Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-ORG-135 Standardprüfung

Entfernung der Eierstöcke und Sterberaten bei kalifornischen Lehrerinnen

Bilateral oophorectomy is not associated with increased mortality: the California Teachers Study.

Kurzüberblick

Duan L et al.. Fertil Steril 2012 · PMID 22088205 · DOI 10.1016/j.fertnstert.2011.10.004

Frauen, deren Wechseljahre durch die Entfernung der Eierstöcke eintraten, starben nicht häufiger als Frauen mit natürlichen Wechseljahren.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Sterblichkeit nach operativer und natürlicher Menopause vergleichen

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Prospektive Kohorte

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

Etwa 41.000 Frauen

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Kein Anstieg der Sterblichkeit

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Gesamtsterblichkeit RR 0,86-0,87

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Zeigt, dass der Schaden nicht in jeder Studie zu sehen ist

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Survivor Bias, anderer Vergleich

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht der Behauptung

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Übertragbar

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann einen Schaden bei jungen Frauen ohne Östrogen nicht ausschließen

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Duan L et al.
Fachzeitschrift
Fertil Steril
Jahr
2012
Identifikator
PMID 22088205 DOI 10.1016/j.fertnstert.2011.10.004
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Von den NIH gefördert (PubMed).

2. Forschungsfrage

Ist die operative Menopause durch beidseitige Oophorektomie im Vergleich zur natürlichen Menopause mit der Sterblichkeit verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive Kohorte (California Teachers Study)
Population

CTS-Teilnehmerinnen mit operativer (n = 9785) oder natürlicher Menopause (n = 32.219)

Land

USA (Kalifornien)

Zeitraum

Kohorte ab 1995-1996

Stichprobengröße

41.004 analysiert (von 133.479)

Ein- und Ausschlusskriterien

Frauen, die zu Studienbeginn die Art der Menopause angaben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Beidseitige Oophorektomie (operative Menopause)

Vergleichsgruppe

Natürliche Menopause

Endpunkte

Gesamtsterblichkeit, kardiovaskuläre Sterblichkeit, Krebssterblichkeit

Statistische Methoden

Cox-Regression, multivariables RR

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Menopause < 45: Gesamtsterblichkeit RR 0,86 (0,74-1,00), CVD 0,85 (0,66-1,11), Krebs 0,91 (0,67-1,23). Menopause >= 45: Gesamtsterblichkeit 0,87 (0,80-0,94), CVD 0,83 (0,71-0,96), Krebs 0,84 (0,72-0,98). Kein Unterschied nach Hormontherapie.

Absolute Risiken

Nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Eine operative Menopause durch beidseitige Oophorektomie erhöht im Vergleich zur natürlichen Menopause die Sterblichkeit nicht.

6. Stärken

  • Große prospektive Kohorte

7. Schwächen

  • Der Vergleich ist die natürliche Menopause, nicht der Erhalt der Eierstöcke bei der Hysterektomie
  • Operation selbst berichtet
  • Prevalent-User-/Survivor-Bias (Status zu Studienbeginn)
  • Hoher Östrogengebrauch in der Kohorte

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
hoch
Begründung

Frauen, die zu Studienbeginn nach der Operation noch lebten (Survivor Bias); anderer Vergleich.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Punktschätzer unter 1 deuten eher auf Bias (Healthy-Survivor-Effekt) als auf echten Schutz hin.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Wichtigste widersprechende Kohorte.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Cusimano 2021 und Parker 2013 fanden mit besseren Designs Schäden bei jüngeren Frauen.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

USA; übertragbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Widerspricht einer allgemeinen Behauptung eines Schadens, ist aber schwächer als Kohorten mit neu auftretender Exposition.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikohoch
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitnicht repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzinkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

entfällt

15. Verknüpfte Faktenchecks