Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-UPF-107 Standardprüfung

Hochverarbeitete Lebensmittel und Tod in 9 europäischen Ländern

Associations between degree of food processing and all-cause and cause-specific mortality: a multicentre prospective cohort analysis in 9 European countries.

Kurzüberblick

González-Gil EM et al.. Lancet Reg Health Eur 2025 · PMID 39867840 · DOI 10.1016/j.lanepe.2024.101208

Bei 429.000 Europäerinnen und Europäern ging mehr UPF mit mehr Todesfällen durch Herz- und Kreislauferkrankungen einher, nicht aber durch Krebs.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Den Verarbeitungsgrad mit Todesursachen in Verbindung bringen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Große europäische Kohorte (EPIC).

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

428.728 Erwachsene.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Mehr Todesfälle an Kreislauf- und Verdauungserkrankungen; kein Zusammenhang mit Krebstodesfällen.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Kreislauferkrankungen HR 1,09 pro SD.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Relevant für europäische Ernährungsweisen.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Beobachtend; eine einzige Ernährungserfassung.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt C-UPF-03 mit Ausnahme von Krebs.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann keine Kausalität beweisen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
González-Gil EM et al.
Fachzeitschrift
Lancet Reg Health Eur
Jahr
2025
Identifikator
PMID 39867840 DOI 10.1016/j.lanepe.2024.101208 · PMC11764076
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

COI-Erklärung im Datensatz: FMB was supported by a Wellcome Trust PhD studentship in Molecular, Genetic and Lifecourse Epidemiology (224982/Z/22/Z). RB, FR, KC, and IH were supported by the World Cancer Research Fund International (IIG_FULL_2020_033). CML was supported by the Heisenberg program of the Deutsche Forschungsgemein; Förderung angegeben: Wellcome Trust, World Health Organization

2. Forschungsfrage

Ist die Lebensmittelaufnahme nach Verarbeitungsgrad mit der Gesamtsterblichkeit und der ursachenspezifischen Sterblichkeit verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive multizentrische Kohortenstudie (EPIC, 9 europäische Länder)
Population

Erwachsene in Europa

Land

9 europäische Länder

Zeitraum

Mittlere Nachbeobachtung 15,9 Jahre

Stichprobengröße

428.728; 40.016 Todesfälle

Ein- und Ausschlusskriterien

EPIC-Teilnehmende

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Nova-Gruppen (% g/Tag)

Vergleichsgruppe

Pro Anstieg um 1 SD; Substitutionsanalysen

Endpunkte

Gesamtsterblichkeit und ursachenspezifische Sterblichkeit

Statistische Methoden

Multivariable Cox-Regression; Substitutionsmodelle

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

UPF pro 1 SD: Gesamtsterblichkeit HR 1,04 (1,02–1,05); Kreislauferkrankungen 1,09 (1,07–1,12); zerebrovaskuläre Erkrankungen 1,11 (1,05–1,17); ischämische Herzkrankheit 1,10 (1,06–1,15); Verdauungserkrankungen 1,12 (1,05–1,20); Parkinson-Krankheit 1,23 (1,06–1,42). Kein Zusammenhang mit der Sterblichkeit an Krebs oder Alzheimer. Der Ersatz von verarbeiteten Lebensmitteln und UPF durch unverarbeitete/minimal verarbeitete Lebensmittel war mit einer geringeren Sterblichkeit verbunden.

Absolute Risiken

im Abstract nicht angegeben

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Ein höherer UPF-Verzehr war mit einer höheren Sterblichkeit an Kreislauf- und Verdauungserkrankungen sowie an der Parkinson-Krankheit verbunden.

6. Stärken

  • Sehr große gesamteuropäische Kohorte
  • Lange Nachbeobachtung

7. Schwächen

  • Eine einzige Ernährungserfassung zu Studienbeginn
  • Nova nachträglich auf Fragebögen angewendet

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Beobachtungsstudie.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Kleine Effekte pro SD; schmale KI.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Stützt Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Gesamtsterblichkeit; widerspricht dem Teil zur Krebssterblichkeit.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Kein Zusammenhang mit der Krebssterblichkeit.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch (europäisch).

13. Methodisches Gesamturteil

Starke europäische Stützung für Zusammenhänge mit der kardiovaskulären Sterblichkeit.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissehoch
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzkonsistent
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Kausalität.

15. Verknüpfte Faktenchecks