Fall-Kontroll-Studieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-GUT-107 Tiefenprüfung

Früh nach dem Abendessen ins Bett zu gehen hängt mit Reflux zusammen

Association between dinner-to-bed time and gastro-esophageal reflux disease.

Kurzüberblick

Fujiwara Y et al.. Am J Gastroenterol 2005 · PMID 16393212 · DOI 10.1111/j.1572-0241.2005.00354.x

Menschen mit Refluxkrankheit gingen häufiger weniger als 3 Stunden nach dem Abendessen ins Bett als Menschen ohne Reflux.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: niedrig

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Prüfen, ob der Abstand zwischen Abendessen und Zubettgehen mit Reflux zusammenhängt.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Fall-Kontroll-Studie.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

147 Patienten, 294 Kontrollen in Japan.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Weniger als 3 Stunden waren mit 7-fach höheren Odds verbunden.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

OR 7,45 (3,38-16,4).

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Menschen mit Reflux kommen möglicherweise besser zurecht, wenn sie vor dem Hinlegen einen Abstand einhalten.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Nur Zusammenhang; Recall-Bias.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Schränkt die Behauptung ein, dass das Hinlegen nach dem Essen nie ein Problem ist.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Gewohnheitsdaten aus Japan.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann nicht beweisen, dass das Hinlegen nach Mahlzeiten bei Gesunden Reflux verursacht.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Fujiwara Y et al.
Fachzeitschrift
Am J Gastroenterol
Jahr
2005
Identifikator
PMID 16393212 DOI 10.1111/j.1572-0241.2005.00354.x
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Förderung durch nicht US-amerikanische Regierungsstellen (PubMed); COI im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Ist ein kurzer Abstand zwischen Abendessen und Zubettgehen mit GERD assoziiert?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Fall-Kontroll-Studie – Gematchte Fall-Kontroll-Studie
Population

147 GERD-Patienten und 294 nach Alter und Geschlecht zugeordnete Kontrollen ohne Refluxsymptome, Japan

Land

Japan

Zeitraum

Veröffentlicht 2005

Stichprobengröße

441

Ein- und Ausschlusskriterien

Kontrollen ohne Sodbrennen/Regurgitation im vorangegangenen Jahr

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Abstand zwischen Abendessen und Zubettgehen <3 h

Vergleichsgruppe

>=4 h

Endpunkte

GERD (erosiv und nicht erosiv)

Statistische Methoden

Logistische Regression, adjustiert für Rauchen, Alkoholkonsum und BMI

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Abstand zwischen Abendessen und Zubettgehen <3 h vs. >=4 h: OR 7,45 (3,38-16,4) für GERD; konsistent bei nicht erosiver und erosiver Erkrankung.

Absolute Risiken

Nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Ein kürzerer Abstand zwischen Abendessen und Zubettgehen war mit erhöhten Odds für GERD verbunden.

6. Stärken

  • Gematchtes Design
  • Adjustiert für BMI und Rauchen

7. Schwächen

  • Fall-Kontroll-Studie; Recall-Bias; umgekehrte Kausalität möglich
  • Selbstberichteter Zeitpunkt
  • Breites KI

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
hoch
Begründung

Retrospektive Selbstauskunft; Confounding durch andere Gewohnheiten.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

KI des OR log-symmetrisch (stats/C-GUT-04_07_08_misc.py); das sehr große OR legt nahe, dass Bias dazu beitragen kann.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Stützt die Empfehlung der Leitlinien, zwischen der letzten Mahlzeit und dem Hinlegen 2-3 Stunden Abstand zu lassen.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Zeigt keinen Schaden bei Menschen ohne Reflux.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Japanische Bevölkerung; die Gewohnheiten unterscheiden sich.

13. Methodisches Gesamturteil

Im Einklang mit der RCT-Evidenz zu späten Mahlzeiten; allein schwach.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätniedrig
Biasrisikohoch
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Ursächliche Richtung.

15. Verknüpfte Faktenchecks