Mess-/Rückstandsstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-MEAT-106 Standardprüfung
Eine Portion Rinderleber kann die Vitamin-A-Grenze weit überschreiten
Analysis of retinol concentrations in bovine liver and its habitual consumption by pregnant women.
Kurzüberblick
Praxedes de Aquino RC et al.. Ann Nutr Metab 2006 · PMID 16809900 · DOI 10.1159/000094295
100 g Rinderleber enthielten etwa 5.200–17.000 µg Vitamin A, weit über der täglichen Sicherheitsgrenze von 3.000 µg.
Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat
Verständliche Zusammenfassung
Studie einfach erklärt
- Was wollten die Forschenden herausfinden?
Vitamin A in Rinderleber messen.
- Wie wurde die Studie durchgeführt?
HPLC-Analyse plus Befragung.
- Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?
60 Lebern; 100 Schwangere.
- Was wurde tatsächlich festgestellt?
Sehr hohe Retinolgehalte; viele Schwangere aßen Leber.
- Wie groß war der beobachtete Effekt?
1,7-5,6-Faches der UL pro 100 g.
- Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?
Leber ist sehr reich an Vitamin A; Schwangere sollten sie meiden.
- Welche Einschränkungen hat die Studie?
Brasilianische Rinder.
- Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?
Widerspricht unbegrenztem Leberverzehr.
- Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?
Mäßig.
- Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?
Sie misst keine Geburtsergebnisse.
Wissenschaftliche Detailprüfung
1. Vollständige Quellenangabe
- Autorinnen und Autoren
- Praxedes de Aquino RC et al.
- Fachzeitschrift
- Ann Nutr Metab
- Jahr
- 2006
- Identifikator
- PMID 16809900 DOI 10.1159/000094295
- Verifizierung
- verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
- Zurückgezogen
- nein
- Korrekturen
- keine
- Geprüfter Umfang
- nur Abstract
- Interessenkonflikte und Finanzierung
Nicht-US-amerikanische staatliche Förderung (PubMed).
2. Forschungsfrage
Wie viel Retinol enthält Rinderleber, und wie oft essen Schwangere sie?
3. Studiendesign und Population
- Studiendesign
- Mess-/Rückstandsstudie – Lebensmittelanalyse (HPLC) plus Befragung schwangerer Frauen zur Verzehrhäufigkeit
- Population
60 Rinderleberproben; 100 Schwangere, Natal, Brasilien
- Land
Brasilien
- Zeitraum
im Abstract nicht angegeben
- Stichprobengröße
60 Leberproben; 100 Frauen
- Ein- und Ausschlusskriterien
im Abstract nicht näher beschrieben
4. Methoden und Endpunkte
- Exposition / Intervention
Verzehr von Rinderleber
- Vergleichsgruppe
Nicht zutreffend
- Endpunkte
Retinolkonzentration; Häufigkeit des Leberverzehrs
- Statistische Methoden
Deskriptiv
5. Tatsächliche Ergebnisse
- Ergebnisse
Retinol: 16.947,8 +/- 6.866,9 ug/100 g (Rasse Nelore) und 5.213,1 +/- 2.517,2 ug/100 g (nicht näher bestimmte Rasse). 73 % der Schwangeren aßen Leber; in 71 % der Fälle stammte der Rat, Leber zu essen, von qualifizierten Fachleuten.
- Absolute Risiken
nicht berichtet
- Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren
Vom täglichen Verzehr von Rinderleber wird Schwangeren abgeraten, unabhängig von der genetischen Herkunft des Tieres.
6. Stärken
- Direkte Messung von Retinol
7. Schwächen
- Einzelne Region; kleine Stichprobe
8. Risiko systematischer Verzerrungen
- Orientierendes Instrument
- none applicable
- Art der Einschätzung
- vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
- Formale Vollbewertung
- nein
- Gesamturteil Biasrisiko
- einige Bedenken
- Begründung
Deskriptiv.
9. Bewertung der statistischen Interpretation
Eine Portion von 100 g liefert 5.213-16.948 ug Retinol, also das 1,7-5,6-Fache der UL der EFSA (stats/C-MEAT-03_liver_vitaminA.py).
10. Relevanz für die konkrete Aussage
Beziffert, warum Leber nicht „ohne Begrenzung erlaubt“ sein kann: Eine Portion kann die Obergrenze für Vitamin A um ein Mehrfaches überschreiten.
11. Unabhängige Gegenbefunde
Der Retinolgehalt variiert stark nach Rasse und Fütterung.
12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa
Der Retinolgehalt ägyptischer Leber wurde hier nicht gemessen.
13. Methodisches Gesamturteil
Stützt das Sicherheitsbedenken.
| Mehrdimensionale Bewertung | |
|---|---|
| Authentizität der Quelle | verifiziert |
| Methodische Qualität | moderat |
| Biasrisiko | einige Bedenken |
| Präzision der Ergebnisse | moderat |
| Direkte Relevanz | direkt |
| Reproduzierbarkeit | teilweise repliziert |
| Konsistenz mit der Gesamtevidenz | konsistent |
| Regionale Übertragbarkeit | moderat |
| Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv) | nicht anwendbar |
14. Offene Fragen
Retinol in ägyptischer Rinder-, Büffel- und Lammleber.
15. Verknüpfte Faktenchecks
- Leber und Innereien (Lammleber, Rinderleber, Füße, Kopffleisch, Kutteln/Mumbar, Kalbfleisch) seien ohne angegebene Häufigkeitsgrenze erlaubt. – Studien, die der Behauptung widersprechen oder sie einschränken