Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-SRC-104 Tiefenprüfung

Die MMR-Impfung verursacht keinen Autismus

Measles, Mumps, Rubella Vaccination and Autism: A Nationwide Cohort Study.

Kurzüberblick

Hviid A et al.. Ann Intern Med 2019 · PMID 30831578 · DOI 10.7326/M18-2101

Unter 657.461 dänischen Kindern hatten geimpfte Kinder nicht häufiger Autismus als ungeimpfte.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Den Zusammenhang zwischen MMR und Autismus prüfen

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Landesweite Kohorte

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

657.461 Kinder

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Kein erhöhtes Autismusrisiko

Wie groß war der beobachtete Effekt?

HR 0,93 (0,85-1,02)

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Die Angst vor Autismus ist kein Grund, auf MMR zu verzichten

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Beobachtungsstudie

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht einem Verbot von Impfungen

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Hviid A et al.
Fachzeitschrift
Ann Intern Med
Jahr
2019
Identifikator
PMID 30831578 DOI 10.7326/M18-2101
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works record checked
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Finanziert von der Novo Nordisk Foundation und dem dänischen Gesundheitsministerium.

2. Forschungsfrage

Erhöht die MMR-Impfung das Autismusrisiko, auch in empfänglichen Untergruppen oder Zeitfenstern?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Landesweite registerbasierte Kohortenstudie
Population

Alle in Dänemark 1999-2010 geborenen Kinder

Land

Dänemark

Zeitraum

Nachbeobachtung bis 31. August 2013

Stichprobengröße

657.461 Kinder; 5.025.754 Personenjahre; 6517 Autismusdiagnosen

Ein- und Ausschlusskriterien

In Dänemark geborene Kinder, ab dem Alter von 1 Jahr nachbeobachtet

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

MMR-Impfung

Vergleichsgruppe

Nicht mit MMR geimpfte Kinder

Endpunkte

Autismusdiagnose

Statistische Methoden

Cox-Regression, adjustiert für Alter, Geburtsjahr, Geschlecht, andere Impfungen, Autismus bei Geschwistern, Autismus-Risikoscore

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Vollständig adjustierte HR für Autismus bei MMR-Geimpften vs. Ungeimpften 0,93 (95-%-KI 0,85-1,02). Kein erhöhtes Risiko in Untergruppen (Geschwisteranamnese, Risikofaktoren, andere Impfungen) oder in Zeiträumen nach der Impfung.

Absolute Risiken

Inzidenz insgesamt 129,7 pro 100.000 Personenjahre (berichtet; neu berechnet in stats/C-SRC-56_vaccines.py).

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die MMR-Impfung erhöht das Autismusrisiko nicht, löst bei empfänglichen Kindern keinen Autismus aus und ist nicht mit einer Häufung von Fällen nach der Impfung verbunden.

6. Stärken

  • Register der gesamten Bevölkerung
  • Sehr groß
  • Analysen von Untergruppen und Zeitfenstern

7. Schwächen

  • Beobachtungsstudie
  • Keine Überprüfung der Krankenakten

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig
Begründung

Registerdaten minimieren Recall Bias und Selektionsbias; Residual Confounding möglich, würde einen Schaden aber wahrscheinlich nicht verbergen.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Konfidenzintervall der HR logarithmisch symmetrisch (0,93; Mittelpunkt 0,931). Die obere Grenze von 1,02 schließt jeden bedeutsamen Anstieg aus.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Räumt einen häufig genannten Grund für die Ablehnung von Impfungen (Autismus) aus.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Keine von vergleichbarer Qualität.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Direkt übertragbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Hochwertige Evidenz gegen einen Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks