Querschnittsstudievom Tayebat-Archiv zitiertnur Abstract geprüft★ wichtige Studie A-CHM-13 Tiefenprüfung

Cisplatin-Chemotherapie verursacht einen dosisabhängigen dauerhaften Hörverlust

Comprehensive Audiometric Analysis of Hearing Impairment and Tinnitus After Cisplatin-Based Chemotherapy in Survivors of Adult-Onset Cancer.

Kurzüberblick

Frisina RD et al.. J Clin Oncol 2016 · PMID 27354478 · DOI 10.1200/JCO.2016.66.8822

Fast 1 von 5 Hodenkrebsüberlebenden hatte einen schweren bis hochgradigen Hörverlust; 40 % hatten Tinnitus.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Ja · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Das Hörvermögen nach Cisplatin messen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Audiometrie bei Überlebenden.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

488 Männer.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

3,2 dB pro 100 mg/m2.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

18 % schwerer bis hochgradiger Hörverlust.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Hörtests nach Cisplatin.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Querschnittlich.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt die Aussage.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Dass Cisplatin bei heilbarem Hodenkrebs vermieden werden sollte.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Frisina RD, Wheeler HE, Fossa SD, Kerns SL, Fung C, Sesso HD, Monahan PO, Feldman DR, Hamilton R, Vaughn DJ, Beard CJ, Budnick A, Johnson EM, Ardeshir-Rouhani-Fard S, Einhorn LH, Lipshultz SE, Dolan ME, Travis LB
Fachzeitschrift
J Clin Oncol
Jahr
2016
Identifikator
PMID 27354478 DOI 10.1200/JCO.2016.66.8822 · PMC5019759
Verifizierung
verifiziert – PubMed E-utilities efetch, 2026-10-25
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Angaben der Autorinnen und Autoren zu möglichen Interessenkonflikten finden sich im Online-Artikel unter www.jco.org. Die Beiträge der Autorinnen und Autoren finden sich am Ende des Artikels. | Förderung: NCATS NIH HHS, NCI NIH HHS

2. Forschungsfrage

Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen kumulativem Cisplatin und Hörverlust/Tinnitus.

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Querschnittsstudie – Querschnittliche audiometrische Studie innerhalb einer Überlebendenkohorte
Population

Nordamerikanische männliche Überlebende eines Keimzelltumors

Land

USA/Kanada

Zeitraum

im Abstract nicht angegeben

Stichprobengröße

488

Ein- und Ausschlusskriterien

Mit Cisplatin behandelte GCT-Überlebende

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Kumulatives Cisplatin (Median 400 mg/m2; Spanne 200–800)

Vergleichsgruppe

Niedrigere Dosen; nach Alter/Geschlecht abgestimmte Normdaten

Endpunkte

Audiometrische Hörschwellen 0,25–12 kHz; Tinnitus

Statistische Methoden

Regression; Odds Ratios

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Jede Erhöhung um 100 mg/m2 -> 3,2 dB schlechtere altersbereinigte Hörschwelle (4–12 kHz; P<0,001). >300 mg/m2: OR 1,59 für einen höheren ASHA-Schweregrad (P=0,0066). 18 % schwerer bis hochgradiger Hörverlust. Tinnitus 40 %, korreliert mit vermindertem Hörvermögen. Bluthochdruck war mit schlechterem Hören verbunden.

Absolute Risiken

18 % schwerer bis hochgradiger Hörverlust; 40 % Tinnitus

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Überlebende, die Cisplatin erhalten haben, brauchen Hörkontrollen, eine Überweisung zur Audiologie und eine Blutdruckkontrolle.

6. Stärken

  • Umfassende Audiometrie
  • Dosis-Wirkungs-Beziehung

7. Schwächen

  • Querschnittlich
  • Nur eine Krebsart, nur Männer

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Keine Audiogramme vor der Behandlung im Abstract.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Klare Dosis-Wirkungs-Beziehung; die Prävalenz ist spezifisch für GCT-Protokolle.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Kernbeleg für die Ototoxizität von Cisplatin.

11. Unabhängige Gegenbefunde

A-CHM-14: relatives 10-Jahres-Überleben bei Hodenkrebs 95 % (Nutzen).

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch.

13. Methodisches Gesamturteil

Korrekt zitiert bis auf den arabischen Zusatz „Einzeldosis“.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)teilweise zutreffend, jedoch überinterpretiert

14. Offene Fragen

Otoprotektion (z. B. bei Kindern) wird hier nicht behandelt.

15. Verknüpfte Faktenchecks

Verwendung durch das Tayebat-Archiv

Hinweis: Laut Archiv wurden die Studien von den Archivbetreibern zusammengestellt. Ob Dr. Elawady selbst diese Studie angeführt hat, ist nicht belegt.

Aussage des Archivs zur Studie

Frisina 2016: 3,2 dB pro 100 mg/m2; 18 % schwerer bis hochgradiger Hörverlust; Tinnitus 40 %. Die AR-Überschrift fügt hinzu: „hohe Raten schon nach einer einzigen Dosis“.

A. Was wurde tatsächlich untersucht?

Hörvermögen nach Cisplatin.

B. Was haben die Autorinnen und Autoren festgestellt?

Dosisabhängiger dauerhafter Hörverlust.

C. Welche Schlussfolgerungen ziehen sie selbst?

Routinemäßige Hörkontrollen.

D. Welche Aussage leitet das Archiv daraus ab?

Dauerhafte Ototoxizität.

E. Ist diese Ableitung wissenschaftlich gerechtfertigt?

Zahlen korrekt. Die Behauptung der arabischen Überschrift über hohe Raten „schon nach einer einzigen Dosis“ wird durch das Abstract nicht gestützt (kumulative Dosen 200–800 mg/m2).

Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)
teilweise zutreffend, jedoch überinterpretiert