Risikobewertungunabhängige GegenprüfungVolltext geprüft I-RES-102 Standardprüfung

WHO/FAO-Fachleute: Gentamicin wird beim Schlucken kaum aufgenommen

JECFA: Gentamicin - toxicological monograph (WHO Food Additives Series 34) and JECFA evaluation summary (ADI 0-0.02 mg/kg bw, latest evaluation 1998)

Kurzüberblick

Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA). WHO Food Additives Series / INCHEM 1998

Fachleute legten eine sichere tägliche Aufnahmemenge von 0,02 mg/kg Körpergewicht fest und stellen fest, dass Gentamicin aus dem Darm im Wesentlichen nicht aufgenommen wird; Nieren- und Ohrschäden wurden bei gespritzten medizinischen Dosen beobachtet.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Welche Aufnahme von Gentamicin-Rückständen ist für Verbraucherinnen und Verbraucher sicher?

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Internationale Expertenbewertung eines Rückstands von Tierarzneimitteln

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

nicht zutreffend

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Zusammenfassung (jec_897): ADI 0-0,02 mg/kg bw (letzte Bewertung 1998); MRL (mg/kg) Muskel und Fett (Rinder, Schweine) 0,1, Leber 2, Niere 5, Milch 0,2. Monografie (FAS 34): „Gentamicin wird, wie andere Aminoglykosid-Arzneimittel, aus dem Magen-Darm-Trakt schlecht aufgenommen“; „Aminoglykoside werden nach oraler Gabe im Wesentlichen nicht aufgenommen“. Therapeutische Daten beim Menschen: etwa 1,7 mg/kg bw i.v. alle 8 Stunden (5,1 mg/kg bw/Tag) verursachten bei 8 (15 %) Patienten eine Nephrotoxizität und bei 3 (6 %) eine Hörschädigung.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Zusammenfassung (jec_897): ADI 0-0,02 mg/kg bw (letzte Bewertung 1998); MRL (mg/kg) Muskel und Fett (Rinder, Schweine) 0,1, Leber 2, Niere 5, Milch 0,2. Monografie (FAS 34): „Gentamicin wird, wie andere Aminoglykosid-Arzneimittel, aus dem Magen-Darm-Trakt schlecht aufgenommen“; „Aminoglykoside werden nach oraler Gabe im Wesentlichen nicht aufgenommen“. Therapeutische Daten beim Menschen: etwa 1,7 mg/kg bw i.v. alle 8 Stunden (5,1 mg/kg bw/Tag) verursachten bei 8 (15 %) Patienten eine Nephrotoxizität und bei 3 (6 %) eine Hörschädigung.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Nieren- und Hörschäden stammen von medizinischen Injektionen, nicht von Spuren in Lebensmitteln.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Ältere Bewertung; MRL nur für Rinder und Schweine festgelegt

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht dem Teil der Behauptung zur Gesundheitsschädigung.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Gilt international.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Behandelt keine illegal sehr hohen Rückstände.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA)
Fachzeitschrift
WHO Food Additives Series / INCHEM
Jahr
1998
Identifikator
Verifizierung
verifiziert – WebFetch of INCHEM monograph and evaluation summary (https://inchem.org/documents/jecfa/jeceval/jec_897.htm) 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
Volltext
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Welche Aufnahme von Gentamicin-Rückständen ist für Verbraucherinnen und Verbraucher sicher?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Risikobewertung – Internationale Expertenbewertung eines Rückstands von Tierarzneimitteln
Population

Allgemeinbevölkerung

Land

international

Zeitraum

Bewertungen von 1995-1998

Stichprobengröße

nicht zutreffend

Ein- und Ausschlusskriterien

wie im Abstract beschrieben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Gentamicin-Rückstände in Lebensmitteln

Vergleichsgruppe

Toxikologische und mikrobiologische Schwellenwerte

Endpunkte

ADI, MRL, Toxizität

Statistische Methoden

wie im Abstract berichtet

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Zusammenfassung (jec_897): ADI 0-0,02 mg/kg bw (letzte Bewertung 1998); MRL (mg/kg) Muskel und Fett (Rinder, Schweine) 0,1, Leber 2, Niere 5, Milch 0,2. Monografie (FAS 34): „Gentamicin wird, wie andere Aminoglykosid-Arzneimittel, aus dem Magen-Darm-Trakt schlecht aufgenommen“; „Aminoglykoside werden nach oraler Gabe im Wesentlichen nicht aufgenommen“. Therapeutische Daten beim Menschen: etwa 1,7 mg/kg bw i.v. alle 8 Stunden (5,1 mg/kg bw/Tag) verursachten bei 8 (15 %) Patienten eine Nephrotoxizität und bei 3 (6 %) eine Hörschädigung.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Rückstände unterhalb der ADI stellen kein nennenswertes Risiko dar; die ADI beruht auf einem mikrobiologischen Endpunkt.

6. Stärken

  • Bewertung zur Festlegung internationaler Standards

7. Schwächen

  • Ältere Bewertung
  • MRL nur für Rinder und Schweine festgelegt

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
none applicable
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
nicht beurteilbar
Begründung

Risikobewertung.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Therapeutische i.v.-Dosen liegen etwa um das 8.000-Fache über der aus I-RES-101 geschätzten Schlimmstfall-Aufnahme von Rückständen.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Legt die sichere Aufnahmemenge fest und erklärt, warum orale Rückstände sich von injizierten therapeutischen Dosen unterscheiden.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

13. Methodisches Gesamturteil

Die Fachleute legen eine sichere tägliche Aufnahme von 0,02 mg/kg Körpergewicht fest und stellen fest, dass Gentamicin aus dem Darm im Wesentlichen nicht aufgenommen wird; Nieren- und Ohrschäden wurden bei injizierten medizinischen Dosen beobachtet.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissenicht anwendbar
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitunbekannt
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks