Kohortenstudievom Tayebat-Archiv zitiertnur Abstract geprüft A-SUP-16 Standardprüfung

Vitamin A und Hüftfrakturen

Vitamin A intake and hip fractures among postmenopausal women.

Kurzüberblick

Feskanich D et al.. JAMA 2002 · PMID 11754708 · DOI 10.1001/jama.287.1.47

Frauen mit der höchsten Retinolaufnahme hatten ein etwa 1,9-faches Risiko für eine Hüftfraktur.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Retinol und Frakturen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Kohortenstudie.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

72.337.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Mehr Frakturen bei hohem Retinol.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

RR 1,89.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Hohe Retinolmengen meiden.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Beobachtungsstudie.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Stützt teilweise.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Übertragbar.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kausalität.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Feskanich D, Singh V, Willett WC, Colditz GA
Fachzeitschrift
JAMA
Jahr
2002
Identifikator
PMID 11754708 DOI 10.1001/jama.287.1.47
Verifizierung
verifiziert – PubMed E-utilities efetch, 2026-10-25
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben; Förderungen: NCI NIH HHS

2. Forschungsfrage

Hohe Vitamin-A-Aufnahme und Hüftfraktur

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive Kohortenstudie (Nurses' Health Study)
Population

Postmenopausale Frauen

Land

USA

Zeitraum

1980–1998

Stichprobengröße

72.337 (603 Frakturen)

Ein- und Ausschlusskriterien

siehe Abstract

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Aufnahme von Vitamin A (Retinol) aus Lebensmitteln und Präparaten

Vergleichsgruppe

Niedrigstes Quintil

Endpunkte

Hüftfraktur bei geringem/mäßigem Trauma

Statistische Methoden

RR nach Quintil

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Höchstes Gesamt-Vitamin-A RR 1,48 (1,05–2,07); Retinol RR 1,89 (1,33–2,68); Beta-Carotin n. s.; Vitamin-A-Präparat RR 1,40 (0,99–1,99, n. s.).

Absolute Risiken

im Abstract nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Eine hohe Retinolaufnahme könnte osteoporotische Hüftfrakturen begünstigen.

6. Stärken

  • Lange Nachbeobachtung
  • Wiederholte Ernährungserhebung

7. Schwächen

  • Beobachtungsstudie
  • Messfehler des FFQ (Ernährungsfragebogens)

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Confounding möglich.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Siehe Ergebnisse.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

C-SUP-07.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch: Biologie und Studienpopulationen sind mit europäischen Erwachsenen vergleichbar.

13. Methodisches Gesamturteil

Beobachtungssignal für Retinol.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)teilweise zutreffend, jedoch überinterpretiert

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks

Verwendung durch das Tayebat-Archiv

Hinweis: Laut Archiv wurden die Studien von den Archivbetreibern zusammengestellt. Ob Dr. Elawady selbst diese Studie angeführt hat, ist nicht belegt.

Aussage des Archivs zur Studie

In der Archiv-Bibliografie der Regel zu oralen Nahrungsergänzungsmitteln ohne eigene Interpretation aufgeführt; implizit zur Stützung der Regelzusammenfassung verwendet, wonach Präparate in großen Studien „versagt oder geschadet“ haben.

A. Was wurde tatsächlich untersucht?

Hohe Vitamin-A-Aufnahme und Hüftfraktur

B. Was haben die Autorinnen und Autoren festgestellt?

Höchstes Gesamt-Vitamin-A RR 1,48 (1,05–2,07); Retinol RR 1,89 (1,33–2,68); Beta-Carotin n. s.; Vitamin-A-Präparat RR 1,40 (0,99–1,99, n. s.).

C. Welche Schlussfolgerungen ziehen sie selbst?

Eine hohe Retinolaufnahme könnte osteoporotische Hüftfrakturen begünstigen.

D. Welche Aussage leitet das Archiv daraus ab?

Stützt „mehr Hüftfrakturen“.

E. Ist diese Ableitung wissenschaftlich gerechtfertigt?

Als Zusammenhang; der präparatspezifische Schätzer war nicht signifikant.

Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)
teilweise zutreffend, jedoch überinterpretiert