Metaanalyseunabhängige Gegenprüfungnur Abstract geprüft I-DRY-02 Standardprüfung
29 Kohorten: Milchprodukte neutral für Herzkrankheiten und Sterblichkeit
Milk and dairy consumption and risk of cardiovascular diseases and all-cause mortality: dose-response meta-analysis of prospective cohort studies.
Kurzüberblick
Guo J et al.. Eur J Epidemiol 2017 · PMID 28374228 · DOI 10.1007/s10654-017-0243-1
Kein Zusammenhang für Milch oder Milchprodukte insgesamt; fermentierte Milchprodukte leicht invers.
Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat
Verständliche Zusammenfassung
Studie einfach erklärt
- Was wollten die Forschenden herausfinden?
Milchprodukte und Herz-Kreislauf-Erkrankungen/Sterblichkeit.
- Wie wurde die Studie durchgeführt?
Metaanalyse.
- Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?
938.465 Menschen.
- Was wurde tatsächlich festgestellt?
Neutral.
- Wie groß war der beobachtete Effekt?
Fermentierte Milchprodukte RR 0,98 pro 20 g/Tag.
- Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?
Milchprodukte sind nicht mit einem früheren Tod verbunden.
- Welche Einschränkungen hat die Studie?
Interessenkonflikte mit der Industrie; Heterogenität.
- Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?
Widerspricht der Behauptung zur Sterblichkeit.
- Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?
Umfasst Europa.
- Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?
Kausalität.
Wissenschaftliche Detailprüfung
1. Vollständige Quellenangabe
- Autorinnen und Autoren
- Guo J et al.
- Fachzeitschrift
- Eur J Epidemiol
- Jahr
- 2017
- Identifikator
- PMID 28374228 DOI 10.1007/s10654-017-0243-1
- Verifizierung
- verifiziert – PubMed efetch 2026-10-25
- Zurückgezogen
- nein
- Korrekturen
- keine
- Geprüfter Umfang
- nur Abstract
- Interessenkonflikte und Finanzierung
SSSM erhielt Mittel von der Global Dairy Platform, dem Dairy Research Institute und Dairy Australia für eine Metaanalyse zu Käse und Blutfetten (2012) und für diese Metaanalyse zu Milchprodukten und Sterblichkeit (2015). SSSM erhielt außerdem den Wiebe Visser International Dairy Nutrition Prize der Utrecht Group des niederländischen Milchverbands (NZO). AA erhält Forschungsmittel von Arla Foods, DK; Danish Dairy Research Foundation; Global Dairy Platform; Danish Agriculture and Food Council; GEIE European Milk Forum, Frankreich. Er ist Mitglied in Beiräten von Dutch Beer Knowledge Institute, NL; IKEA, SV; Lucozade Ribena Suntory Ltd, UK; McCain Foods Limited, USA; McDonald’s, USA; Weight Watchers, USA. Er ist Berater für das Nestlé Research Center, Schweiz; Nongfu Spring Water, China. Astrup erhält Honorare als Associate Editor des American Journal of Clinical Nutrition und für die Mitgliedschaft in den Editorial Boards von Annals of Nutrition and of Metabolism und Annual Review of Nutrition. Er erhält Reisekostenerstattungen und/oder bescheidene Honorare (<$2000) für Vorträge bei Tagungen, die von Unternehmenssponsoren unterstützt werden. Er erhielt finanzielle Unterstützung von Milchwirtschaftsorganisationen für die Teilnahme am Eurofed Lipids Congress (2014) in Frankreich und an der Tagung der Federation of European Nutrition Societies (2015) in Deutschland; DIG und JG erhielten Mittel von der Global Dairy Platform, DIG und JAL erhielten Mittel von The Dairy Council und AHDB Dairy für die Analyse von Ernährungsmustern, die über den Gehalt an Milchprodukten definiert sind (2012–2015).
2. Forschungsfrage
Milch und Milchprodukte und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, KHK und Gesamtsterblichkeit.
3. Studiendesign und Population
- Studiendesign
- Metaanalyse – Dosis-Wirkungs-Metaanalyse prospektiver Kohorten.
- Population
938.465 Teilnehmende in 29 Kohorten
- Land
Multinational
- Zeitraum
Suche bis Sept. 2016
- Stichprobengröße
29 Kohorten
- Ein- und Ausschlusskriterien
Prospektive Kohorten.
4. Methoden und Endpunkte
- Exposition / Intervention
Milchprodukte insgesamt, fettreiche/fettarme Milchprodukte, Milch, fermentierte Milchprodukte, Käse, Joghurt.
- Vergleichsgruppe
Pro Dosis
- Endpunkte
Sterblichkeit, KHK, Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Statistische Methoden
Dosis-Wirkungs-Analyse mit Random-Effects-Modell; Spline-Modelle.
5. Tatsächliche Ergebnisse
- Ergebnisse
Keine Zusammenhänge von Milchprodukten insgesamt (fettreich/fettarm) und Milch mit Sterblichkeit, KHK oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Fermentierte Milchprodukte pro 20 g/Tag: Sterblichkeit RR 0,98 (0,97–0,99), Herz-Kreislauf-Erkrankungen 0,98 (0,97–0,99); Käse pro 10 g/Tag Herz-Kreislauf-Erkrankungen 0,98 (0,95–1,00); die inversen Zusammenhänge schwächten sich ab, nachdem eine große schwedische Studie herausgenommen wurde.
- Absolute Risiken
nicht berichtet
- Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren
Neutrale Zusammenhänge zwischen Milchprodukten und Herz-Kreislauf- sowie Gesamtsterblichkeit.
6. Stärken
- Große Dosis-Wirkungs-Synthese
7. Schwächen
- Finanzierung durch die Milchindustrie/Interessenkonflikte von mehreren Autorinnen und Autoren angegeben
- Hohe Heterogenität (I2 bis zu 94 %)
8. Risiko systematischer Verzerrungen
- Orientierendes Instrument
- AMSTAR 2
- Art der Einschätzung
- vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
- Formale Vollbewertung
- nein
- Gesamturteil Biasrisiko
- einige Bedenken
- Begründung
Interessenkonflikte mit der Industrie; Heterogenität.
9. Bewertung der statistischen Interpretation
Überwiegend kein Effekt; sehr kleine inverse Zusammenhänge für fermentierte Milchprodukte.
10. Relevanz für die konkrete Aussage
Widerspricht C-DRY-03.
11. Unabhängige Gegenbefunde
12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa
Umfasst Europa.
13. Methodisches Gesamturteil
Insgesamt neutral; Interessenkonflikte vermerkt.
| Mehrdimensionale Bewertung | |
|---|---|
| Authentizität der Quelle | verifiziert |
| Methodische Qualität | moderat |
| Biasrisiko | einige Bedenken |
| Präzision der Ergebnisse | hoch |
| Direkte Relevanz | direkt |
| Reproduzierbarkeit | teilweise repliziert |
| Konsistenz mit der Gesamtevidenz | gemischt |
| Regionale Übertragbarkeit | moderat |
| Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv) | nicht anwendbar |
14. Offene Fragen
Ersatzlebensmittel.
15. Verknüpfte Faktenchecks
- Ein hoher Milchkonsum erhöhe die Sterblichkeit (Frauen, die 3 oder mehr Gläser/Tag tranken, hatten eine um 93 % höhere Sterblichkeit) und fördere Hüftfrakturen, statt ihnen vorzubeugen. – Studien, die der Behauptung widersprechen oder sie einschränken