Metaanalyseunabhängige Gegenprüfungnur Abstract geprüft★ wichtige Studie I-SUP-04 Tiefenprüfung

Eisen in der Schwangerschaft (Cochrane)

Daily oral iron supplementation during pregnancy.

Kurzüberblick

Peña-Rosas JP et al.. Cochrane Database Syst Rev 2015 · PMID 26198451 · DOI 10.1002/14651858.CD004736.pub5

Tägliches Eisen senkte die Anämie am Geburtstermin um 70 %.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Eisen in der Schwangerschaft.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Cochrane.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

43.274 Frauen.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Weniger Anämie.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

RR 0,30.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Eisen hilft schwangeren Frauen.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Evidenz niedriger Qualität.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht C-SUP-09.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Übertragbar.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Nutzen für Geburtsergebnisse.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Peña-Rosas JP et al.
Fachzeitschrift
Cochrane Database Syst Rev
Jahr
2015
Identifikator
PMID 26198451 DOI 10.1002/14651858.CD004736.pub5
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-25
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Wir bestätigen, dass wir keine Verbindungen zu oder Beteiligung an einer Organisation oder Einrichtung mit direktem finanziellem Interesse am Gegenstand des Reviews haben (z. B. Anstellung, Beratung, Aktienbesitz, Honorare, Gutachtertätigkeit). Juan Pablo Peña‐Rosas war Autor einer ausgeschlossenen Studie zur intermittierenden Eisen- und Folsäureergänzung. Luz Maria De‐Regil ist Vollzeitmitarbeiterin der Micronutrient Initiative, einer internationalen Organisation, die Vitaminmaßnahmen für Kinder, Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere durchführt, darunter Eisen- und Folsäureergänzung in acht Ländern in Afrika und Südostasien. Haftungsausschluss: Juan Pablo Peña‐Rosas ist derzeit Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation. Maria Nieves Garcia‐Casal ist Beraterin für die Weltgesundheitsorganisation. Die Autorinnen und Autoren allein sind für die in dieser Veröffentlichung geäußerten Ansichten verantwortlich; diese geben nicht notwendigerweise die Entscheidungen, die Politik oder die Ansichten der Weltgesundheitsorganisation wieder. Die Einrichtung von Therese Dowswell (University of Liverpool) hat ein NIHR Cochrane Programme Grant erhalten, und Therese ist derzeit in diesem Projekt angestellt. Im Rahmen ihrer Tätigkeit hilft Therese ehrenamtlichen Review-Teams bei der Erstellung von Cochrane-Reviews. Dieser Review gehört nicht zu diesem Portfolio von Reviews. In den letzten 36 Monaten hat Therese Mittel von der WHO für die Arbeit an anderen Cochrane-Reviews erhalten. Die Geldgeber haben keinen Einfluss auf Inhalt oder Schlussfolgerungen der Reviews, an denen Therese arbeitet.

2. Forschungsfrage

Wirkungen täglicher oraler Eisenpräparate in der Schwangerschaft

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Metaanalyse – Cochrane-systematischer Review von RCTs
Population

Schwangere Frauen

Land

Multinational (einschl. Malariagebiete)

Zeitraum

bis Jan./Feb. 2015

Stichprobengröße

61 Studien; 44 Studien, 43.274 Frauen

Ein- und Ausschlusskriterien

RCTs/quasi-randomisierte Studien

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Tägliches Eisen ± Folsäure ± Mikronährstoffe

Vergleichsgruppe

Kein Eisen/Placebo

Endpunkte

Anämie der Mutter, Eisenmangel, Geburtsergebnisse

Statistische Methoden

Random-Effects-Modell; GRADE

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Anämie der Mutter am Termin RR 0,30 (0,19–0,46, niedrige Qualität); Eisenmangelanämie RR 0,33 (0,16–0,69); Eisenmangel RR 0,43 (0,27–0,66); niedriges Geburtsgewicht 8,4 % vs. 10,3 %, RR 0,84 (0,69–1,03, n. s.); Frühgeburt RR 0,93 (n. s.); höheres Risiko für Hb >130 g/L.

Absolute Risiken

Niedriges Geburtsgewicht 8,4 % vs. 10,3 % (n. s.)

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die Ergänzung senkt Anämie und Eisenmangel bei Müttern; Wirkungen auf andere Endpunkte weniger klar.

6. Stärken

  • Cochrane
  • Groß

7. Schwächen

  • Heterogenität
  • Evidenz niedriger Qualität für die Hauptendpunkte

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
AMSTAR 2
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig

9. Bewertung der statistischen Interpretation

10. Relevanz für die konkrete Aussage

C-SUP-09; C-SUP-10.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch.

13. Methodisches Gesamturteil

Eisen senkt Anämie in der Schwangerschaft.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks