Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-ABX-123 Standardprüfung

Britische Studie findet bei fairem Vergleich kein Aortenrisiko durch Fluorchinolone

Association Between Fluoroquinolone Use and Hospitalization With Aortic Aneurysm or Aortic Dissection.

Kurzüberblick

Brown JP et al.. JAMA Cardiol 2023 · PMID 37585175 · DOI 10.1001/jamacardio.2023.2418

Im Vergleich zu anderen Antibiotika waren Fluorchinolone nicht mit Aortenaneurysma oder Aortendissektion verbunden.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: hoch

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Das Aortenrisiko mit fairen Vergleichen testen

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Kohorte + Case-Crossover

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

Über 3,5 Millionen Erwachsene

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Nach Adjustierung kein Zusammenhang

Wie groß war der beobachtete Effekt?

HR 1,03 (0,91–1,17)

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Frühere Warnungen spiegeln möglicherweise kränkere Patientinnen und Patienten wider

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Beobachtungsstudie

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht dem Aortenteil

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Hoch

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Risiko bei Menschen mit bestehendem Aneurysma

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Brown JP et al.
Fachzeitschrift
JAMA Cardiol
Jahr
2023
Identifikator
PMID 37585175 DOI 10.1001/jamacardio.2023.2418
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26 + Crossref
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

Medical Research Council (Eintrag).

2. Forschungsfrage

Ist die Anwendung von Fluorchinolonen nach Berücksichtigung von Confounding mit Aortenaneurysma oder -dissektion verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Kohorten- und Case-Crossover-Studien in zwei Datenbanken der Primärversorgung im Vereinigten Königreich
Population

Erwachsene, denen Fluorchinolone oder Cephalosporine verschrieben wurden; Fälle mit Krankenhausaufnahme wegen Aortenaneurysma/-dissektion (AA/AD)

Land

Vereinigtes Königreich

Zeitraum

April 1997–Dezember 2019

Stichprobengröße

Kohorte 3.134.121 (Aurum) + 452.086 (GOLD); Case-Crossover 84.841 + 10.357 Fälle

Ein- und Ausschlusskriterien

CPRD Aurum und GOLD, mit Krankenhausdaten verknüpft

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Systemisches Fluorchinolon

Vergleichsgruppe

Cephalosporin; Trimethoprim; Co-Amoxiclav; keine Anwendung

Endpunkte

Krankenhausaufnahme mit Aortenaneurysma oder Aortendissektion

Statistische Methoden

IPTW-Cox-Modell; bedingte logistische Case-Crossover-Analyse; Pooling mit festen Effekten

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Rohe HR 1,28 (95-%-KI 1,13–1,44) vs. Cephalosporine; adjustierte HR 1,03 (0,91–1,17). Case-Crossover: vs. Cephalosporin OR 1,05 (0,87–1,27), vs. Trimethoprim 0,89 (0,75–1,06), vs. Co-Amoxiclav 0,98 (0,82–1,18); Zusammenhang nur vs. keine Anwendung.

Absolute Risiken

nicht berichtet

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Die Schätzungen des Zusammenhangs können durch Confounding beeinflusst sein; bei dessen Berücksichtigung war kein Zusammenhang erkennbar.

6. Stärken

  • Mehrere Designs und Datenbanken
  • Aktive Vergleichswirkstoffe

7. Schwächen

  • Beobachtungsstudie
  • Endpunkt = Krankenhausaufnahme

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
niedrig
Begründung

Designs mit aktivem Vergleichswirkstoff und selbstkontrollierte Designs berücksichtigen Confounding durch die Indikation.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Der Zusammenhang verschwindet nach Adjustierung; die KI schließen so große Effekte wie in früheren Berichten aus (obere Grenze 1,17).

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Starke widersprechende Evidenz für das Aortenelement.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Einige frühere Studien fanden Zusammenhänge.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Hoch (Vereinigtes Königreich).

13. Methodisches Gesamturteil

Das Aortenrisiko ist unsicher und könnte auf Confounding beruhen.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitäthoch
Biasrisikoniedrig
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitrepliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Risiko in Hochrisiko-Untergruppen (z. B. bekanntes Aneurysma).

15. Verknüpfte Faktenchecks