Kohortenstudieunabhängige Gegenprüfungnur Abstract geprüft★ wichtige Studie I-MEAT-06 Tiefenprüfung

Zu viel Vitamin A in der Frühschwangerschaft mit Geburtsfehlern verbunden

Teratogenicity of high vitamin A intake.

Kurzüberblick

Rothman KJ et al.. N Engl J Med 1995 · PMID 7477116 · DOI 10.1056/NEJM199511233332101

Über 15.000 IE/Tag: 3,5-mal mehr Fehlbildungen von Strukturen an Kopf/Gesicht.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Vitamin A und Geburtsfehler.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Prospektive Studie.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

22.748 Schwangere.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Hohe Vitamin-A-Mengen fruchtschädigend.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

PR 3,5 (1,7–7,3).

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Schwangere sollten sehr vitamin-A-reiche Quellen wie Leber meiden.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Selbst angegebene Ernährung.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht einem freien Leberverzehr in der Schwangerschaft.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Die genaue sichere Leberportion.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Rothman KJ et al.
Fachzeitschrift
N Engl J Med
Jahr
1995
Identifikator
PMID 7477116 DOI 10.1056/NEJM199511233332101
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-25
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

In PubMed aufgeführte Fördermittel: NINDS NIH HHS

2. Forschungsfrage

Ist eine hohe Vitamin-A-Aufnahme fruchtschädigend?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive Studie an Schwangeren mit Ernährungsinterviews (erstes Trimester).
Population

Schwangere mit AFP-Screening oder Amniozentese

Land

USA

Zeitraum

Okt. 1984 – Juni 1987

Stichprobengröße

22.748 Frauen; 339 Babys mit Fehlbildungen (121 der kranialen Neuralleiste)

Ein- und Ausschlusskriterien

Im Abstract nicht im Detail beschrieben.

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Vorgeformtes Vitamin A aus Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln

Vergleichsgruppe

≤5.000 IE/Tag

Endpunkte

Geburtsfehler (kraniale Neuralleiste).

Statistische Methoden

Prävalenzverhältnisse; geglättete Regression.

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

>15.000 IE/Tag aus Lebensmitteln + Präparaten vs. ≤5.000: Prävalenzverhältnis 3,5 (1,7–7,3); Präparate >10.000 IE/Tag vs. ≤5.000: 4,8 (2,2–10,5); scheinbarer Schwellenwert bei etwa 10.000 IE/Tag aus Präparaten; Risiko vor allem vor der 7. Woche.

Absolute Risiken

Schätzungsweise 1 von 57 Säuglingen von Frauen, die >10.000 IE/Tag als Präparat einnahmen, hatte eine auf das Präparat zurückzuführende Fehlbildung.

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Eine hohe Aufnahme von vorgeformtem Vitamin A über die Nahrung scheint fruchtschädigend zu sein.

6. Stärken

  • Großer prospektiver Datensatz
  • Biologische Plausibilität (Retinoide)

7. Schwächen

  • Vitamin A aus der Nahrung selbst angegeben
  • Wenige exponierte Fälle

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Fehlklassifikation der Exposition möglich.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Starke relative Effekte; breite KI.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Widerspricht der unbegrenzten Freigabe von Leber (C-MEAT-03) in der Schwangerschaft.

11. Unabhängige Gegenbefunde

entfällt

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch.

13. Methodisches Gesamturteil

Grundlage für Empfehlungen zu vorgeformtem Vitamin A in der Schwangerschaft.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Leberspezifische Dosis.

15. Verknüpfte Faktenchecks