Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-GRN-119 Standardprüfung

Pommes frites waren mit Bluthochdruck verbunden, Kartoffelchips nicht

Potato intake and incidence of hypertension: results from three prospective US cohort studies.

Kurzüberblick

Borgi L et al.. BMJ 2016 · PMID 27189229 · DOI 10.1136/bmj.i2351

Bei 187.000 Erwachsenen in den USA war der Verzehr von Pommes frites 4-mal oder öfter pro Woche mit einem um 17 % höheren Bluthochdruckrisiko verbunden.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Kartoffeln und Bluthochdruck.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Drei Kohorten.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

187.453 Erwachsene.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Pommes frites verbunden; Chips nicht.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

HR 1,17 für Pommes frites.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Frittierte Kartoffeln begrenzen.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Selbstangabe.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht uneingeschränkt erlaubten frittierten Kartoffeln.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Moderat.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann Kausalität nicht beweisen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Borgi L et al.
Fachzeitschrift
BMJ
Jahr
2016
Identifikator
PMID 27189229 DOI 10.1136/bmj.i2351 · PMC4870381
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Keine finanziellen Beziehungen erklärt

2. Forschungsfrage

Sind gebackene/gekochte Kartoffeln, Pommes frites oder Kartoffelchips mit neu aufgetretenem Bluthochdruck verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Drei prospektive Kohorten (NHS, NHS II, HPFS)
Population

US-Erwachsene ohne Bluthochdruck

Land

USA

Zeitraum

im Abstract nicht angegeben

Stichprobengröße

187.453 (62.175 + 88.475 + 36.803)

Ein- und Ausschlusskriterien

Zu Beginn ohne Bluthochdruck

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Kartoffelverzehr nach Art

Vergleichsgruppe

<1 Portion/Monat

Endpunkte

Neu aufgetretener Bluthochdruck (Selbstangabe)

Statistische Methoden

Cox-Modelle; Random-Effects-Poolen; Substitutionsanalyse

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

>=4 Portionen/Woche vs. <1/Monat: gebacken/gekocht/zerstampft HR 1,11 (0,96-1,28; P für Trend 0,05); Pommes frites 1,17 (1,07-1,27; P für Trend 0,001); Kartoffelchips 0,97 (0,87-1,08). Ersatz einer täglichen Portion gebackener/gekochter/zerstampfter Kartoffeln durch stärkearmes Gemüse: HR 0,93 (0,89-0,96).

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Ein höherer Verzehr von gebackenen, gekochten oder zerstampften Kartoffeln und Pommes frites war unabhängig mit Bluthochdruck verbunden.

6. Stärken

  • Große Kohorten, lange Nachbeobachtung

7. Schwächen

  • Selbstberichteter Bluthochdruck
  • Beobachtend

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Residual Confounding.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Kleine relative Risiken; Chips ohne Zusammenhang mit Bluthochdruck.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Frittierte Kartoffeln mit Bluthochdruck verbunden; Chips nicht.

11. Unabhängige Gegenbefunde

I-GRN-120 (Kartoffeln insgesamt nicht mit Bluthochdruck verbunden).

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Moderat.

13. Methodisches Gesamturteil

Beobachtungsevidenz von moderater Qualität.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Kausalität.

15. Verknüpfte Faktenchecks