Kohortenstudieunabhängige Gegenprüfungnur Abstract geprüft★ wichtige Studie I-CAN-01 Tiefenprüfung

Raucher sterben etwa zehn Jahre früher; ein Rauchstopp schenkt Jahre zurück

Mortality in relation to smoking: 50 years' observations on male British doctors.

Kurzüberblick

Doll R et al.. BMJ 2004 · PMID 15213107 · DOI 10.1136/bmj.38142.554479.AE

Rauchen verdreifachte die Sterberaten; ein Rauchstopp mit 30 vermied fast das gesamte zusätzliche Risiko.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Gefahren des Rauchens über 50 Jahre messen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Prospektive Kohorte.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

34.439 Ärzte.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Raucher sterben ~10 Jahre früher.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

3-fache Sterblichkeit.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Mit dem Rauchen aufzuhören hilft in jedem Alter.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Nur Männer.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerlegt das Abtun des Rauchens.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Wirkungen anderer Tabakprodukte.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Doll R et al.
Fachzeitschrift
BMJ
Jahr
2004
Identifikator
PMID 15213107 DOI 10.1136/bmj.38142.554479.AE
Verifizierung
verifiziert – PubMed esummary + efetch 2026-10-25
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Gefahren des Rauchens und Nutzen des Rauchstopps.

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive Kohorte, 50 Jahre
Population

Männliche britische Ärzte

Land

Vereinigtes Königreich

Zeitraum

1951–2001

Stichprobengröße

34.439

Ein- und Ausschlusskriterien

Männliche Ärzte, die 1951 antworteten

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Zigarettenrauchen

Vergleichsgruppe

Lebenslange Nichtraucher; ehemalige Raucher

Endpunkte

Ursachenspezifische und Gesamtsterblichkeit

Statistische Methoden

Ratenverhältnisse; Lebenserwartung

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Weiterrauchende, geboren 1900–1930, starben etwa 10 Jahre früher als lebenslange Nichtraucher; die zusätzlichen Todesfälle waren vor allem vaskulär, neoplastisch und respiratorisch. Ein Rauchstopp mit 60, 50, 40, 30 brachte etwa 3, 6, 9, 10 Jahre. Unter Männern, die um 1920 geboren wurden, verdreifachte langjähriges Rauchen die altersspezifische Sterblichkeit; ein Rauchstopp mit 50 halbierte das Hazard, mit 30 vermied er es fast vollständig.

Absolute Risiken

Tod im mittleren Lebensalter 43 % vs. 15 % (Raucher vs. Nichtraucher, geboren in den 1920er-Jahren)

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Langjähriges Rauchen verdreifachte die Sterblichkeit; ein Rauchstopp senkt das Risiko erheblich.

6. Stärken

  • 50-jährige prospektive Nachbeobachtung
  • Wiederholte Erfassung der Exposition

7. Schwächen

  • Nur Männer, nur Ärzte

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig
Begründung

Klassische Kohorte mit starker, konsistenter Dosis-Wirkungs-Beziehung.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Sehr große Effekte, die mit Kausalität vereinbar sind und weltweit repliziert wurden.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Widerlegt das Abtun des Rauchens als Ursache von Krebs und frühem Tod; zeigt auch, dass sich der Körper nach dem Ende einer schädlichen Exposition teilweise erholen kann.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch.

13. Methodisches Gesamturteil

Wegweisende Evidenz.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks