Kohortenstudievom Tayebat-Archiv zitiertnur Abstract geprüft A-UPF-19 Standardprüfung
Künstliche Süßstoffe und Herzkrankheiten in Frankreich
Artificial sweeteners and risk of cardiovascular diseases: results from the prospective NutriNet-Santé cohort.
Kurzüberblick
Debras C et al.. BMJ 2022 · PMID 36638072 · DOI 10.1136/bmj-2022-071204
Höhere Süßstoffaufnahme: 9 % höheres Herz-Kreislauf-Risiko.
Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat
Verständliche Zusammenfassung
Studie einfach erklärt
- Was wollten die Forschenden herausfinden?
Sind künstliche Süßstoffe mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden?
- Wie wurde die Studie durchgeführt?
Prospektive Kohorte mit wiederholten 24-h-Protokollen.
- Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?
103.388; 1.502 Herz-Kreislauf-Ereignisse; Erwachsene, 79,8 % Frauen
- Was wurde tatsächlich festgestellt?
Süßstoffe gesamt Herz-Kreislauf-Erkrankungen HR 1,09 (1,01–1,18); zerebrovaskulär 1,18 (1,06–1,31); Aspartam zerebrovaskulär 1,17 (1,03–1,33); Acesulfam-K KHK 1,40 (1,06–1,84); Sucralose KHK 1,31 (1,00–1,71).
- Wie groß war der beobachtete Effekt?
HR 1,09 (1,01–1,18)
- Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?
Kleines mögliches Signal.
- Welche Einschränkungen hat die Studie?
Umgekehrte Kausalität; Residual Confounding
- Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?
Gemischt für C-UPF-07.
- Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?
Hoch.
- Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?
Kausalität.
Wissenschaftliche Detailprüfung
1. Vollständige Quellenangabe
- Autorinnen und Autoren
- Debras C, Chazelas E, Sellem L, Porcher R, Druesne-Pecollo N, Esseddik Y, de Edelenyi FS, Agaësse C, De Sa A, Lutchia R, Fezeu LK, Julia C, Kesse-Guyot E, Allès B, Galan P, Hercberg S, Deschasaux-Tanguy M, Huybrechts I, Srour B, Touvier M
- Fachzeitschrift
- BMJ
- Jahr
- 2022
- Identifikator
- PMID 36638072 DOI 10.1136/bmj-2022-071204 · PMC9449855
- Verifizierung
- verifiziert – PubMed E-utilities efetch, 2026-10-25
- Zurückgezogen
- nein
- Korrekturen
- keine
- Geprüfter Umfang
- nur Abstract
- Interessenkonflikte und Finanzierung
Öffentliche Förderung angegeben; Förderung durch die WHO
2. Forschungsfrage
Sind künstliche Süßstoffe mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden?
3. Studiendesign und Population
- Studiendesign
- Kohortenstudie – Prospektive Kohorte mit wiederholten 24-h-Protokollen.
- Population
Erwachsene, 79,8 % Frauen
- Land
Frankreich
- Zeitraum
2009–2021
- Stichprobengröße
103.388; 1.502 Herz-Kreislauf-Ereignisse
- Ein- und Ausschlusskriterien
im Abstract nicht angegeben
4. Methoden und Endpunkte
- Exposition / Intervention
Süßstoffaufnahme (log10, kontinuierlich)
- Vergleichsgruppe
Nicht-Konsumierende
- Endpunkte
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, KHK, zerebrovaskulär
- Statistische Methoden
Cox
5. Tatsächliche Ergebnisse
- Ergebnisse
Süßstoffe gesamt Herz-Kreislauf-Erkrankungen HR 1,09 (1,01–1,18); zerebrovaskulär 1,18 (1,06–1,31); Aspartam zerebrovaskulär 1,17 (1,03–1,33); Acesulfam-K KHK 1,40 (1,06–1,84); Sucralose KHK 1,31 (1,00–1,71).
- Absolute Risiken
Herz-Kreislauf-Erkrankungen 346 vs. 314 pro 100.000 PJ (höherer Konsum vs. kein Konsum)
- Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren
Deutet auf einen möglichen Zusammenhang zwischen höherer Süßstoffaufnahme und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin.
6. Stärken
- Groß; detaillierte Exposition
7. Schwächen
- Umgekehrte Kausalität
- Residual Confounding
8. Risiko systematischer Verzerrungen
- Orientierendes Instrument
- ROBINS-E
- Art der Einschätzung
- vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
- Formale Vollbewertung
- nein
- Gesamturteil Biasrisiko
- einige Bedenken
- Begründung
Confounding.
9. Bewertung der statistischen Interpretation
Kleine absolute Unterschiede.
10. Relevanz für die konkrete Aussage
Gemischt für C-UPF-07.
11. Unabhängige Gegenbefunde
12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa
Hoch.
13. Methodisches Gesamturteil
Signal.
| Mehrdimensionale Bewertung | |
|---|---|
| Authentizität der Quelle | verifiziert |
| Methodische Qualität | moderat |
| Biasrisiko | einige Bedenken |
| Präzision der Ergebnisse | moderat |
| Direkte Relevanz | direkt |
| Reproduzierbarkeit | nicht repliziert |
| Konsistenz mit der Gesamtevidenz | unbekannt |
| Regionale Übertragbarkeit | hoch |
| Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv) | nicht anwendbar |
14. Offene Fragen
Kausalität.
15. Verknüpfte Faktenchecks
- Künstliche Süßstoffe (Aspartam, Acesulfam-K, Sucralose) sind mit einem höheren Krebs- und Herz-Kreislauf-Risiko verbunden. – Studien mit gemischten oder unklaren Ergebnissen
Verwendung durch das Tayebat-Archiv
Hinweis: Laut Archiv wurden die Studien von den Archivbetreibern zusammengestellt. Ob Dr. Elawady selbst diese Studie angeführt hat, ist nicht belegt.
- Aussage des Archivs zur Studie
Nur im Literaturverzeichnis des Archivs aufgeführt (keine Interpretationskarte des Archivs).
- A. Was wurde tatsächlich untersucht?
Süßstoffe und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- B. Was haben die Autorinnen und Autoren festgestellt?
Wie oben.
- C. Welche Schlussfolgerungen ziehen sie selbst?
Möglicher Zusammenhang.
- D. Welche Aussage leitet das Archiv daraus ab?
Stützt einen Schaden durch Süßstoffe.
- E. Ist diese Ableitung wissenschaftlich gerechtfertigt?
Nur ein Zusammenhang.
- Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)
- nicht anwendbar