Risikobewertungunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-SOD-127 Standardprüfung

Zuckerhaltige Getränke könnten weltweit Millionen Diabetesfälle verursachen

Burdens of type 2 diabetes and cardiovascular disease attributable to sugar-sweetened beverages in 184 countries.

Kurzüberblick

Lara-Castor L et al.. Nat Med 2025 · PMID 39762424 · DOI 10.1038/s41591-024-03345-4

Ein globales Modell schätzte, dass zuckerhaltige Getränke 2020 etwa 10 % der neuen Fälle von Typ-2-Diabetes ausmachten, mit hoher Last im Nahen Osten und in Nordafrika.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Ja · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Die weltweite Krankheitslast durch zuckerhaltige Getränke schätzen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Risikobewertungsmodell für 184 Länder.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

Bevölkerungsdaten.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

2,2 Millionen neue Diabetes- und 1,2 Millionen neue Herzerkrankungsfälle wurden 2020 zuckerhaltigen Getränken zugeschrieben.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

9,8 % der neuen Typ-2-Diabetes-Fälle.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Weniger zuckerhaltige Getränke könnten viele Fälle verhindern, auch in der arabischen Region.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Beruht auf kausalen Annahmen.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt die gesundheitspolitische Relevanz der Behauptung.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Schließt Europa ein.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann Kausalität selbst nicht belegen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Lara-Castor L et al.
Fachzeitschrift
Nat Med
Jahr
2025
Identifikator
PMID 39762424 DOI 10.1038/s41591-024-03345-4
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen

Autorenkorrektur veröffentlicht: Nat Med 2025;31(2):696, doi 10.1038/s41591-025-03524-x (PMID 39870818); Inhalt der Korrektur nicht geprüft.

Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Die Forschenden geben keine Förderung durch die Pharmaindustrie für den Bericht an; die Autorinnen und Autoren nennen Förderung durch die Gates Foundation, die AHA und weitere Forschungsförderung außerhalb dieser Arbeit (PubMed-Eintrag)

2. Forschungsfrage

Wie viele neue Fälle von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit, regional und national auf die Aufnahme zuckergesüßter Getränke zurückzuführen?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Risikobewertung – Modell der vergleichenden Risikobewertung mit Aufnahmedaten der Global Dietary Database und metaanalytisch gepoolten relativen Risiken
Population

Erwachsene in 184 Ländern

Land

Global (einschließlich Naher Osten und Nordafrika)

Zeitraum

1990 und 2020

Stichprobengröße

184 Länder

Ein- und Ausschlusskriterien

Nicht zutreffend

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Aufnahme zuckergesüßter Getränke nach Alter, Geschlecht, Bildung, Urbanität

Vergleichsgruppe

Kontrafaktisches Szenario ohne Aufnahme zuckergesüßter Getränke

Endpunkte

Auf zuckergesüßte Getränke zurückführbare Inzidenz von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Statistische Methoden

Vergleichende Risikobewertung mit Unsicherheitsintervallen

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Im Jahr 2020 waren weltweit 2,2 Millionen (2,0–2,3) neue Fälle von Typ-2-Diabetes und 1,2 Millionen (1,1–1,3) neue Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf zuckergesüßte Getränke zurückzuführen (9,8 % und 3,1 % der neu aufgetretenen Fälle). Volltext: Der Nahe Osten und Nordafrika hatten 1001 auf zuckergesüßte Getränke zurückführbare neue Fälle von Typ-2-Diabetes pro Million Erwachsene und die höchste auf diese Getränke zurückführbare Inzidenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (815 pro Million).

Absolute Risiken

Zurechenbare Fälle pro Million Erwachsene nach Region angegeben (siehe Ergebnisse)

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Hebt Länder und Bevölkerungsgruppen hervor, die von kardiometabolischen Erkrankungen durch zuckergesüßte Getränke am stärksten betroffen sind.

6. Stärken

  • Globale Abdeckung einschließlich MENA
  • Stratifizierte Schätzungen

7. Schwächen

  • Das Modell nimmt kausale relative Risiken aus Kohortenstudien an
  • Aufnahmedaten teilweise modelliert
  • Korrektur veröffentlicht

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
none applicable
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Modellierungsstudie; die Ergebnisse hängen von kausalen Annahmen ab.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Die zurechenbare Krankheitslast hängt vom angenommenen kausalen RR ab; sie ist kein unabhängiger Beleg für Kausalität.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Regionaler Kontext für C-SOD-01: schätzt eine erhebliche, auf zuckergesüßte Getränke zurückführbare Diabeteslast im Nahen Osten und in Nordafrika.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Annahme der Kausalität.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Enthält europäische Schätzungen.

13. Methodisches Gesamturteil

Nützlich für Größenordnung und regionale Relevanz, nicht für Rückschlüsse auf Kausalität.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitunbekannt
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Qualität der ägyptenspezifischen Aufnahmedaten.

15. Verknüpfte Faktenchecks