressure and hypertension in pregnancy.

Kurzüberblick

Jayasundara S et al.. PLoS One 2023 · PMID 37851647 · DOI 10.1371/journal.pone.0284230

Der Druck im Bauchraum war am Geburtstermin hoch und bei Frauen mit Bluthochdruck etwas höher; die Studie war klein.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: niedrig

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Den Bauchdruck in der Schwangerschaft messen

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Querschnittsstudie

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

70 Frauen

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Hoher Druck am Termin; Zusammenhang mit Bluthochdruck unsicher

Wie groß war der beobachtete Effekt?

+1,6 mmHg antepartal (nicht signifikant)

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Der Bauchdruck steigt in der Schwangerschaft; seine Rolle bei Erkrankungen ist nicht belegt

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Klein; Berichtsfehler

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt nur die Plausibilität der Druckidee

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Mittel

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Dass Druck Komplikationen verursacht

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Jayasundara S et al.
Fachzeitschrift
PLoS One
Jahr
2023
Identifikator
PMID 37851647 DOI 10.1371/journal.pone.0284230
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works record checked
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
Volltext
Interessenkonflikte und Finanzierung

Keine spezifische Förderung; keine Interessenkonflikte.

2. Forschungsfrage

Sind der antepartale und der postpartale intraabdominelle Druck (IAP) mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Querschnittsstudie – Querschnittsstudie zum intravesikalen (intraabdominellen) Druck vor und nach der Kaiserschnittentbindung
Population

Frauen mit Einlingsschwangerschaft, die sich einer Kaiserschnittentbindung ohne Notfall unterzogen

Land

Sri Lanka

Zeitraum

2016-2017

Stichprobengröße

70 (55 normoton, 15 hyperton)

Ein- und Ausschlusskriterien

Antepartaler Kaiserschnitt ohne Notfall; Kaiserschnitte der Kategorie 1 und unter der Geburt ausgeschlossen

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Vergleichsgruppe

Normotensive Schwangerschaft

Endpunkte

Antepartaler und postpartaler IAP (mmHg)

Statistische Methoden

Multivariable lineare Regression, adjustiert für BMI, Geburtsgewicht, Parität

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Normotensiv am Termin: mittlerer antepartaler IAP 12,7 mmHg (11,6-13,8), postpartal 7,3 mmHg (6,5-8,0; das Abstract gibt fälschlich 11,6-13,8 an). Hypertensive Gruppe: antepartaler IAP-Koeffizient +1,617 mmHg (p=0,268, nicht signifikant); postpartaler IAP +2,519 mmHg (p=0,018); IAP-Reduktion -1,013 (p=0,179).

Absolute Risiken

nicht anwendbar

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Am Termin liegt der IAP bei normotensiven Schwangerschaften im Bereich der intraabdominellen Hypertension nicht schwangerer Menschen; ein höherer IAP ist mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft verbunden.

6. Stärken

  • Direkte IAP-Messung
  • Volltext gelesen

7. Schwächen

  • Klein (15 hypertensive)
  • Querschnittsstudie; kann keine Ursache zeigen
  • Antepartaler Unterschied nicht signifikant
  • Berichtsfehler (Konfidenzintervall im Abstract; „1,6-mal“ missdeutet einen additiven Koeffizienten)

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
hoch
Begründung

Klein, Querschnittsstudie, ausgewählte Kaiserschnittpopulation.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Das Konfidenzintervall im Abstract für den postpartalen Mittelwert schließt den Mittelwert aus (Kopierfehler); der in der Diskussion genannte „1,6-mal höhere IAP“ ist eine Differenz von 1,6 mmHg (~13 %), nicht signifikant (stats/C-SRC-65_jayasundara.py).

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Stützende Seite für den Teil zum Bauchdruck: Der IAP ist in der späten Schwangerschaft hoch und möglicherweise mit Bluthochdruck verbunden. Es ist schwache Evidenz aus einer Querschnittsstudie und sagt nichts über Cortisol aus.

11. Unabhängige Gegenbefunde

I-INTB-23 (Zusammenhang mit Präeklampsie nicht belegt).

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Die Physiologie ist übertragbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Stützung auf Hypothesenebene für einen Teil der Behauptung.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätniedrig
Biasrisikohoch
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitnicht repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzunbekannt
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)teilweise zutreffend, jedoch überinterpretiert

14. Offene Fragen

Prospektive IAP-Studien.

15. Verknüpfte Faktenchecks