Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-SUP-116 Standardprüfung

Vitamin-C-Tabletten und Nierensteine

Total, Dietary, and Supplemental Vitamin C Intake and Risk of Incident Kidney Stones.

Kurzüberblick

Ferraro PM et al.. Am J Kidney Dis 2016 · PMID 26463139 · DOI 10.1053/j.ajkd.2015.09.005

Männer, die täglich 1.000 mg Vitamin C oder mehr nahmen, hatten etwa 19 % mehr Nierensteine; bei Frauen wurde kein Zusammenhang gesehen.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Die Vitamin-C-Aufnahme mit Nierensteinen in Verbindung bringen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Drei große Kohortenstudien.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

Etwa 197.000 Erwachsene.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Höheres Steinrisiko bei hochdosiertem Vitamin C nur bei Männern.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

HR 1,19 (1,01–1,40).

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Hochdosiertes Vitamin C meiden, wenn man zu Nierensteinen neigt.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Beobachtend; Fragebögen.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt einen Teil von C-SUP-07.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Übertragbar.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann nicht beweisen, dass Vitamin C Steine verursacht.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Ferraro PM et al.
Fachzeitschrift
Am J Kidney Dis
Jahr
2016
Identifikator
PMID 26463139 DOI 10.1053/j.ajkd.2015.09.005 · PMC4769668
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Keine COI-Erklärung im PubMed-Datensatz; Förderung angegeben: NCI NIH HHS, NIDDK NIH HHS

2. Forschungsfrage

Sind die gesamte, die nahrungsbedingte und die supplementär zugeführte Vitamin-C-Aufnahme mit neu aufgetretenen Nierensteinen verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive Kohortenanalyse (NHS I, NHS II, HPFS)
Population

Pflegekräfte und Angehörige von Gesundheitsberufen in den USA

Land

USA

Zeitraum

Mediane Nachbeobachtung 11,3–11,7 Jahre

Stichprobengröße

156.735 Frauen und 40.536 Männer; 6.245 neu aufgetretene Steine

Ein- und Ausschlusskriterien

Teilnehmende von NHS I/II und HPFS

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Gesamtes Vitamin C, Vitamin C aus der Nahrung und aus Präparaten

Vergleichsgruppe

Niedrigste Aufnahme / keine Einnahme von Präparaten

Endpunkte

Neu aufgetretene Nierensteine

Statistische Methoden

Multivariable Cox-Modelle

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Männer: gesamtes Vitamin C 500–999 mg/d HR 1,29 (1,04–1,60), >=1000 mg/d HR 1,43 (1,15–1,79), P für Trend 0,005; aus Präparaten >=1000 mg/d HR 1,19 (1,01–1,40), P für Trend 0,001. Frauen: kein signifikanter Zusammenhang. Vitamin C aus der Nahrung nicht verbunden.

Absolute Risiken

im Abstract nicht angegeben

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die gesamte und die supplementär zugeführte Vitamin-C-Aufnahme war bei Männern mit einem höheren Risiko für Nierensteine verbunden, bei Frauen jedoch nicht.

6. Stärken

  • Große Kohorten, lange Nachbeobachtung
  • Trennt nahrungsbedingte und supplementäre Aufnahme

7. Schwächen

  • Exposition anhand eines Food Frequency Questionnaire (FFQ)
  • Steinzusammensetzung nicht bei allen bekannt
  • Beobachtend

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Beobachtungsstudie; Residual Confounding.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Neu berechnetes P für die HR 1,19 (1,01–1,40) bei Präparaten etwa 0,04 (stats/C-SUP-07_harms.py).

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Bestätigt in großen US-Kohorten den Zusammenhang zwischen Vitamin C und Nierensteinen bei Männern.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Kein Zusammenhang bei Frauen.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Übertragbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Stützt den Teil der Behauptung zu Vitamin C und Nierensteinen bei Männern in hohen Dosen; beobachtend.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Mechanismus (Oxalat) und Dosisschwelle.

15. Verknüpfte Faktenchecks