Sonstigesunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-SYS-104 Standardprüfung

Gene erklären nur einen kleineren Teil chronischer Krankheiten

Genetic Factors Are Not the Major Causes of Chronic Diseases.

Kurzüberblick

Rappaport SM. PLoS One 2016 · PMID 27105432 · DOI 10.1371/journal.pone.0154387

Genetische Faktoren erklärten im Median 18,5 % des Risikos für 28 chronische Krankheiten.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Den genetischen Anteil schätzen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Analyse von Zwillingsdaten.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

28 Erkrankungen.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Gene spielen eine geringe Rolle.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Median 18,5 %.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Krankheit ist größtenteils kein Schicksal.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Annahmen.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt den Teil „kein Schicksal“ der Behauptung teilweise.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Welche Expositionen wichtig sind.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Rappaport SM
Fachzeitschrift
PLoS One
Jahr
2016
Identifikator
PMID 27105432 DOI 10.1371/journal.pone.0154387
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Keine konkurrierenden Interessen (PubMed)

2. Forschungsfrage

Welcher Anteil des Risikos für chronische Erkrankungen ist der Genetik (plus gemeinsamen Expositionen) zuzuschreiben?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Sonstiges – Auf Zwillingsdaten beruhende Schätzung genetischer populationsattributabler Anteile
Population

Eineiige Zwillinge in Westeuropa; Sterblichkeitsstatistiken

Land

Westeuropa

Zeitraum

Veröffentlicht 2016

Stichprobengröße

28 chronische Erkrankungen

Ein- und Ausschlusskriterien

Veröffentlichte Daten eineiiger Zwillinge

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Genetik plus gemeinsame Expositionen

Vergleichsgruppe

nicht zutreffend

Endpunkte

Genetischer PAF

Statistische Methoden

PAF-Schätzung

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Genetische PAF reichten von 3,4 % (Leukämie) bis 48,6 % (Asthma), Median 18,5 %; Krebserkrankungen Median 8,26 %. 16,4 % der 1,53 Millionen Todesfälle in Westeuropa im Jahr 2000 waren der Genetik plus gemeinsamen Expositionen zuzuschreiben.

Absolute Risiken

16,4 % der Todesfälle

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Genetische Faktoren sind nicht die Hauptursachen chronischer Erkrankungen; Expositomforschung ist nötig.

6. Stärken

  • Einfacher, transparenter Ansatz

7. Schwächen

  • Annahmen zu Zwillingsdaten
  • Der nichtgenetische Anteil umfasst Zufall und alle Umweltfaktoren

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
none applicable
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Annahmen der Modellierung.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Der nichtgenetische Anteil ist keiner bestimmten Exposition zuzuschreiben.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Stützt den Teil „Krankheit ist kein genetisches Schicksal“ von C-SYS-03; zeigt nicht, dass Lebensmittel, Medikamente oder Kosmetika die wichtigsten nichtgenetischen Ursachen sind.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch.

13. Methodisches Gesamturteil

Teilweise Stützung des Kerns „kein Schicksal“.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissenicht anwendbar
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitunbekannt
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks