Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-PPI-109 Standardprüfung

Kein Zusammenhang zwischen PPI und Spermienqualität

Proton-pump inhibitor use does not affect semen quality in subfertile men.

Kurzüberblick

Keihani S et al.. Asian J Androl 2018 · PMID 28879865 · DOI 10.4103/aja.aja_35_17

Unter Männern in einer Kinderwunschklinik hatten diejenigen, die PPI nahmen, ähnliche Spermabefunde wie Männer ohne Medikamente.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: niedrig

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

PPI und Spermienqualität prüfen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Retrospektive Kohorte.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

248 PPI-Anwender, 7698 Kontrollen.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Keine signifikanten Unterschiede.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Nicht signifikant.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Kein Hinweis, dass PPI den Spermien schaden.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Schwaches Design.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht (schwach) der Behauptung einer Unfruchtbarkeit.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Anwendbar.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann kleine Effekte nicht ausschließen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Keihani S et al.
Fachzeitschrift
Asian J Androl
Jahr
2018
Identifikator
PMID 28879865 DOI 10.4103/aja.aja_35_17
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Förderung durch NCATS/NIH (PubMed)

2. Forschungsfrage

Ist die PPI-Anwendung bei Männern mit eingeschränkter Fruchtbarkeit mit der Spermienqualität assoziiert?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Retrospektive Kohorte von Patienten eines Kinderwunschzentrums
Population

Männer mit eingeschränkter Fruchtbarkeit in einem Kinderwunschzentrum in den USA

Land

USA

Zeitraum

2003-2013

Stichprobengröße

12.257 geprüft; 248 PPI-Anwender (258 Proben); 7698 Kontrollen ohne Medikament

Ein- und Ausschlusskriterien

PPI-Anwendung >3 Monate vor der Samengewinnung; spermientoxische Arzneimittel ausgeschlossen

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

PPI >3 Monate

Vergleichsgruppe

Kein Medikament

Endpunkte

Konventionelle Spermaparameter

Statistische Methoden

Lineare gemischte Modelle, adjustiert für das Alter

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Die Anwendung von PPI (allein oder mit nicht spermientoxischen Arzneimitteln) war nicht mit statistisch signifikanten Veränderungen der Spermaparameter verbunden.

Absolute Risiken

Nicht zutreffend

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die Anwendung von PPI war nicht mit nachteiligen Wirkungen auf die Spermienqualität verbunden.

6. Stärken

  • Große Datenbank eines Zentrums

7. Schwächen

  • Retrospektiv
  • Nur nach Alter adjustiert
  • Population mit eingeschränkter Fruchtbarkeit; kein Fruchtbarkeitsendpunkt

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
hoch
Begründung

Minimale Adjustierung; Exposition selbst berichtet.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Kein Effekt; Präzision durch 248 exponierte Männer begrenzt.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Einzige gefundene Studie zu PPI und männlichen Fruchtbarkeitsparametern: kein nachteiliger Zusammenhang.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Ein früherer kleiner Bericht deutete auf nachteilige Veränderungen hin (von den Autoren zitiert).

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Mäßig.

13. Methodisches Gesamturteil

Schwache Evidenz, aber entgegen der Behauptung einer Unfruchtbarkeit.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätniedrig
Biasrisikohoch
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitunbekannt
Konsistenz mit der Gesamtevidenzunbekannt
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Fruchtbarkeitsendpunkte; Daten zur erektilen Funktion fehlen.

15. Verknüpfte Faktenchecks