Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft★ wichtige Studie I-FAST-116 Tiefenprüfung

Eine Mahlzeit am Tag und Sterberisiko

Meal Skipping and Shorter Meal Intervals Are Associated with Increased Risk of All-Cause and Cardiovascular Disease Mortality among US Adults.

Kurzüberblick

Sun Y et al.. J Acad Nutr Diet 2023 · PMID 35964910 · DOI 10.1016/j.jand.2022.08.119

Erwachsene in den USA, die nur eine Mahlzeit am Tag aßen, hatten eine höhere Sterberate, aber diese Art von Studie kann nicht beweisen, dass das Mahlzeitenmuster die Ursache war.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Nein · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Mahlzeitenmuster mit der Sterblichkeit verknüpfen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Kohorte von 24.011 Erwachsenen, die auf Todesfälle nachbeobachtet wurden.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

US-Erwachsene ab 40 Jahren.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

HR 1,30 Gesamtsterblichkeit, 1,83 Herz-Kreislauf bei einer Mahlzeit/Tag.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

HR 1,30 (1,03-1,64).

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Kein Beleg, dass eine Mahlzeit am Tag gesünder ist; möglicherweise das Gegenteil.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Ernährung nur einmal erfasst; Confounding.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Widerspricht „die gesunde Art zu essen“, mit geringer Sicherheit.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Gilt; gleiche Physiologie.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kausalität.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Sun Y et al.
Fachzeitschrift
J Acad Nutr Diet
Jahr
2023
Identifikator
PMID 35964910 DOI 10.1016/j.jand.2022.08.119
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref update-to/updated-by check
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

im Abstract nicht angegeben

2. Forschungsfrage

Hängen Mahlzeitenhäufigkeit, ausgelassene Mahlzeiten und Mahlzeitenabstände mit der Sterblichkeit zusammen?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Prospektive Kohorte (NHANES 1999-2014, verknüpft mit Sterberegistern)
Population

US-Erwachsene im Alter von >=40 Jahren

Land

USA

Zeitraum

1999-2014; Sterblichkeit bis 2015

Stichprobengröße

24.011; 4.175 Todesfälle (878 Herz-Kreislauf)

Ein- und Ausschlusskriterien

im Abstract nicht angegeben

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Eine Mahlzeit/Tag; ausgelassene Mahlzeiten; Mahlzeitenabstände (24-Stunden-Recall)

Vergleichsgruppe

Drei Mahlzeiten/Tag

Endpunkte

Gesamtsterblichkeit und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit

Statistische Methoden

Multivariable Cox-Modelle

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

Eine Mahlzeit/Tag gegenüber drei: Gesamtsterblichkeit HR 1,30 (95-%-KI 1,03-1,64), Herz-Kreislauf-Sterblichkeit HR 1,83 (1,26-2,65). Frühstück auslassen Herz-Kreislauf HR 1,40 (1,09-1,78); Mittagessen auslassen Gesamtsterblichkeit HR 1,12 (1,01-1,24); Abendessen auslassen 1,16 (1,02-1,32).

Absolute Risiken

Gesamte Kohorte 22,5 Todesfälle pro 1.000 Personenjahre (berechnet); gruppenspezifische absolute Risiken nicht berichtet.

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Eine Mahlzeit pro Tag zu essen ging mit erhöhter Gesamtsterblichkeit und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit einher.

6. Stärken

  • Große national repräsentative Kohorte
  • Verknüpfung mit Sterberegistern

7. Schwächen

  • Ein einzelner 24-Stunden-Recall; Fehlklassifikation
  • Residual Confounding (Krankheit, Armut, Rauchen)
  • Umgekehrte Kausalität möglich

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
hoch
Begründung

Beobachtend; Exposition einmalig gemessen; Confounding.

9. Bewertung der statistischen Interpretation

KIs log-symmetrisch; nur Zusammenhang, kann keine Kausalität zeigen; siehe stats/I-FAST-116_meal_skipping.py.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Beobachtetes Signal für Schaden bei gewohnheitsmäßigem Essen von einer Mahlzeit am Tag; beweist keine Kausalität.

11. Unabhängige Gegenbefunde

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Universelle Biologie; gilt in Europa und Ägypten.

13. Methodisches Gesamturteil

Gegenevidenz mit geringer Sicherheit; darf nicht überbewertet werden.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikohoch
Präzision der Ergebnissemoderat
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitnicht repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzunbekannt
Regionale Übertragbarkeitmoderat
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

15. Verknüpfte Faktenchecks