Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-ABX-124 Standardprüfung

Internationale Studie: kein Aortenrisiko durch Fluorchinolone bei Harnwegsinfektionen

Risk of aortic aneurysm or dissection following use of fluoroquinolones: a retrospective multinational network cohort study.

Kurzüberblick

Janetzki JL et al.. EClinicalMedicine 2025 · PMID 39975698 · DOI 10.1016/j.eclinm.2025.103096

Bei 13,6 Millionen Patientinnen und Patienten erhöhten Fluorchinolone das Risiko für Aortenaneurysma/-dissektion im Vergleich zu anderen Antibiotika nicht.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Das Aortenrisiko bei der Behandlung von Harnwegsinfektionen testen

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Netzwerkkohorte

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

13,6 Millionen Patientinnen und Patienten

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Kein zusätzliches Risiko

Wie groß war der beobachtete Effekt?

HR 0,91–1,01

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Die Aortenwarnung ist möglicherweise übertrieben

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Nur Harnwegsinfektionen

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht dem Aortenteil

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Moderat

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Risiko bei anderen Anwendungen

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Janetzki JL et al.
Fachzeitschrift
EClinicalMedicine
Jahr
2025
Identifikator
PMID 39975698 DOI 10.1016/j.eclinm.2025.103096
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Förderung aus Korea, vom australischen NHMRC und von US VA; einige Autorinnen und Autoren mit Beratungsbeziehungen (Eintrag).

2. Forschungsfrage

Erhöhen Fluorchinolone im Vergleich zu anderen Antibiotika bei Harnwegsinfektion das AA/AD-Risiko?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Multinationale Netzwerkkohorte (14 Datenbanken, 5 Länder), Propensity-Matching, empirische Kalibrierung
Population

Patientinnen und Patienten >=35 Jahre, die eine ambulante Antibiotikabehandlung wegen einer Harnwegsinfektion begannen

Land

USA, Südkorea, Japan, Taiwan, Australien

Zeitraum

2010–2019

Stichprobengröße

13.588.837 Patientinnen und Patienten; 1.954.798 und 1.195.962 gematchte Paare

Ein- und Ausschlusskriterien

Keine Krankenhausaufnahme innerhalb von 7 Tagen; >=365 Tage Beobachtung

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Fluorchinolone

Vergleichsgruppe

Trimethoprim(-Sulfamethoxazol); Cephalosporine

Endpunkte

AA/AD innerhalb von 60 Tagen

Statistische Methoden

PS-gematchtes Cox-Modell; Kalibrierung mit Negativkontrollen; bayessche Modelle mit zufälligen Effekten

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Kein Unterschied vs. Trimethoprim (ARD 0,21 pro 1000 Personenjahre; kalibrierte HR 0,91, 95-%-KI 0,73–1,10) oder vs. Cephalosporine (ARD 0,11 pro 1000 Personenjahre; HR 1,01; 0,82–1,25).

Absolute Risiken

ARD 0,21 und 0,11 pro 1000 Personenjahre

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Kein erhöhtes AA/AD-Risiko unter Fluorchinolonen im Vergleich zu Trimethoprim oder Cephalosporinen bei ambulanter Harnwegsinfektion.

6. Stärken

  • Sehr groß
  • Vorab festgelegte Diagnostik
  • Kalibrierung mit Negativkontrollen

7. Schwächen

  • Nur die Indikation Harnwegsinfektion
  • Nicht europäische Daten

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig
Begründung

Pharmakoepidemiologie auf dem neuesten Stand.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Enge Schätzungen ohne Effekt.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Zweite methodisch strenge Studie ohne Effekt für das Aortenelement.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Auf Harnwegsinfektionen beschränkt.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Moderat.

13. Methodisches Gesamturteil

Zusammen mit Brown 2023 macht dies das Aortenrisiko unsicher.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Andere Indikationen.

15. Verknüpfte Faktenchecks