Metaanalyseunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-SUG-106 Standardprüfung

Honig: kleine, unsichere Unterschiede im Stoffwechsel

Effect of honey on cardiometabolic risk factors: a systematic review and meta-analysis.

Kurzüberblick

Ahmed A et al.. Nutr Rev 2023 · PMID 36379223 · DOI 10.1093/nutrit/nuac086

Studien deuten darauf hin, dass Honig im Vergleich zur üblichen Ernährung Blutzucker und Blutfette leicht senken könnte, aber die Sicherheit ist niedrig, und nur wenige Studien verglichen Honig direkt mit Zucker.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Bewerten, wie Honig Herz- und Stoffwechsel-Risikofaktoren beeinflusst.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

18 kontrollierte Studien gepoolt.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

1105 Teilnehmende.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Kleine Verbesserungen bei einigen Blutfett- und Glucosewerten, überwiegend mit niedriger Sicherheit.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Nüchternglucose -0,20 mmol/L; HDL +0,07 mmol/L.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Honig bleibt eine Quelle freien Zuckers; ein etwaiger Vorteil ist gering.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Wenige direkte Vergleiche mit Zucker; mögliche Verbindungen zur Industrie.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stimmt zu, dass Honig überwiegend aus Zucker besteht, zeigt aber, dass er in der Wirkung möglicherweise nicht identisch ist.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Anwendbar.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann nicht zeigen, dass Honig in großen Mengen gesund ist.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Ahmed A et al.
Fachzeitschrift
Nutr Rev
Jahr
2023
Identifikator
PMID 36379223 DOI 10.1093/nutrit/nuac086
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Gefördert von CIHR; ein Autor (T.A.K.) gab Forschungsunterstützung des National Honey Board und der ILSI an; andere Autorinnen und Autoren gaben verschiedene Verbindungen zur Lebensmittelindustrie an (Erklärung im Volltext)

2. Forschungsfrage

Wie wirkt sich die orale Aufnahme von Honig auf kardiometabolische Risikofaktoren aus?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Metaanalyse – Systematischer Review und Metaanalyse kontrollierter Studien von mindestens 1 Woche (MEDLINE, Embase, Cochrane bis Januar 2021), GRADE; PROSPERO CRD42015023580
Population

Studienteilnehmende (gesund und mit Stoffwechselerkrankungen)

Land

International

Zeitraum

bis 4. Januar 2021

Stichprobengröße

18 kontrollierte Studien, 33 Vergleiche, 1105 Teilnehmende

Ein- und Ausschlusskriterien

Kontrollierte Studien von mindestens 1 Woche mit oraler Honigaufnahme

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Honig (mediane Dosis 40 g/Tag)

Vergleichsgruppe

Überwiegend übliche Ernährung (23 von 33 Vergleichen); Saccharose in 5, HFCS in 2, gemischt in 3 (Tabelle im Volltext)

Endpunkte

Körperfett, Blutzucker, Blutfette, Blutdruck, Harnsäure, Entzündung, NAFLD-Marker

Statistische Methoden

Inverse-Varianz-Pooling; mittlere Differenzen; GRADE

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Honig senkte die Nüchternglucose (MD -0,20 mmol/L, -0,37 bis -0,04; niedrige Sicherheit), das Gesamtcholesterin (-0,18 mmol/L), LDL-C (-0,16 mmol/L), die Nüchtern-Triglyceride (-0,13 mmol/L), ALT (-9,75 U/L) (alle niedrige Sicherheit) und erhöhte HDL-C (+0,07 mmol/L; hohe Sicherheit). Vorteile zeigten sich hauptsächlich bei Robinien-, Klee- und Rohhonig.

Absolute Risiken

nicht zutreffend

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Honig, vor allem Robinien-, Klee- und Rohhonig, kann bei Verzehr im Rahmen einer gesunden Ernährungsweise die Blutzuckerkontrolle und die Blutfette verbessern.

6. Stärken

  • GRADE-Bewertung
  • Vorab registriert
  • Subgruppen nach Blütenquelle und Verarbeitung

7. Schwächen

  • Die meisten Vergleiche gegen die übliche Ernährung, nicht gegen gleiche Zuckermengen
  • Kleine Studien, niedrige Sicherheit
  • Verbindungen der Autoren zur Förderung durch die Honigindustrie

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
AMSTAR 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Indirekte Vergleichsgruppe; mögliche Interessenkonflikte.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Kleine mittlere Unterschiede mit niedriger Sicherheit; da nur 5 von 33 Vergleichen Saccharose als Vergleichssubstanz verwendeten, sagen die Daten über Honig im direkten Vergleich mit Zucker wenig aus.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Ergänzt C-SUG-02 um eine Differenzierung: Honig besteht hauptsächlich aus Zucker, doch die Studien deuten auf kleine Unterschiede mit niedriger Sicherheit gegenüber der üblichen Ernährung bei einigen kardiometabolischen Markern hin. Sie zeigen nicht, dass Honig unbeschränkt gegessen werden kann.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Die Übersicht von Norouzzadeh 2025 (nicht aufgenommen) berichtete über mögliche nachteilige Wirkungen von Honig auf einige Marker; die WHO rechnet die Zucker im Honig zu den freien Zuckern.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

International; anwendbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Honig besteht chemisch überwiegend aus Zucker; mögliche kleine Unterschiede bei Stoffwechselmarkern sind unsicher und ändern nichts an der Empfehlung, freie Zucker zu begrenzen.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitnicht repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Direkte Vergleichsstudien Honig versus Saccharose bei gleicher Zuckerdosis.

15. Verknüpfte Faktenchecks