Kohortenstudievom Tayebat-Archiv zitiertVolltext geprüft★ wichtige Studie A-ORG-13 Tiefenprüfung

Nurses' Health Study: Entfernung beider Eierstöcke bei Hysterektomie

Long-term mortality associated with oophorectomy compared with ovarian conservation in the nurses' health study.

Kurzüberblick

Parker WH et al.. Obstet Gynecol 2013 · PMID 23635669 · DOI 10.1097/AOG.0b013e3182864350

Die Entfernung der Eierstöcke war mit etwas höheren Sterberaten verbunden (16,8 % vs. 13,3 % über 28 Jahre), vor allem bei Frauen unter 50, die nie Östrogen eingenommen hatten.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Sterblichkeit

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Prospektive Kohorte

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

30.117

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Höhere Sterblichkeit, besonders <50 ohne Östrogen

Wie groß war der beobachtete Effekt?

HR 1,13; NNH 8 in Untergruppe

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Der Erhalt gesunder Eierstöcke könnte für viele Frauen besser sein

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Beobachtungsstudie

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt die Richtung; NNH falsch verwendet

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Übertragbar

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kausalität; Frauen mit BRCA usw.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Parker WH, Feskanich D, Broder MS, Chang E, Shoupe D, Farquhar CM, Berek JS, Manson JE
Fachzeitschrift
Obstet Gynecol
Jahr
2013
Identifikator
PMID 23635669 DOI 10.1097/AOG.0b013e3182864350 · PMC4254662
Verifizierung
verifiziert (PMID im Archiv fehlerhaft, korrigiert) – PubMed E-utilities efetch, 2026-10-25
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
Volltext
Interessenkonflikte und Finanzierung

Interessenkonflikte: im Datensatz nicht angegeben | Förderungen: NCI NIH HHS, NHLBI NIH HHS

2. Forschungsfrage

Langzeitsterblichkeit nach beidseitiger Ovarektomie vs. Erhalt der Eierstöcke bei Hysterektomie

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive Kohorte (Nurses' Health Study)
Population

NHS-Teilnehmerinnen mit Hysterektomie wegen gutartiger Erkrankung

Land

USA

Zeitraum

28 Jahre Nachbeobachtung

Stichprobengröße

30.117 (16.914 Ovarektomie; 13.203 Erhalt)

Ein- und Ausschlusskriterien

Frühere Krebserkrankungen, KHK, Schlaganfall, Lungenembolie, einseitige Ovarektomie ausgeschlossen (Volltext)

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Beidseitige Ovarektomie

Vergleichsgruppe

Erhalt der Eierstöcke

Endpunkte

Ursachenspezifische und Gesamtsterblichkeit

Statistische Methoden

Multivariable Cox-Regression; NNH unter Annahme einer Lebensspanne von 35 Jahren

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Todesfälle insgesamt 16,8 % vs. 13,3 % (HR 1,13; 1,06-1,21). Weniger Todesfälle durch Eierstockkrebs (4 vs. 44) und vor 47,5 Jahren weniger Todesfälle durch Brustkrebs. Bei Frauen <50, die nie Östrogen angewendet hatten: Gesamtsterblichkeit HR 1,41 (1,04-1,92) mit NNH 8 (Volltext); KHK-Tod NNH 33, Lungenkrebstod NNH 50. Kein Anstieg bei früheren/aktuellen Östrogenanwenderinnen (HR 1,05).

Absolute Risiken

16,8 % vs. 13,3 % Todesfälle insgesamt über 28 Jahre

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die beidseitige Ovarektomie war bei Frauen <50, die nie Östrogen angewendet hatten, mit erhöhter Sterblichkeit verbunden; in keinem Alter war sie mit einem längeren Überleben verbunden.

6. Stärken

  • Große prospektive Kohorte
  • Lange Nachbeobachtung

7. Schwächen

  • Beobachtungsstudie; Gründe für die Ovarektomie unbekannt (von den Autoren genannte Einschränkung)
  • Selbstberichtete Ovarektomie (>90 % korrekt)

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken

9. Bewertung der statistischen Interpretation

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Hauptstütze für C-ORG-09.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Metaanalyse Hassan 2024: Sterblichkeit heterogen (I2 85 %).

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Übertragbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Richtung korrekt; NNH falsch zitiert und übermäßig verallgemeinert.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert (PMID im Archiv fehlerhaft, korrigiert)
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)teilweise zutreffend, jedoch überinterpretiert

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks

Verwendung durch das Tayebat-Archiv

Hinweis: Laut Archiv wurden die Studien von den Archivbetreibern zusammengestellt. Ob Dr. Elawady selbst diese Studie angeführt hat, ist nicht belegt.

Aussage des Archivs zur Studie

Die beidseitige Ovarektomie erhöhte Gesamtsterblichkeit, KHK und Lungenkrebs – etwa ein zusätzlicher Todesfall pro 9 Operationen über 35 Jahre.

A. Was wurde tatsächlich untersucht?

Ovarektomie vs. Erhalt der Eierstöcke

B. Was haben die Autorinnen und Autoren festgestellt?

Insgesamt HR 1,13; NNH 8 nur bei Frauen <50 ohne jemalige Östrogenanwendung

C. Welche Schlussfolgerungen ziehen sie selbst?

Erhöhte Sterblichkeit bei <50 ohne jemalige Östrogentherapie; in keinem Alter ein Überlebensvorteil

D. Welche Aussage leitet das Archiv daraus ab?

Verwendet, um den Preis der Eierstockentfernung zu zeigen.

E. Ist diese Ableitung wissenschaftlich gerechtfertigt?

Richtung korrekt. „Ein zusätzlicher Todesfall pro 9 Operationen“ steht nicht in der Arbeit: Die Arbeit berichtet NNH 8, und zwar nur für die Untergruppe der Frauen <50, die nie Östrogen angewendet hatten; dies gilt nicht für alle Ovarektomien. Die PMID des Archivs war falsch; im Register korrigiert.

Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)
teilweise zutreffend, jedoch überinterpretiert