Sonstigesunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-VEG-103 Tiefenprüfung

Wie viel Vitamin K die Wirkung von Warfarin verändert

Effect of vitamin K intake on the stability of oral anticoagulant treatment: dose-response relationships in healthy subjects.

Kurzüberblick

Schurgers LJ et al.. Blood 2004 · PMID 15231565 · DOI 10.1182/blood-2004-04-1525

Bei gerinnungshemmend behandelten Freiwilligen sank der INR-Wert erst ab 150 Mikrogramm Vitamin K1 täglich signifikant; Spinat- und Brokkolimahlzeiten hatten kurzlebige Wirkungen.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Die Vitamin-K-Dosis finden, die die Antikoagulation stört.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Schrittweise Präparatedosen und Testmahlzeiten.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

Gesunde antikoagulierte Freiwillige.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Die Wirkung begann bei 150 ug/Tag; Gemüsemahlzeiten hatten nur kurze Wirkungen.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

Schwelle 150 ug/Tag; klinisch relevant bei 25 %.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Kleine, unregelmäßige Portionen Blattgemüse fallen weniger ins Gewicht als oft befürchtet.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Keine Patienten; Präparate; Größe nicht im Abstract.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt die Behauptung teilweise und schränkt sie teilweise ein.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Allgemeingültig.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann das Risiko für Blutungen oder Gerinnsel nicht quantifizieren.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Schurgers LJ et al.
Fachzeitschrift
Blood
Jahr
2004
Identifikator
PMID 15231565 DOI 10.1182/blood-2004-04-1525
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben; die Affiliation des Erstautors umfasst laut PubMed-Eintrag VitaK BV (ein Unternehmen für Vitamin-K-Forschung)

2. Forschungsfrage

Welche Schwelle der Vitamin-K-Zufuhr verändert den INR unter oraler Antikoagulation?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Sonstiges – Dosis-Wirkungs-Studie an stabil antikoagulierten gesunden Freiwilligen (wöchentlich steigende Vitamin-K1-Präparate 50-500 ug/Tag) plus Testmahlzeiten mit Spinat und Brokkoli
Population

Gesunde Freiwillige, die 13 Wochen lang mit individuell angepassten Dosen antikoaguliert wurden

Land

Niederlande (Maastricht; aus der Autorenaffiliation)

Zeitraum

im Abstract nicht angegeben

Stichprobengröße

im Abstract nicht angegeben

Ein- und Ausschlusskriterien

im Abstract nicht angegeben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Vitamin-K1-Präparate 50-500 ug/Tag über jeweils 7 Tage; Vitamin-K-reiche Mahlzeiten

Vergleichsgruppe

Niedrigere Dosen / Ausgangswert

Endpunkte

INR; untercarboxyliertes FII und Osteocalcin

Statistische Methoden

Vergleich der Dosis-Wirkungs-Beziehung

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Schwellendosis von K1, die einen signifikanten INR-Abfall verursachte: 150 ug/Tag; klinisch relevante INR-Änderung bei 25 % der Teilnehmenden bei 150 ug/Tag. Die Reaktion auf Mahlzeiten mit Spinat und Brokkoli war kurzlebig, was auf eine ineffiziente Bioverfügbarkeit hindeutet.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Kurzfristige Schwankungen der Vitamin-K1-Zufuhr sind für INR-Schwankungen weniger wichtig als häufig angenommen; Präparate mit 100 ug/Tag beeinträchtigen die orale Antikoagulation nicht signifikant.

6. Stärken

  • Kontrolliertes Dosis-Wirkungs-Design
  • Prüft sowohl echte Lebensmittel als auch Präparate

7. Schwächen

  • Gesunde Freiwillige, keine Patienten
  • Stichprobengröße im Abstract nicht angegeben
  • Präparate unterscheiden sich von der Lebensmittelmatrix

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
none applicable
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Nicht randomisierte Dosissteigerung.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Schwelleneffekt bei 150 ug/Tag; Violi 2016 übersetzt 150 ug/Tag in ~30 g gekochten Spinat.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Gemischt: zeigt eine INR-Wirkung ab ~150 ug/Tag, legt aber nahe, dass Vitamin K aus Lebensmitteln weniger bioverfügbar ist und kurzfristige Schwankungen weniger ins Gewicht fallen als angenommen.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Franco 2004 fand bei Patienten größere Ernährungseffekte.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Allgemeingültig.

13. Methodisches Gesamturteil

Schränkt die Behauptung ein: Nur anhaltende, erhebliche Steigerungen verschieben den INR.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzindirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Wirkungen gewohnheitsmäßig blattgemüsereicher Ernährung bei echten Patienten.

15. Verknüpfte Faktenchecks