Randomisierte kontrollierte Studievom Tayebat-Archiv zitiertnur Abstract geprüft A-DRY-12 Standardprüfung
Große Säuglingsstudie: Der Verzicht auf intaktes Kuhmilcheiweiß verhinderte Typ-1-Diabetes nicht
Effect of Hydrolyzed Infant Formula vs Conventional Formula on Risk of Type 1 Diabetes: The TRIGR Randomized Clinical Trial.
Kurzüberblick
Writing Group for the TRIGR Study Group et al.. JAMA 2018 · PMID 29297078 · DOI 10.1001/jama.2017.19826
Typ-1-Diabetes bei 8,4 % vs. 7,6 %; kein signifikanter Unterschied.
Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch
Verständliche Zusammenfassung
Studie einfach erklärt
- Was wollten die Forschenden herausfinden?
Hydrolysatnahrung zur Vorbeugung von T1D prüfen.
- Wie wurde die Studie durchgeführt?
RCT, 11,5 Jahre Nachbeobachtung.
- Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?
2.159 Säuglinge mit erhöhtem Risiko.
- Was wurde tatsächlich festgestellt?
Kein Nutzen.
- Wie groß war der beobachtete Effekt?
HR 1,1 (0,8–1,5).
- Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?
Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis erhöhte in diesem Test das T1D-Risiko nicht.
- Welche Einschränkungen hat die Studie?
Spezielle Bevölkerungsgruppe.
- Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?
Widerspricht der implizierten Behauptung.
- Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?
Umfasst Europa.
- Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?
Irgendetwas über Milchprodukte bei Erwachsenen.
Wissenschaftliche Detailprüfung
1. Vollständige Quellenangabe
- Autorinnen und Autoren
- Writing Group for the TRIGR Study Group, Knip M, Åkerblom HK, Al Taji E, Becker D, Bruining J, Castano L, Danne T, de Beaufort C, Dosch HM, Dupre J, Fraser WD, Howard N, Ilonen J, Konrad D, Kordonouri O, Krischer JP, Lawson ML, Ludvigsson J, Madacsy L, Mahon JL, Ormisson A, Palmer JP, Pozzilli P, Savilahti E, Serrano-Rios M, Songini M, Taback S, Vaarala O, White NH, Virtanen SM, Wasikowa R
- Fachzeitschrift
- JAMA
- Jahr
- 2018
- Identifikator
- PMID 29297078 DOI 10.1001/jama.2017.19826 · PMC5833549
- Verifizierung
- verifiziert – PubMed E-utilities efetch, 2026-10-25
- Zurückgezogen
- nein
- Korrekturen
- keine
- Geprüfter Umfang
- nur Abstract
- Interessenkonflikte und Finanzierung
In PubMed aufgeführte Fördermittel: CIHR, NCATS NIH HHS, NICHD NIH HHS, NIDDK NIH HHS
2. Forschungsfrage
Verringert die Umstellung auf Säuglingsnahrung mit extensiv hydrolysiertem Casein beim Abstillen Typ-1-Diabetes bei Säuglingen mit erhöhtem Risiko?
3. Studiendesign und Population
- Studiendesign
- Randomisierte kontrollierte Studie – Internationale doppelblinde randomisierte Studie (TRIGR).
- Population
Säuglinge mit HLA-bedingter Anfälligkeit und einem Verwandten ersten Grades mit T1D
- Land
15 Länder (78 Zentren)
- Zeitraum
Rekrutierung 2002–2007; Nachbeobachtung bis Feb. 2017 (Median 11,5 J.)
- Stichprobengröße
2.159 Säuglinge
- Ein- und Ausschlusskriterien
HLA-Risikogenotyp und Verwandte/r ersten Grades mit T1D.
4. Methoden und Endpunkte
- Exposition / Intervention
Säuglingsnahrung mit extensiv hydrolysiertem Casein
- Vergleichsgruppe
Herkömmliche Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis mit 20 % Hydrolysat
- Endpunkte
Typ-1-Diabetes (WHO-Kriterien); Alter bei Diagnose; unerwünschte Ereignisse.
- Statistische Methoden
Adjustierte Cox-HR mit Zentrum als Zufallseffekt.
5. Tatsächliche Ergebnisse
- Ergebnisse
T1D 8,4 % (Hydrolysat, n=91) vs. 7,6 % (herkömmlich, n=82); Differenz 0,8 % (−1,6 % bis 3,2 %); adjustierte HR 1,1 (0,8–1,5), P=0,46; medianes Alter bei Diagnose 6,0 vs. 5,8 Jahre.
- Absolute Risiken
Kumulative Inzidenz 8,4 % vs. 7,6 %.
- Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren
Hydrolysatnahrung verringerte die T1D-Inzidenz nicht; die Ergebnisse sprechen nicht dafür, die Ernährungsempfehlungen für Säuglinge mit erhöhtem Risiko zu ändern.
6. Stärken
- Große multinationale RCT
- Lange Nachbeobachtung
- Doppelblind
7. Schwächen
- Spezielle Gruppe von Säuglingen mit hohem Risiko
- Vergleicht Arten von Säuglingsnahrung, nicht Milchprodukte vs. keine Milchprodukte bei Erwachsenen
8. Risiko systematischer Verzerrungen
- Orientierendes Instrument
- RoB 2
- Art der Einschätzung
- vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
- Formale Vollbewertung
- nein
- Gesamturteil Biasrisiko
- niedrig
- Begründung
Gut durchgeführte RCT; 80,8 % abgeschlossen.
9. Bewertung der statistischen Interpretation
Nullbefund mit recht engem KI.
10. Relevanz für die konkrete Aussage
Widerspricht der implizierten C-DRY-12.
11. Unabhängige Gegenbefunde
Die Studie selbst.
12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa
Umfasst europäische Zentren.
13. Methodisches Gesamturteil
Hochwertige Studie ohne Effekt (Nullbefund).
| Mehrdimensionale Bewertung | |
|---|---|
| Authentizität der Quelle | verifiziert |
| Methodische Qualität | hoch |
| Biasrisiko | niedrig |
| Präzision der Ergebnisse | moderat |
| Direkte Relevanz | sehr indirekt |
| Reproduzierbarkeit | unbekannt |
| Konsistenz mit der Gesamtevidenz | unbekannt |
| Regionale Übertragbarkeit | moderat |
| Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv) | nicht durch die Studie gedeckt |
14. Offene Fragen
Keine für diese Fragestellung.
15. Verknüpfte Faktenchecks
- Milchprodukte trügen zu weiteren im Literaturverzeichnis des Archivs genannten Krankheiten bei: Non-Hodgkin-Lymphom, Typ-1-Diabetes (Kuhmilcheiweiß im Säuglingsalter) und galaktosebedingter Hautalterung. – Studien, die der Behauptung widersprechen oder sie einschränken
Verwendung durch das Tayebat-Archiv
Hinweis: Laut Archiv wurden die Studien von den Archivbetreibern zusammengestellt. Ob Dr. Elawady selbst diese Studie angeführt hat, ist nicht belegt.
- Aussage des Archivs zur Studie
Im Literaturverzeichnis ohne Interpretation aufgeführt.
- A. Was wurde tatsächlich untersucht?
Hydrolysierte vs. herkömmliche Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis und T1D.
- B. Was haben die Autorinnen und Autoren festgestellt?
Kein Unterschied (HR 1,1).
- C. Welche Schlussfolgerungen ziehen sie selbst?
Keine Verringerung von T1D; keine Notwendigkeit, Empfehlungen zu ändern.
- D. Welche Aussage leitet das Archiv daraus ab?
Durch die Aufnahme implizit als Beleg für einen Schaden durch Milchprodukte dargestellt.
- E. Ist diese Ableitung wissenschaftlich gerechtfertigt?
Nicht gerechtfertigt: Die Studie zeigt keinen Effekt und widerspricht einem Zusammenhang zwischen Kuhmilcheiweiß und T1D.
- Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)
- nicht durch die Studie gedeckt