Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungVolltext geprüft★ wichtige Studie I-FAST-111 Tiefenprüfung

Sicherheit von ärztlich begleitetem mehrtägigem Fasten

Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects.

Kurzüberblick

Wilhelmi de Toledo F et al.. PLoS One 2019 · PMID 30601864 · DOI 10.1371/journal.pone.0209353

Bei 1.422 Klinikgästen wurde ärztlich begleitetes Fasten mit kleinen Mengen Saft und Suppe meist gut vertragen; der Blutzucker sank in den unteren Normalbereich.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: niedrig

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Sicherheit und Veränderungen beim Buchinger-Fasten dokumentieren.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Einjährige Beobachtungsstudie, Vorher-nachher-Messungen.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

1.422 Erwachsene in einer deutschen Fastenklinik.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Gewicht und Blutdruck sanken; Glukose 4,7 mmol/L; Ketone stiegen; unerwünschte Wirkungen 0,7 %; 2 Krankenhausaufnahmen.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

p<0,001 für Veränderungen von Gewicht, Blutdruck, Glukose.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Kurze Fastenkuren unter ärztlicher Betreuung mit Flüssigkeit und minimalen Kalorien werden von ausgewählten gesunden Erwachsenen meist vertragen.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Keine Kontrollgruppe; von der Klinik durchgeführte Studie; ausgewählte Teilnehmende.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt „null Zufuhr“ nicht; widerspricht steigender Glukose als normalem Zeichen beim Fasten.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Deutsches Umfeld (Heilfasten); auf beaufsichtigtes Fasten in Europa anwendbar.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Langfristige gesundheitliche Vorteile; Sicherheit für ausgeschlossene Gruppen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Wilhelmi de Toledo F et al.
Fachzeitschrift
PLoS One
Jahr
2019
Identifikator
PMID 30601864 DOI 10.1371/journal.pone.0209353
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref update-to/updated-by check
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
Volltext
Interessenkonflikte und Finanzierung

Der Erstautor bzw. die Erstautorin ist im Vorstand der Klinik, in der die Studie durchgeführt wurde; andere Autorinnen und Autoren sind dort angestellt bzw. beraten die Klinik (angegeben).

2. Forschungsfrage

Ist das periodische Fasten nach Buchinger über 4-21 Tage sicher, und welche Veränderungen treten auf?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive einjährige Beobachtungskohorte in einer Fastenklinik (Vorher-nachher)
Population

Klinikgäste im Alter von 18-99 Jahren ohne Gegenanzeigen (z. B. Kachexie, Anorexia nervosa, fortgeschrittene Nieren-/Leber-/zerebrovaskuläre Insuffizienz, Demenz, Schwangerschaft, Stillzeit)

Land

Deutschland (Überlingen)

Zeitraum

im Abstract nicht angegeben

Stichprobengröße

1422

Ein- und Ausschlusskriterien

Vorab festgelegte Gegenanzeigen für das Buchinger-Fasten ausgeschlossen; Schwangerschaft und Stillzeit ausgeschlossen

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Buchinger-Fasten mit 200-250 kcal/Tag (Säfte, Suppen) plus Flüssigkeit und einem moderaten Lebensstilprogramm, 5-20 Tage, unter ärztlicher Aufsicht

Vergleichsgruppe

Ausgangswerte (keine Kontrollgruppe)

Endpunkte

Gewicht, Blutdruck, Blutparameter, Ketone, unerwünschte Wirkungen, Wohlbefinden

Statistische Methoden

Lineare Modelle mit gemischten Effekten

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Gewicht, Taillenumfang und Blutdruck sanken (p<0,001). Die Glukose nahm ab und „stabilisierte sich bei durchschnittlich 4,7 mmol/L“; die Ketonkörper stiegen. Unerwünschte Wirkungen bei 0,7 % der Personen; 2 Krankenhausaufnahmen (ein NSTEMI an Tag 9 bei einem 75-jährigen Mann mit bekannter Koronarerkrankung); sechs Fälle leichter Hyponatriämie (niedrigster Wert 127 mmol/L). 84,4 % von 404 Personen mit gesundheitlichen Beschwerden berichteten über eine Besserung.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Das periodische Fasten nach Buchinger über 4-21 Tage ist sicher und gut verträglich und verbessert das Wohlbefinden und Risikofaktoren.

6. Stärken

  • Große Stichprobe
  • Tägliche ärztliche Dokumentation
  • Volltext gelesen

7. Schwächen

  • Keine Kontrollgruppe
  • Ausgewählte, zahlende, gesundheitsbewusste Klientel; Gegenanzeigen ausgeschlossen
  • Starker Interessenkonflikt
  • Kurze Nachbeobachtung; keine harten Endpunkte

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
hoch
Begründung

Unkontrolliertes Vorher-nachher-Design; Interessenkonflikte; Selektion.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Zeigt die Verträglichkeit unter Aufsicht mit etwas Energie- und reichlich Flüssigkeitszufuhr; „null Zufuhr“ wird nicht getestet. Die Glukose sinkt bei Menschen ohne Diabetes auf niedrig-normale Werte. Siehe stats/I-FAST-111_buchinger.py.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Angemessene stützende Evidenz, dass ein beaufsichtigtes mehrtägiges Fasten mit minimaler Energie- und Flüssigkeitszufuhr von ausgewählten gesunden Erwachsenen vertragen wird; widerspricht „null Zufuhr“ (Flüssigkeit und 200-250 kcal wurden gegeben) und zeigt, dass die Glukose beim Fasten ohne Diabetes sinkt, nicht steigt.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Universelle Biologie; gilt in Europa und Ägypten.

13. Methodisches Gesamturteil

Stützt teilweise die Verträglichkeit eines beaufsichtigten Fastens; bietet keine Stützung für „unendliche Gesundheit“.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätniedrig
Biasrisikohoch
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks