Kohortenstudieunabhängige GegenprüfungAbstract geprüft I-GRN-114 Standardprüfung

Im Iran war sehr hoher Verzehr von weißem Reis in einer von zwei Kohorten mit Diabetes verbunden

White rice intake and incidence of type-2 diabetes: analysis of two prospective cohort studies from Iran.

Kurzüberblick

Golozar A et al.. BMC Public Health 2017 · PMID 28137245 · DOI 10.1186/s12889-016-3999-4

Mehr als 250 g weißer Reis am Tag war in Teheran mit einer etwa doppelt so hohen Chance auf Diabetes verbunden, im ländlichen Golestan aber nicht.

Unterstützt die Studie die konkrete Behauptung? Teilweise · Methodische Qualität: moderat

Originalpublikation

Verständliche Zusammenfassung

Studie einfach erklärt
Was wollten die Forschenden herausfinden?

Weißen Reis und Diabetes im Iran verknüpfen.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Zwei Bevölkerungskohorten.

Wie viele Menschen, Tiere oder Proben wurden untersucht?

11.355 Erwachsene.

Was wurde tatsächlich festgestellt?

Gemischte Ergebnisse.

Wie groß war der beobachtete Effekt?

OR 2,1 in Teheran.

Was bedeuten die Ergebnisse im Alltag?

Große tägliche Reisportionen könnten eine Rolle spielen.

Welche Einschränkungen hat die Studie?

Wenige Fälle, inkonsistent.

Was sagt sie über Elawadys konkrete Behauptung aus?

Schränkt die uneingeschränkte Erlaubnis von Reis ein.

Gelten die Ergebnisse auch für Deutschland und Europa?

Niedrig bis moderat.

Was lässt sich aus dieser Studie ausdrücklich nicht schließen?

Kann Kausalität nicht beweisen.

Wissenschaftliche Detailprüfung

1. Vollständige Quellenangabe

Autorinnen und Autoren
Golozar A et al.
Fachzeitschrift
BMC Public Health
Jahr
2017
Identifikator
PMID 28137245 DOI 10.1186/s12889-016-3999-4 · PMC5282785
Verifizierung
verifiziert – PubMed efetch 2026-10-26; Crossref works API 2026-10-26
Zurückgezogen
nein
Korrekturen
keine
Geprüfter Umfang
nur Abstract
Interessenkonflikte und Finanzierung

WHO- und NIH-Förderung (NIDDK)

2. Forschungsfrage

Ist der Verzehr von weißem Reis im Iran mit neu aufgetretenem Typ-2-Diabetes verbunden?

3. Studiendesign und Population

Studiendesign
Kohortenstudie – Zwei prospektive Bevölkerungskohorten (Golestan, Tehran Lipid and Glucose Study)
Population

Erwachsene ohne Diabetes oder chronische Erkrankung zu Beginn

Land

Iran

Zeitraum

Ausgangserhebungen 2004-2007

Stichprobengröße

9182 (Golestan) + 2173 (TLGS)

Ein- und Ausschlusskriterien

Frei von T2D und anderen chronischen Erkrankungen

4. Methoden und Endpunkte

Exposition / Intervention

Täglicher Verzehr von weißem Reis (FFQ)

Vergleichsgruppe

Geringere Aufnahme

Endpunkte

Neu aufgetretener T2D

Statistische Methoden

Multivariable logistische Regression (Odds Ratios)

5. Tatsächliche Ergebnisse

Ergebnisse

902 neue T2D-Fälle in Golestan und 81 in TLGS; kumulative Inzidenz 9,9 % und 8,0 %. Mittlerer Reisverzehr 250 g/Tag (Teheran) vs. 120 g/Tag (Golestan). Kein signifikanter Zusammenhang in Golestan; in TLGS >250 vs. <250 g/Tag adjustierte OR 2,1 (1,1-3,9).

Absolute Risiken

Kumulative T2D-Inzidenz 8,0-9,9 % (insgesamt)

Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren

Erhöhte Wahrscheinlichkeit für T2D bei hohem Verzehr von weißem Reis in Teheran und kein Zusammenhang in Golestan.

6. Stärken

  • Bevölkerung im Nahen Osten mit Reis als Grundnahrungsmittel
  • Zwei Kohorten

7. Schwächen

  • Logistische Regression der kumulativen Inzidenz (OR, nicht HR)
  • Wenige Fälle in TLGS (81)
  • Inkonsistent zwischen den Kohorten

8. Risiko systematischer Verzerrungen

Orientierendes Instrument
ROBINS-E
Art der Einschätzung
vereinfachte Einschätzung (nur Abstract)
Formale Vollbewertung
nein
Gesamturteil Biasrisiko
einige Bedenken
Begründung

Residual Confounding; Messfehler des Ernährungsfragebogens (FFQ).

9. Bewertung der statistischen Interpretation

Die OR 2,1 entspricht näherungsweise einem RR von 1,9 bei einem Ausgangsrisiko von 8 % (stats/C-GRN-05); breites KI und Inkonsistenz.

10. Relevanz für die konkrete Aussage

Regionale Evidenz, dass ein hoher (nicht ein moderater) Verzehr von weißem Reis das T2D-Risiko erhöhen kann; bei geringerem Verzehr Nullergebnis.

11. Unabhängige Gegenbefunde

Golestan: Nullergebnis.

12. Übertragbarkeit auf Deutschland und Europa

Niedrig bis moderat; höherer Reisverzehr als in Europa.

13. Methodisches Gesamturteil

Gemischt, regional relevant.

Mehrdimensionale Bewertung
Mehrdimensionale Bewertung
Authentizität der Quelleverifiziert
Methodische Qualitätmoderat
Biasrisikoeinige Bedenken
Präzision der Ergebnisseniedrig
Direkte Relevanzdirekt
Reproduzierbarkeitteilweise repliziert
Konsistenz mit der Gesamtevidenzgemischt
Regionale Übertragbarkeithoch
Angemessenheit der Interpretation (durch das Archiv)nicht anwendbar

14. Offene Fragen

Daten ägyptischer Kohorten.

15. Verknüpfte Faktenchecks