Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-VEG-102 Tiefenprüfung

Schwankungen des Vitamin K von Woche zu Woche verschieben den INR-Wert

Dietary vitamin K variability affects International Normalized Ratio (INR) coagulation indices.

Kurzüberblick

Couris R et al.. Int J Vitam Nutr Res 2006 · PMID 16941417 · DOI 10.1024/0300-9831.76.2.65

Eine wöchentliche Veränderung um etwa 714 Mikrogramm Vitamin K veränderte den INR-Wert bei 43 neuen Warfarin-Anwenderinnen und -Anwendern um etwa eine Einheit.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Die Wirkung der Variabilität von Vitamin K auf den INR quantifizieren.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Tägliche Ernährungsprotokolle und wöchentlicher INR über 5 Wochen.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

43 Teilnehmende, die die Studie abschlossen.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Größere Schwankungen bei Vitamin K gingen mit größeren Schwankungen beim INR einher.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

714 ug/Woche pro 1 INR-Einheit; r = -0,60.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Wer von Woche zu Woche sehr unterschiedliche Mengen Blattgemüse isst, kann einen instabilen INR bekommen.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Klein, kurz, frühe Behandlungsphase.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt „Änderungen beim Verzehr von Blattgemüse beeinflussen Warfarin“, nicht „Blattgemüse muss gemieden werden“.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Gilt für alle Anwender von VKA.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann nicht zeigen, dass ein gleichmäßiger Verzehr von Blattgemüse schädlich ist.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Couris R et al.
Fachzeitschrift
Int J Vitam Nutr Res
Jahr
2006
Identifikator
PMID 16941417 DOI 10.1024/0300-9831.76.2.65
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Wie stark verändert die wöchentliche Variabilität des Vitamin-K-Gehalts der Nahrung den INR bei Patienten, die mit Warfarin beginnen?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive Kohorte mit Ernährungserfassung und wöchentlichem INR, 5 Wochen
Population

Ambulante Patienten, die innerhalb von 14 Tagen mit Warfarin begonnen hatten, Massachusetts General Hospital

Land

USA

Zeitraum

im Abstract nicht angegeben

Stichprobengröße

60 eingeschlossen, 43 schlossen die Studie ab

Ein- und Ausschlusskriterien

Ausgeschlossen: >2 alkoholische Getränke/Tag, Personen ohne Englischkenntnisse, Lebererkrankung, unheilbare Erkrankung

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Änderung des Vitamin-K1-Gehalts der Nahrung von Woche zu Woche (validiertes Selbstüberwachungsinstrument)

Vergleichsgruppe

Variation innerhalb einer Person

Endpunkte

Wöchentlicher INR

Statistische Methoden

Pearson-Korrelation; multiple Regression, adjustiert für Alter, Geschlecht, Gewicht, Größe, wechselwirkende Medikamente

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Die Variabilität des INR war umgekehrt mit der Änderung der Vitamin-K-Zufuhr korreliert (r = -0,600, p < 0,01). Eine wöchentliche Änderung von 714 ug Vitamin K aus der Nahrung veränderte den wöchentlichen INR um 1 Einheit (p < 0,01); 14,5 mg Warfarin pro Woche veränderten den INR um 1 Einheit.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Patienten, die Warfarin einnehmen und stark schwankende Mengen Vitamin K aufnehmen, können einen wöchentlich schwankenden INR mit möglicherweise instabilen Antikoagulationsergebnissen haben.

6. Stärken

  • Prospektive tägliche Ernährungsprotokolle
  • Quantitative Schätzung der Dosis-Wirkungs-Beziehung
  • Adjustiert für wechselwirkende Medikamente

7. Schwächen

  • Klein; 28 % Studienabbrüche
  • Kurze Nachbeobachtung
  • Frühe Warfarin-Phase (die Dosistitration kann Confounding verursachen)
  • Einzelnes Zentrum

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Confounding durch Dosisanpassungen und Studienabbrüche möglich.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

714 ug/Woche entsprechen einer dauerhaften Änderung von ~102 ug/Tag pro INR-Einheit (stats/C-VEG-12_warfarin.py); das Regressionsmodell mit R 0,848 enthält die Warfarin-Dosis.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Direkt: quantifiziert die Wirkung der ÄNDERUNG der Vitamin-K-Zufuhr auf den INR.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Dentali 2016 und Sconce 2007: Eine niedrige und unregelmäßige Zufuhr, nicht die hohe Zufuhr an sich, wird mit Instabilität in Verbindung gebracht.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Allgemeingültige Pharmakologie.

13. Methodisches Gesamturteil

Stützt die bedingte Behauptung (die Variabilität der Zufuhr beeinflusst den INR).

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Replikation in größeren Kohorten mit stabilen Erhaltungsdosen.

15. Verknüpfte Faktenchecks