Randomisierte kontrollierte Studieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-EGG-106 Standardprüfung

Ein Ei am Tag veränderte das Wachstum malawischer Babys nicht

The effect of eggs on early child growth in rural Malawi: the Mazira Project randomized controlled trial.

Kurzüberblick

Stewart CP et al.. Am J Clin Nutr 2019 · PMID 31386106 · DOI 10.1093/ajcn/nqz163

Nach 6 Monaten insgesamt keine Wirkung auf Länge oder Gewicht.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Unklar · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Eier hinsichtlich des Wachstums prüfen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Randomisierte Studie.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

660 Säuglinge.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Insgesamt keine Wirkung auf das Wachstum.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Kopfumfang z +0,18.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Eier sind kein Wundermittel für das Wachstum, aber nichts deutet darauf hin, dass sie den Kindern geschadet haben.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Geringe Wachstumsverzögerung zu Beginn.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt einen Schaden weder, noch widerlegt sie ihn eindeutig; relativiert das Ergebnis aus Ecuador.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Begrenzt.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Sie kann nicht zeigen, dass Eier schädlich sind.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Stewart CP et al.
Fachzeitschrift
Am J Clin Nutr
Jahr
2019
Identifikator
PMID 31386106 DOI 10.1093/ajcn/nqz163
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

NIDDK/NIH und nicht-US-amerikanische staatliche Förderung (PubMed).

2. Forschungsfrage

Verbessert ein Ei pro Tag das Wachstum von Kindern im Alter von 6-9 Monaten im ländlichen Malawi?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Randomisierte kontrollierte Studie – Individuell randomisierte kontrollierte Studie mit verblindeter Endpunkterhebung, 6 Monate
Population

Kinder im Alter von 6-9 Monaten, ländliches Malawi

Land

Malawi

Zeitraum

Randomisierung Februar-Juli 2018

Stichprobengröße

660 (331 Ei, 329 Kontrolle); 10 % Verlust in der Nachbeobachtung

Ein- und Ausschlusskriterien

im Abstract nicht näher beschrieben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

1 Ei pro Tag über 6 Monate

Vergleichsgruppe

Kontrolle mit gleich häufigen Besuchen

Endpunkte

z-Werte für Länge-für-Alter, Gewicht-für-Alter, Gewicht-für-Länge und Kopfumfang

Statistische Methoden

Intention-to-treat-Vergleiche

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Kein Interventionseffekt auf die z-Werte für Länge-für-Alter, Gewicht-für-Alter oder Gewicht-für-Länge; z-Wert Kopfumfang-für-Alter +0,18 (0,01-0,34); Effekt auf die Länge nur bei Kindern von Müttern mit höherer Bildung (Interaktion P = 0,024). Der Eierverzehr stieg in der Interventionsgruppe auf 84,5 % (3 Monate) und 70,3 % (6 Monate).

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die Gabe von 1 Ei pro Tag hatte insgesamt keinen Effekt auf das Längenwachstum; eine Grundernährung mit vielen Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs und geringe Wachstumsverzögerung könnten die Wirkung begrenzt haben.

6. Stärken

  • Größere Studie; verblindete Beurteilende
  • Registriert (NCT03385252)

7. Schwächen

  • Geringe Wachstumsverzögerung zu Beginn
  • Adhärenz nahm ab

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
RoB 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig
Begründung

Verblindete Endpunkterhebung; vereinfachte Beurteilung.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Nullergebnisse in den primären Endpunkten bei ausreichender Power; der Effekt auf den Kopfumfang ist klein und sekundär.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Sorgt für Ausgewogenheit: Eier verbesserten das Wachstum in diesem Setting nicht, ihr Nutzen sollte also nicht überbewertet werden. Das Abstract berichtet keine Schäden.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Die Studie in Ecuador war positiv (I-EGG-105).

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Land mit niedrigem Einkommen.

13. Methodisches Gesamturteil

Zeigt, dass der Wachstumsnutzen von Eiern vom Kontext abhängt; deutet nicht auf Schaden hin.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitnicht repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzinkonsistent
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Unerwünschte Ereignisse im Abstract nicht berichtet.

15. Verknüpfte Faktenchecks