Randomisierte kontrollierte Studieunabhängige Gegenprüfungnur Abstract geprüft★ wichtige Studie I-SUP-01 Tiefenprüfung

Folsäure verhindert Spina bifida (MRC-Studie)

Prevention of neural tube defects: results of the Medical Research Council Vitamin Study. MRC Vitamin Study Research Group.

Kurzüberblick

MRC Vitamin Study Research Group. Lancet 1991 · PMID 1677062

Folsäure senkte Neuralrohrdefekte um 72 %.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Vorbeugung von Neuralrohrdefekten.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

RCT.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

1.817 Frauen.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Weniger Neuralrohrdefekte.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

RR 0,28.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Folsäure vor der Schwangerschaft ist unverzichtbar.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Frauen mit hohem Risiko.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht einem pauschalen Verbot.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Übertragbar.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
MRC Vitamin Study Research Group
Fachzeitschrift
Lancet
Jahr
1991
Identifikator
PMID 1677062
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-25
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Verhindern Folsäure oder andere Vitamine rund um die Empfängnis das erneute Auftreten von Neuralrohrdefekten?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Randomisierte kontrollierte Studie – Randomisierte, doppelblinde faktorielle Präventionsstudie (MRC Vitamin Study)
Population

Frauen mit einer früheren von einem Neuralrohrdefekt betroffenen Schwangerschaft

Land

33 Zentren, 7 Länder

Stichprobengröße

1.817 Frauen; 1.195 abgeschlossene Schwangerschaften

Ein- und Ausschlusskriterien

Frauen mit hohem Risiko

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Folsäure (Dosis im Abstract nicht angegeben) und/oder eine Mischung aus sieben anderen Vitaminen

Vergleichsgruppe

Keine Folsäure

Endpunkte

Neuralrohrdefekt

Statistische Methoden

RR

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

27 Neuralrohrdefekte: 6 in den Folsäuregruppen vs. 21 in den anderen; RR 0,28 (0,12–0,71), 72 % Schutzwirkung; andere Vitamine RR 0,80 (n. s.); kein nachweisbarer Schaden.

Absolute Risiken

6 vs. 21 Neuralrohrdefekte unter 1.195 Schwangerschaften

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Folsäure vor der Schwangerschaft wird Frauen mit einer früheren betroffenen Schwangerschaft nachdrücklich empfohlen; Public-Health-Maßnahmen für alle Frauen.

6. Stärken

  • Wegweisende RCT

7. Schwächen

  • Population mit hohem Risiko (Wiederauftreten, nicht erstes Auftreten)
  • Folsäuredosis im Abstract nicht angegeben

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
RoB 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig
Begründung

Vereinfacht.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Großer Effekt.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

C-SUP-10.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch.

13. Methodisches Gesamturteil

Grundlegende Evidenz für Folsäure.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks