Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-ABX-119 Standardprüfung

Antibiotika im Säuglingsalter mit späteren chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verbunden, nicht durch Infektionen erklärt

Early-Life Infections, Antibiotics and Later Risk of Childhood and Early Adult-Onset Inflammatory Bowel Disease: Pooled Analysis of Two Scandinavian Birth Cohorts.

Kurzüberblick

Mårild K et al.. Aliment Pharmacol Ther 2025 · PMID 39450871 · DOI 10.1111/apt.18358

Antibiotika im ersten Lebensjahr waren nach Berücksichtigung von Infektionen mit einem um 33 % höheren relativen Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen verbunden.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Die Wirkungen von Infektionen und Antibiotika auf CED trennen

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Zwei Geburtskohorten

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

103.046 Kinder

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Antibiotika, nicht Infektionen, mit CED verbunden

Wie groß war der beobachtete Effekt?

aHR 1,33 (1,01–1,76)

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Möglicher mäßiger Effekt

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Wenige Fälle

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt einen möglichen Effekt, keine Verdopplung

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Beweis einer Ursache

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Mårild K et al.
Fachzeitschrift
Aliment Pharmacol Ther
Jahr
2025
Identifikator
PMID 39450871 DOI 10.1111/apt.18358
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Schwedische und norwegische Forschungsfonds (Eintrag); die Autorinnen und Autoren erklären keine Interessenkonflikte.

2. Forschungsfrage

Sind Infektionen und Antibiotika im frühen Leben unabhängig von der Infektionshäufigkeit mit CED verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Gepoolte Analyse zweier prospektiver Geburtskohorten
Population

Ab der Geburt beobachtete Kinder (ABIS Schweden, MoBa Norwegen)

Land

Schweden, Norwegen

Zeitraum

Geburten 1997–2009, Nachbeobachtung bis 2021

Stichprobengröße

103.046 Kinder; 395 CED-Fälle

Ein- und Ausschlusskriterien

Fragebogendaten bis zum Alter von 3 Jahren; CED aus Registern

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Antibiotika bis zum Alter von 3 Jahren

Vergleichsgruppe

Keine Antibiotika

Endpunkte

CED, CD, CU

Statistische Methoden

Kohortenspezifische Cox-Modelle, Pooling mit zufälligen Effekten

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Die Infektionshäufigkeit war nicht mit CED verbunden (aHR 1,01 pro Infektion). Nach Adjustierung für Infektionen: beliebige vs. keine Antibiotika im ersten Lebensjahr aHR 1,33 (95-%-KI 1,01–1,76); pro zusätzlicher Behandlung 1,17 (0,96–1,44), Penicillin pro Behandlung 1,28 (1,02–1,60); Nicht-Penicilline im Alter von 1 bis <3 Jahren und CU pro Behandlung aHR 1,95 (1,38–2,75).

Absolute Risiken

395 Fälle in 1.663.898 Personenjahren

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die Antibiotikaanwendung im frühen Leben war ein signifikanter Risikofaktor für CED im Kindesalter und im frühen Erwachsenenalter, unabhängig von der Häufigkeit von Infektionen.

6. Stärken

  • Prospektiv
  • Adjustiert für die Infektionshäufigkeit

7. Schwächen

  • Wenige Fälle; breite KI
  • Von den Eltern berichtete Expositionen

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Berücksichtigt Confounding durch die Indikation teilweise.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Grenzwertige Präzision.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Berücksichtigt die wichtigste alternative Erklärung (Infektionen).

11. Unabhängige Gegenbefunde

Ungenau.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch (Skandinavien).

13. Methodisches Gesamturteil

Ergänzt Stützung für einen möglichen Effekt; Größe mäßig (HR 1,33).

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Kausalität.

15. Verknüpfte Faktenchecks