Risikobewertungunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-CHK-115 Tiefenprüfung
Die meisten resistenten Darmbakterien bei Menschen in den Niederlanden stammen von anderen Menschen, etwa ein Fünftel aus Lebensmitteln
Attributable sources of community-acquired carriage of Escherichia coli containing beta-lactam antibiotic resistance genes: a population-based modelling study.
Kurzüberblick
Mughini-Gras L et al.. Lancet Planet Health 2019 · PMID 31439317 · DOI 10.1016/S2542-5196(19)30130-5
Lebensmittel machten etwa 19 % der Besiedlung mit ESBL-bildenden E. coli in der Bevölkerung aus; die Übertragung von Mensch zu Mensch etwa 60 %.
Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat
Verständliche Zusammenfassung
Studie einfach erklärt
- Was wollten die Forschenden herausfinden?
Welcher Anteil der in der Allgemeinbevölkerung erworbenen Besiedlung mit ESBL-/pAmpC-E. coli ist menschlichen, tierischen, Lebensmittel- und Umweltquellen zuzuordnen?
- Wie wurde die Studie durchgeführt?
Bevölkerungsbasierte Quellenzuordnungsmodellierung (ESBL-/pAmpC-Gene), Niederlande 2005-2017
- Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?
1.220 menschliche und 6.275 nichtmenschliche Genvorkommen
- Was wurde tatsächlich festgestellt?
Übertragung von Mensch zu Mensch innerhalb/zwischen Haushalten 60,1 % (95-%-KrI 40,0-73,5); sekundäre Übertragung aus Hochrisikogruppen 6,9 %; Lebensmittel 18,9 % (7,0-38,3); Heimtiere 7,9 %; Nutztiere (nicht berufsbedingt) 3,6 %; Umwelt 2,6 %. R0 für die Übertragung innerhalb der Gemeinschaft 0,63.
- Wie groß war der beobachtete Effekt?
Übertragung von Mensch zu Mensch innerhalb/zwischen Haushalten 60,1 % (95-%-KrI 40,0-73,5); sekundäre Übertragung aus Hochrisikogruppen 6,9 %; Lebensmittel 18,9 % (7,0-38,3); Heimtiere 7,9 %; Nutztiere (nicht berufsbedingt) 3,6 %; Umwelt 2,6 %. R0 für die Übertragung innerhalb der Gemeinschaft 0,63.
- Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?
Lebensmittel sind ein realer, aber nicht der Hauptweg für diese resistenten Bakterien in den Niederlanden.
- Welche Einschränkungen hat die Studie?
Modellannahmen; Lebensmittel im Abstract nicht nach Art aufgeschlüsselt; Korrektur veröffentlicht
- Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?
Stützt den Weg über die Lebensmittelkette, begrenzt aber sein Ausmaß.
- Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?
Direkt für die EU relevant (Niederlande).
- Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?
Nicht spezifisch für Hühnerfleisch; in Ländern mit hohem Einsatz anders.
Wissenschaftliche Detailprüfung
1. Vollständige Quellenangabe
- Autorinnen und Autoren
- Mughini-Gras L et al.
- Fachzeitschrift
- Lancet Planet Health
- Jahr
- 2019
- Identifikator
- PMID 31439317 DOI 10.1016/S2542-5196(19)30130-5
- Verifizierung
- verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref 2026-10-26
- Zurückgezogen
- nein
- Korrekturen
ErratumIn: Lancet Planet Health 2019;3(10):e408
- Geprüfter Umfang
- nur Abstract
- Interessenkonflikte und Finanzierung
1Health4Food, niederländisches Wirtschaftsministerium, EU Horizon 2020 One Health EJP (Abstract)
2. Forschungsfrage
Welcher Anteil der in der Allgemeinbevölkerung erworbenen Besiedlung mit ESBL-/pAmpC-E. coli ist menschlichen, tierischen, Lebensmittel- und Umweltquellen zuzuordnen?
3. Studiendesign und Population
- Studiendesign
- Risikobewertung – Bevölkerungsbasierte Quellenzuordnungsmodellierung (ESBL-/pAmpC-Gene), Niederlande 2005-2017
- Population
Niederländische Bevölkerung; Gendaten von Menschen, Tieren, Lebensmitteln, Wasser, Wildvögeln
- Land
Niederlande
- Zeitraum
2005-2017
- Stichprobengröße
1.220 menschliche und 6.275 nichtmenschliche Genvorkommen
- Ein- und Ausschlusskriterien
wie im Abstract beschrieben
4. Methoden und Endpunkte
- Exposition / Intervention
Exposition gegenüber Quellen (Lebensmittel, Tiere, Umwelt, andere Menschen)
- Vergleichsgruppe
Andere Quellen
- Endpunkte
Zuordenbarer Anteil an der Besiedlung in der Allgemeinbevölkerung
- Statistische Methoden
wie im Abstract berichtet
5. Tatsächliche Ergebnisse
- Ergebnisse
Übertragung von Mensch zu Mensch innerhalb/zwischen Haushalten 60,1 % (95-%-KrI 40,0-73,5); sekundäre Übertragung aus Hochrisikogruppen 6,9 %; Lebensmittel 18,9 % (7,0-38,3); Heimtiere 7,9 %; Nutztiere (nicht berufsbedingt) 3,6 %; Umwelt 2,6 %. R0 für die Übertragung innerhalb der Gemeinschaft 0,63.
- Absolute Risiken
nicht berichtet
- Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren
Menschen sind die Hauptquelle der Besiedlung in der Allgemeinbevölkerung, aber nichtmenschliche Quellen sind nötig, um die Ausbreitung aufrechtzuerhalten.
6. Stärken
- Großer nationaler Datensatz
- Ausdrückliche Unsicherheit
7. Schwächen
- Modellannahmen
- Lebensmittel im Abstract nicht nach Art aufgeschlüsselt
- Korrektur veröffentlicht
8. Risiko systematischer Verzerrungen
- Orientierendes Instrument
- none applicable
- Art der Einschätzung
- vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
- Formale Vollbewertung
- nein
- Gesamturteil Biasrisiko
- einige Bedenken
- Begründung
Modellierungsstudie.
9. Bewertung der statistischen Interpretation
Lebensmittel (einschließlich Hühnerfleisch) tragen etwa ein Fünftel der Besiedlung bei, mit großer Unsicherheit; der größte Teil der Besiedlung wird zwischen Menschen verbreitet.
10. Relevanz für die konkrete Aussage
Beziffert, wie viel der Besiedlung mit resistentem E. coli aus Lebensmitteln im Vergleich zu anderen Quellen stammt.
11. Unabhängige Gegenbefunde
12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa
13. Methodisches Gesamturteil
Lebensmittel machten etwa 19 % der Besiedlung der Allgemeinbevölkerung mit ESBL-E. coli aus; die Ausbreitung von Mensch zu Mensch etwa 60 %.
| Mehrdimensionale Bewertung | |
|---|---|
| Authentizität der Quelle | verifiziert |
| Methodische Qualität | moderat |
| Biasrisiko | einige Bedenken |
| Präzision der Ergebnisse | niedrig |
| Direkte Relevanz | direkt |
| Reproduzierbarkeit | teilweise repliziert |
| Konsistenz mit der Gesamtevidenz | konsistent |
| Regionale Übertragbarkeit | moderat |
| Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv) | nicht anwendbar |