Sonstigesunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-FAST-102 Tiefenprüfung

Insulin nach 36 Stunden Fasten

Impact of prolonged fasting on insulin secretion, insulin action, and hepatic versus whole body insulin secretion disposition indices in healthy young males.

Kurzüberblick

Jørgensen SW et al.. Am J Physiol Endocrinol Metab 2021 · PMID 33284087 · DOI 10.1152/ajpendo.00433.2020

Bei 13 gesunden Männern verringerte ein 36-stündiges Fasten die frühe Insulinausschüttung nur leicht; der Körper wurde für eine Weile insulinresistenter.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Verstehen, wie sich Insulinfreisetzung und -wirkung bei längerem Fasten verändern.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Verglich 36- und 12-Stunden-Fasten mit Glukosetoleranztest und Tracern.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

13 gesunde junge Männer in Dänemark.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Die Insulinsekretion blieb mit einem geringen Rückgang bestehen; die Insulinresistenz des gesamten Körpers nahm zu.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Nicht verfügbar (nur Abstract).

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Gesunde Körper bilden auch nach eineinhalb Tagen ohne Nahrung noch etwas Insulin.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Winzige Stichprobe, nur Männer, kurzes Fasten.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Das Insulin geht nicht auf null; eine physiologische Insulinresistenz beim Fasten ist real, unterscheidet sich aber vom Diabetes.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Gilt; gleiche Physiologie.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Effekte von Fastenzeiten über 36 h; Frauen; Menschen mit Diabetes.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Jørgensen SW et al.
Fachzeitschrift
Am J Physiol Endocrinol Metab
Jahr
2021
Identifikator
PMID 33284087 DOI 10.1152/ajpendo.00433.2020
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref update-to/updated-by check
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Zwei Autoren halten Aktien von Novo Nordisk / AstraZeneca (im Eintrag angegeben).

2. Forschungsfrage

Spiegelt eine verminderte Insulinsekretion beim längeren Fasten ein Versagen wider, eine Insulinresistenz auszugleichen, oder eine normale Anpassung?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Sonstiges – Experimenteller Vergleich innerhalb derselben Personen von 36-stündigem gegenüber 12-stündigem Fasten mit stabilen Isotopen, IVGTT und Minimalmodellierung
Population

Gesunde junge Männer

Land

Dänemark

Zeitraum

im Abstract nicht angegeben

Stichprobengröße

13

Ein- und Ausschlusskriterien

im Abstract nicht angegeben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

36-Stunden-Fasten

Vergleichsgruppe

12-stündiges nächtliches Fasten

Endpunkte

Insulinsekretion der ersten Phase, hepatische Glukoseproduktion, Insulinwirkung in der Leber und im gesamten Körper, Reaktion auf die Mahlzeit nach dem Fasten

Statistische Methoden

Gepaarte Vergleiche; Indizes des Minimalmodells

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

36-stündiges Fasten verursachte „eine geringe Verminderung der Insulinsekretion der ersten Phase“ mit verbesserter Insulinwirkung in der Leber und erhöhter Insulinresistenz des gesamten Körpers; das Seruminsulin war beim Mahlzeitentest nach dem 36-stündigen Fasten höher.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Eine verminderte Insulinsekretion beim längeren Fasten kann eine gesunde Reaktion auf eine verbesserte Insulinwirkung in der Leber darstellen.

6. Stärken

  • Goldstandard-Isotopen- und IVGTT-Methoden
  • Gesunde Teilnehmende, Design innerhalb derselben Personen

7. Schwächen

  • Sehr kleine Stichprobe, nur Männer
  • Volltext nicht offen zugänglich; Zahlen nicht verfügbar

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
none applicable
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Kleine physiologische Studie im Crossover-Stil; Randomisierung der Reihenfolge im Abstract nicht angegeben.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Die Insulinsekretion besteht nach 36 h fort; nur die Sekretion der ersten Phase ist leicht vermindert. Die Insulinresistenz des gesamten Körpers steigt (physiologische „Hunger-Insulinresistenz“).

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Zeigt, dass die Insulinsekretion nach 36 Stunden Fasten weitergeht (gegen „Insulin ist gleich null“) und dass längeres Fasten eine physiologische, reversible Insulinresistenz erzeugt (relevant für C-FAST-03).

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Universelle Biologie; gilt in Europa und Ägypten.

13. Methodisches Gesamturteil

Direkte physiologische Evidenz, dass Fasten die Insulinsekretion senkt, aber nicht aufhebt.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks