Narrativer Übersichtsartikelunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-VEG-128 Standardprüfung

Die meisten Kohlgemüse enthalten wenig kropffördernde Stoffe

Concentrations of thiocyanate and goitrin in human plasma, their precursor concentrations in brassica vegetables, and associated potential risk for hypothyroidism.

Kurzüberblick

Felker P et al.. Nutr Rev 2016 · PMID 26946249 · DOI 10.1093/nutrit/nuv110

Nur wenige Sorten (Blattkohl, Rosenkohl, mancher Grünkohl) enthalten genug Goitrin, um die Jodaufnahme möglicherweise zu verringern; Brokkoli und der meiste Grünkohl enthalten wenig.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: niedrig

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Den Gehalt an Goitrogenen in Kohlgewächsen quantifizieren.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Übersichtsarbeit.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

Nicht zutreffend.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Das Risiko hängt von Sorte und Menge ab.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Schwelle von 194 umol Goitrin.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Sehr große Mengen bestimmter roher Kohlgewächse könnten für Menschen mit niedriger Jodversorgung eine Rolle spielen.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Narrativ; Autoren aus der Industrie.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt eine bedingte Fassung teilweise.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Anwendbar.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann keinen Schaden bei normaler Zufuhr zeigen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Felker P et al.
Fachzeitschrift
Nutr Rev
Jahr
2016
Identifikator
PMID 26946249 DOI 10.1093/nutrit/nuv110
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben; zwei von drei Autoren sind laut PubMed-Affiliation bei D'Arrigo Bros. Co. (einem Gemüseerzeuger) tätig; NIH-Förderung angegeben

2. Forschungsfrage

Welche Kohlgemüse enthalten genug Goitrin oder Thiocyanat-Vorstufen, um die Jodaufnahme der Schilddrüse zu beeinflussen?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Narrativer Übersichtsartikel – Übersicht über Goitrin-/Thiocyanat-Konzentrationen in Kohlgemüse und im Plasma, mit Dosisschwellen aus Studien am Menschen
Population

Nicht zutreffend

Land

USA (Autoren)

Zeitraum

nicht zutreffend

Stichprobengröße

nicht zutreffend

Ein- und Ausschlusskriterien

im Abstract nicht angegeben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Gehalt an Goitrin und Indol-Glucosinolaten in Kohlsorten

Vergleichsgruppe

Schwellenwerte (194 vs. 77 umol Goitrin)

Endpunkte

Hemmung der Radiojodaufnahme

Statistische Methoden

Narrativer/quantitativer Vergleich

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Die Radiojodaufnahme wurde durch 194 umol Goitrin gehemmt, nicht aber durch 77 umol. Collard Greens, Rosenkohl und einiger Russischer Grünkohl (B. napus) enthalten genug Goitrin, um die Jodaufnahme möglicherweise zu verringern; Rübstiel, handelsüblicher Brokkoli, Cime di Rapa und Grünkohl (B. oleracea) enthalten <10 umol pro Portion von 100 g (minimales Risiko). Thiocyanat aus Indol-Glucosinolaten (max. ~10 uM) liegt deutlich unter den Hintergrundwerten im Plasma (40-69 uM).

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die meisten Kohlgewächse bergen nur ein minimales Risiko für die Schilddrüse; einige wenige Sorten enthalten genug Goitrin, um die Jodaufnahme möglicherweise zu verringern.

6. Stärken

  • Quantitativ, sortenspezifisch

7. Schwächen

  • Narrativ
  • Autoren mit Industrieaffiliation

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
none applicable
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Zwei Autoren sind bei einem Gemüseerzeuger beschäftigt (D'Arrigo Bros., laut PubMed-Affiliation).

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Nur Vergleich anhand von Schwellenwerten.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Gemischt: Eine kropfbildende Wirkung ist bei einigen Sorten bei hoher Zufuhr möglich, bei den meisten minimal.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Galanty 2024.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Anwendbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Stützt eine bedingte, von Dosis und Sorte abhängige Besorgnis, keine allgemeine; die Myrosinase-Aktivität vom Typ Pak Choi in roher Form ist für den einzelnen berichteten Fall relevant.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätniedrig
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissenicht anwendbar
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitunbekannt
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Humandaten speziell zu Pak Choi.

15. Verknüpfte Faktenchecks