Kohortenstudievom Tayebat-Archiv zitiertnur Abstract geprüft★ wichtige Studie A-BAR-15 Tiefenprüfung
Notfälle wegen Selbstverletzung nach der Operation in Ontario
Self-harm Emergencies After Bariatric Surgery: A Population-Based Cohort Study.
Kurzüberblick
Bhatti JA et al.. JAMA Surg 2016 · PMID 26444444 · DOI 10.1001/jamasurg.2015.3414
Notaufnahmebesuche wegen Selbstverletzung stiegen nach der Operation von 2,33 auf 3,63 pro 1000 Patientenjahre.
Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Ja · Methodische Qualität: moderat
Verständliche Zusammenfassung
Studie einfach erklärt
- Was wollten die Forschenden herausfinden?
Risiko für Selbstverletzung
- Wie wurde die Studie durchgeführt?
Selbstkontrollierte Kohorte
- Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?
8815
- Was wurde tatsächlich festgestellt?
Anstieg nach der Operation
- Wie groß war der beobachtete Effekt?
RR 1,54
- Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?
Ein seltenes, aber reales Risiko, vor allem bei Menschen mit früherer psychischer Erkrankung
- Welche Einschränkungen hat die Studie?
Keine externe Kontrolle
- Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?
Stützt
- Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?
Übertragbar
- Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?
Kausalität
Wissenschaftliche Detailprüfung
1. Vollständige Quellenangabe
- Autorinnen und Autoren
- Bhatti JA, Nathens AB, Thiruchelvam D, Grantcharov T, Goldstein BI, Redelmeier DA
- Fachzeitschrift
- JAMA Surg
- Jahr
- 2016
- Identifikator
- PMID 26444444 DOI 10.1001/jamasurg.2015.3414
- Verifizierung
- verifiziert – PubMed E-utilities efetch, 2026-10-25
- Zurückgezogen
- nein
- Korrekturen
- keine
- Geprüfter Umfang
- nur Abstract
- Interessenkonflikte und Finanzierung
Interessenkonflikte: im Datensatz nicht angegeben | Förderungen: Canadian Institutes of Health Research
2. Forschungsfrage
Notfälle wegen Selbstverletzung vor vs. nach Adipositaschirurgie
3. Studiendesign und Population
- Studiendesign
- Kohortenstudie – Bevölkerungsbasierte selbstkontrollierte (Vorher-nachher-)Kohorte
- Population
Erwachsene in Ontario mit Adipositasoperation (98,5 % Magenbypass)
- Land
Kanada
- Zeitraum
Operation 2006-2011; 3 Jahre vorher/nachher
- Stichprobengröße
8815
4. Methoden und Endpunkte
- Exposition / Intervention
Zeitraum nach der Operation
- Vergleichsgruppe
Zeitraum vor der Operation (dieselben Patientinnen und Patienten)
- Endpunkte
Notaufnahmebesuche wegen Selbstverletzung
- Statistische Methoden
Ratenverhältnis
5. Tatsächliche Ergebnisse
- Ergebnisse
Notfälle wegen Selbstverletzung 3,63 vs. 2,33 pro 1000 Patientenjahre nach vs. vor der Operation, RR 1,54 (1,03-2,30). Höher bei >35-Jährigen RR 1,76, niedrigem Einkommen RR 2,09, ländlichem Wohnort RR 6,49. 72,8 % absichtliche Überdosierung; 93,0 % der Ereignisse bei Patientinnen und Patienten mit einer psychiatrischen Diagnose in den 5 Jahren vor der Operation.
- Absolute Risiken
Absoluter Anstieg etwa 1,3 pro 1000 Patientenjahre (3,63 - 2,33, aus berichteten Raten berechnet)
- Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren
Das Risiko für Notfälle wegen Selbstverletzung stieg nach der Operation; ein Screening auf Suizidrisiko während der Nachsorge ist nötig.
6. Stärken
- Bevölkerungsbasiert
- Selbstkontrolliertes Design berücksichtigt stabile persönliche Faktoren
7. Schwächen
- Zeitliche Trends nicht kontrolliert
- Nur Magenbypass
- Breites KI
8. Risiko systematischer Verzerrungen
- Orientierendes Instrument
- ROBINS-E
- Art der Einschätzung
- vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
- Formale Vollbewertung
- nein
- Gesamturteil Biasrisiko
- einige Bedenken
9. Bewertung der statistischen Interpretation
10. Relevanz für die konkrete Aussage
Stützt C-BAR-07.
11. Unabhängige Gegenbefunde
12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa
Übertragbar.
13. Methodisches Gesamturteil
Korrekt zitiert (EN); Tippfehler im arabischen Text; Kontext zum absoluten Risiko fehlt.
| Mehrdimensionale Bewertung | |
|---|---|
| Authentizität der Quelle | verifiziert |
| Methodische Qualität | moderat |
| Biasrisiko | einige Bedenken |
| Präzision der Ergebnisse | niedrig |
| Direkte Relevanz | direkt |
| Reproduzierbarkeit | repliziert |
| Konsistenz mit der Gesamtevidenz | konsistent |
| Regionale Übertragbarkeit | moderat |
| Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv) | im Wesentlichen korrekt, aber unvollständig |
14. Offene Fragen
15. Verknüpfte Faktenchecks
- Auf die Adipositaschirurgie folgen dokumentierte Anstiege von Selbstverletzungen, suizidbezogenen Todesfällen und Alkoholkonsumstörungen. – Studien, die die Behauptung unterstützen
Verwendung durch das Tayebat-Archiv
Hinweis: Laut Archiv wurden die Studien von den Archivbetreibern zusammengestellt. Ob Dr. Elawady selbst diese Studie angeführt hat, ist nicht belegt.
- Aussage des Archivs zur Studie
Notfälle wegen Selbstverletzung stiegen bei 8.815 Erwachsenen in Ontario nach Adipositaschirurgie um ~50 % (3,63 vs. 2,33 pro 1000 Patientenjahre; RR 1,54).
- A. Was wurde tatsächlich untersucht?
Selbstverletzung vorher vs. nachher
- B. Was haben die Autorinnen und Autoren festgestellt?
RR 1,54
- C. Welche Schlussfolgerungen ziehen sie selbst?
Risiko erhöht; Screening nötig
- D. Welche Aussage leitet das Archiv daraus ab?
Verwendet, um das Risiko für Selbstverletzung zu belegen.
- E. Ist diese Ableitung wissenschaftlich gerechtfertigt?
Die englischen Zahlen sind korrekt. Die arabische Überschrift enthält einen Tippfehler (3,63 vs. 2,63 statt 2,33). Das Archiv erwähnt nicht, dass 93 % der Ereignisse bei Patientinnen und Patienten mit früheren psychiatrischen Diagnosen auftraten oder dass die absoluten Raten niedrig sind.
- Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)
- im Wesentlichen korrekt, aber unvollständig