Kohortenstudieunabhängige Gegenprüfungnur Abstract geprüft★ wichtige Studie I-INTB-22 Tiefenprüfung

Cortisol steigt in der Schwangerschaft

A longitudinal study of plasma and urinary cortisol in pregnancy and postpartum.

Kurzüberblick

Jung C et al.. J Clin Endocrinol Metab 2011 · PMID 21367926 · DOI 10.1210/jc.2010-2395

Das Gesamtcortisol stieg bis zum dritten Trimester etwa auf das Dreifache, das freie Cortisol auf das 1,6-Fache.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Cortisol in der Schwangerschaft messen

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Längsschnittstudie

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

20 Schwangere + Kontrollpersonen

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Cortisol steigt fortschreitend

Wie groß war der beobachtete Effekt?

3-fach gesamt; 1,6-fach frei

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

In einer normalen Schwangerschaft bildet der Körper mehr Cortisol, nicht weniger.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Kleine Studie; nur Abstract geprüft

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht „Cortisolmangel in der Schwangerschaft“.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Behandelt nicht die seltene Nebenniereninsuffizienz in der Schwangerschaft.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Jung C et al.
Fachzeitschrift
J Clin Endocrinol Metab
Jahr
2011
Identifikator
PMID 21367926 DOI 10.1210/jc.2010-2395
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-25
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Research Support, Non-U.S. Gov't (Publikationstyp); keine Angabe zu Interessenkonflikten im Eintrag

2. Forschungsfrage

Wie verändern sich Plasma- und Urincortisol im Verlauf der Schwangerschaft?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive Längsschnittstudie mit LC-MS und Immunoassay
Population

20 Schwangere, 12 Anwenderinnen oraler Kontrazeptiva, 15 Kontrollpersonen

Land

im Abstract nicht angegeben

Zeitraum

Trimester 1–3 und 2–3 Monate nach der Geburt

Stichprobengröße

47

Ein- und Ausschlusskriterien

im Abstract nicht angegeben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Schwangerschaft (jedes Trimester)

Vergleichsgruppe

Nicht schwangere Kontrollpersonen; nach der Geburt

Endpunkte

Gesamt- und freies Plasmacortisol, CBG, freies Cortisol im 24-h-Urin

Statistische Methoden

Längsschnittvergleich

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Fortschreitender Anstieg von Gesamtplasmacortisol, CBG und freiem Cortisol im 24-h-Urin während der Schwangerschaft mit Höhepunkt im dritten Trimester (im Mittel dreifacher Anstieg gegenüber Kontrollpersonen). Das freie Plasmacortisol stieg bis zum dritten Trimester um das 1,6-Fache.

Absolute Risiken

nicht zutreffend

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die Schwangerschaft geht mit erhöhtem Gesamt- und freiem Cortisol einher, was zusätzlich zum erhöhten CBG auf eine Hochregulierung der mütterlichen HPA-Achse hindeutet.

6. Stärken

  • Längsschnittlich
  • Massenspektrometrie als Referenzmethode

7. Schwächen

  • Kleine Stichprobe
  • Nur Abstract geprüft

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Kleine Beobachtungsstudie; robuste Messung.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Große, konsistente Richtung; kleines n.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Widerspricht direkt „die Schwangerschaft verursacht Cortisolmangel“.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch; Physiologie allgemeingültig.

13. Methodisches Gesamturteil

Cortisol steigt in der normalen Schwangerschaft, es sinkt nicht.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks